Home » DFB-Frauen, U17-EM

U17-EM: DFB-Elf peilt Titel-Hattrick an

Von am 22. Juni 2010 – 10.08 Uhr 22 Kommentare

Zweimal in Folge ist die deutsche U17-Frauenfußball-Nationalmannschaft 2008 und 2009 Europameister geworden. Und heute will das Team von Trainer Ralf Peter im EM-Halbfinale gegen Irland in Nyon (19.00 Uhr) den Grundstein für den dritten Titel legen und zugleich die Teilnahme an der U17-WM perfekt machen.

Anzeige

Seit die U17-Europameisterschaft vor drei Jahren ins Leben gerufen wurde, hat die DFB-Elf kein einziges ihrer 22 Spiele verloren und so ist man optimistisch, auch diesmal erfolgreich sein zu können. „Natürlich ist unsere Zielsetzung, den dritten Titel zu holen“, erklärt Peter, der aber davor warnt, den Gegner zu unterschätzen, auch wenn sich dieser zum ersten Mal für eine EM-Endrunde qualifiziert hat.

Unbequemer und formstarker Gegner
„Die Iren spielen genau so wie man sich den irischen Fußball vorstellt, sehr einfach, geradlinig und laufintensiv. Somit sind Sie ein äußerst unbequemer Gegner, dies und die Tatsache, dass für Irland bereits der Halbfinaleinzug ein großer Erfolg ist, macht sie so gefährlich und unberechenbar. Sie haben nichts zu verlieren.“  Dass Irland in der 2. Qualifikationsrunde überraschend Schweden eliminierte, sollte genauso Warnung sein, wie der beeindruckende 4:0-Sieg gegen England einem Testspiel am 25. Mai.

Starke DFB-Abwehr
Dennoch räumt Peter ein: „Wir sind der Favorit, somit liegt der Druck bei uns.“ Nach den Leistungen der vergangenen Jahre sind die Erwartungen in die Höhe geschnellt, gewonnene Titel werden schon fast als Selbstverständlichkeit betrachtet, was der harten Arbeit von Spielerinnen und Betreuerstab nicht immer gerecht wird. In den bisherigen sechs Qualifikationsspielen blieb das Team ohne Gegentreffer, die Abwehr ist das Prunkstück. Ein wenig Sorgen bereitet hingegen noch das Angriffsspiel.

Junges Team
“In der Offensive sind wir dieses Jahr nicht ganz so stark besetzt wie in den beiden Jahren zuvor. Zwei gute Stürmerinnen von mir spielen jetzt in der U19 und stehen somit nicht mehr zur Verfügung. Somit sind wir nun, besonders in der Offensive, eine sehr junge Mannschaft. Dieses Jahr haben wir drei Stürmerinnen des Jahrgangs 94, die hochtalentiert sind, ich bin mir sicher, dass wir an diesen Spielerinnen in der Zukunft noch eine Menge Spaß haben werden.“

Irland mit neuem Selbstbewusstsein
Beim Gegner Irland und seinem Trainer Noel King ist das Selbstvertrauen nach dem Sieg gegen Schweden, wo man einen Rückstand noch in einen Erfolg drehte, enorm gestiegen. „Die Spielerinnen glauben jetzt selbst daran, dass sie gegen Topnationen etwas erreichen können, das hat ihnen einen mentalen Schub gegeben“, so King. Und er glaubt, dass sein Team in der Lage ist, für weitere Überraschungen zu sorgen.

Starke Töne
„Natürlich ist das für uns ein unglaublich schwieriger Start in die Endrunde gegen Europameister Deutschland und alle rechnen sowieso damit, dass wir hier Vierter werden. Doch dabei sein ist für uns nicht alles, wir haben uns gut vorbereitet und sind bereit, ins Finale einzuziehen. Natürlich sind wir Außenseiter, aber irgendwann muss auch Deutschland mal verlieren, warum nicht im EM-Halbfinale?“

Drei WM-Startplätze
Beide Teams könnten mit einem Sieg die Teilnahme an der U17-Weltmeisterschaft in Trinidad und Tobago perfekt machen, die drei besten Teams der EM-Endrunde erhalten für das Turnier im September einen Startplatz. Das erste EM-Halbfinale zwischen Niederlande und Spanien beginnt um 14.30 Uhr. Von beiden Partien wird es keine TV-Übertragung geben.

Tags:

Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

22 Kommentare »