Costa Rica: Außenseiter voller Ehrgeiz

Von am 12. Juli 2010 – 13.58 Uhr 2 Kommentare

Randall Chacón, Trainer von Deutschlands WM-Auftaktgegner Costa Rica (Dienstag, live ab 11.30 Uhr auf Eurosport 2), weiß zwar, dass sein Team bei der U20-Frauenfußball-Weltmeisterschaft in Deutschland nicht als Favorit gehandelt wird. Doch dem Selbstvertrauen seiner Elf tut das keinen Abbruch. „Wir spielen gegen Deutschland auf Sieg“, verspricht Chacón vor dem Eröffnungsspiel.

Dabei gelte es vor allem psychologische Barrieren zu überwinden und an die eigene Stärke zu glauben.  „Man muss sich große Ziele setzen, um große Ziele zu erreichen“, so Chacóns Philosophie, der zunächst als Assistenztrainer tätig war, seit Oktober 2009 aber Cheftrainer ist. Man habe an einigen sogenannten „kleinen“ Teams bei der Männer-WM in Südafrika gesehen, welche Leistungen möglich seien. An Selbstvertrauen dürfte es dem Team spätestens seit der gelungenen WM-Generalprobe nicht mehr mangeln.

Gelungene Generalprobe
Denn zum Abschluss der Vorbereitung kam das Team am vergangenen Donnerstag in Spanien zu einem auch für den Trainer unerwartet hohen 9:0-Sieg gegen den spanischen Zweitligisten Hércules de Alicante. Und was er sah, hat Chacón richtig gut gefallen. „Wir haben über 90 Minuten das Spiel dominiert.“ Und so dürfte sich schnell in seinem Kopf die Startelf festgesetzt haben, die dem Gastgeber und Favoriten am Dienstag, 11.30 Uhr, in Bochum ein Bein stellen soll.

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Eingespieltes Team
Die besondere Stärke der Mannschaft liegt darin, dass ein Großteil der Spielerinnen bereits seit Jahren zusammen spielt. „Wir kennen uns gut und das werden wir in Deutschland auch zeigen“, versprach unlängst Kapitänin Katherine Alvarado, die bei der CONCACAF-Meisterschaft mit ihrem Treffer zum 1:0-Überraschungserfolg gegen Kanada im Spiel um Platz 3 das WM-Ticket löste. Und auch bei der knappen 1:2-Niederlage im Halbfinale gegen die USA deutete man an, wie groß das Potenzial ist.

Videoanalysen
Auch bei der U17-Frauenfußball-Weltmeisterschaft in Neuseeland vor zwei Jahren waren Alvarado und zahlreiche ihrer Teamkolleginnen bereits im Einsatz. Damals spielte man ebenfalls gegen Deutschland und hielt eine halbe Stunde gut mit, ehe man sich am Ende aber doch mit 0:5 geschlagen geben musste. In Vorbereitung auf das Spiel bei der U20-WM wurde das Spiel noch einmal per Videostudium analysiert.

Unbekannte Gruppengegner
„Deutschland wird sicherlich auch eine ganze Reihe Spielerinnen von damals dabei haben. Wir konnten so noch einmal ihr Spielsystem studieren und auch sehen, welche Fehler wir damals gemacht haben“, erklärt Chacón, der einräumt, dass er die weiteren Gruppengegner Kolumbien und Frankreich nur schwer einschätzen kann. „Deswegen ist es gut, dass wir zuerst gegen Deutschland spielen und uns die andere Partie anschauen können.“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

2 Kommentare »

  • Jarmusch sagt:

    Man sollte Costa Rica und auch Kolumbien nicht unterschätzen. Deren Ergebnisse in ihren Qualifikationsrunden und auch die jüngsten Testspielergebnisse deuten doch auf ein ordentliches Niveau hin.

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Diese ehrgeizige Aussage kann dann, wenn sie denn eintritt, nur dem Spiel und schlussendlich auch dem gesamten WM-Turnier gut zu Gesicht stehen! Letztlich wäre es aber auch eine weitere Bestätigung dafür, dass viele Nationen zunehmend nach vorn drängen und die gesamte Palette von FF-Mannschaften bereichert.

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