WM-Qualifikation geht in heiße Phase

Von am 17. Juni 2010 – 10.02 Uhr 11 Kommentare

Die Qualifikation für die Frauenfußball-Weltmeisterschaft 2011 in Deutschland biegt in den kommenden Tagen in Europa auf die Zielgerade ein. England, Spanien, Norwegen, Russland, Schweden, Finnland und Italien wollen die Weichen für die Play-off-Teilnahme stellen. Und auch die Schweiz hegt noch leise Hoffnungen.

Nur die Sieger der acht Qualifikationsgruppen qualifizieren sich nach Abschluss der WM-Qualifikation am 25. August für die Play-off-Spiele, wo in Hin- und Rückspielen die vier europäischen Teilnehmer ermittelt werden, die sich zu Gastgeber Deutschland gesellen werden. Die Verlierer der vier Play-off-Duelle haben dann noch eine zweite Chance, sich für das Play-off-Duell mit einem CONCACAF-Team um den letzten freien WM-Startplatz zu qualifizieren. Womensoccer wirft einen Blick auf die Ausgangslage.

Gute Ausgangsposition für Frankreich
In Gruppe 1, der einzigen Gruppe mit sechs Mannschaften, haben nur noch Spitzenreiter Frankreich und Tabellenzweiter Island realistische Chancen. Die Bleues haben mit 18 Punkten aus 6 Spielen und einem Torverhältnis von 33:0 eine blütenreine Weste. Der Vorsprung der Französinnen beträgt drei Punkte, das Heimspiel gegen Island endete 2:0. Die Entscheidung über den Gruppensieg wird wohl erst am 21. August fallen, wenn Frankreich nach Island reisen wird. Zuvor stehen für Island die Heimspiele gegen Nordirland (Samstag, 19.6.) und Kroatien (Dienstag, 22.6.) auf dem Programm, wo sechs Punkte Pflicht sind. Frankreich empfängt zunächst Kroatien (Sonntag, 20.6.) und reist dann nach Estland (Mittwoch, 23.6.).

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Vorteil Norwegen
Norwegen, das noch nie in der WM-Qualifikation scheiterte, liegt in Gruppe 2 zwar einen Punkt hinter Spitzenreiter Niederlande, hat allerdings noch zwei Spiele in der Hinterhand und somit alle Trümpfe in der Hand. Am Samstag treffen die beiden Top-Teams in Zwolle im direkten Duell aufeinander und nur ein niederländischer Sieg kann die Norwegerinnen noch stoppen. Die Niederländerinnen  zeigten sich unter Interimstrainer Ed Engelkes zuletzt beim 4:1-Sieg gegen Belgien gut in Schuss. Norwegen mit Leni Larsen Kaurin vom VfL Wolfsburg könnte seinerseits mit einem Sieg bereits vier Tage später im Heimspiel gegen Weißrussland die Play-off-Teilnahme perfekt machen.

Duell Dänemark – Schottland
In der Gruppe 3 läuft alles auf ein Duell zwischen Dänemark und Schottland hinaus. Die Skandinavierinnen sind noch ungeschlagen und haben einen Punkt Vorsprung, Schottland allerdings ein Spiel weniger ausgetragen. Dänemark empfängt am Samstag Griechenland, während Schottland nach Bulgarien reist. Am Donnerstag, 24. Juni, empfangen die Schottinnen in Kilmarnock Dänemark dann zum ersten direkten Duell. Eine Entscheidung dürfte in dieser Gruppe aber erst im zweiten direkten Vergleich beider Teams am 25. August fallen.

Herzschlagfinale in Gruppe 4
Spannend geht es in Gruppe 4 zu, wo noch vier Mannschaften von einer Play-off-Teilnahme träumen können. Mit vier Siegen aus fünf Spielen hält überraschend Polen die Tabellenspitze, doch nur ein Punkt dahinter liegt Ungarn in Lauerstellung. EM-Teilnehmer Ukraine hat zwar fünf Punkte Rückstand auf die Spitze, aber zwei Spiele weniger bestritten. Und auch Rumänien darf sich mit ebenfalls sieben Punkten auf der Habenseite noch Außenseiterchancen ausrechnen. Polen bestreitet Samstag und Donnerstag Heimspiele gegen Ungarn und Schlusslicht Bosnien-Herzegowina, die Ukraine reist am Mittwoch nach Rumänien, wo ein Sieg Pflicht ist. Erst das Spiel zwischen der Ukraine und Polen am 25. August dürfte für eine endgültige Entscheidung in der Gruppe sorgen.

Spanien heiß auf England
England oder Spanien? Auf diese Frage lässt sich die Ausgangslage in Gruppe 5 zuspitzen. England hat bisher alle fünf Qualifikationsspiele gewonnen, Spanien liegt aufgrund der knappen 0:1-Niederlage im direkten Duell Anfang April auf Platz zwei. Am Samstag, 19. Juni, dürfte in Aranda de Duero bereits die Entscheidung in der Gruppe fallen, wenn die Spanierinnen den EM-Finalisten zum Rückspiel empfangen. England kann mit einem Sieg die Play-off-Teilnahme perfekt machen, gewinnt Spanien mit zwei Toren Unterschied, können die Südeuropäerinnen mit einem Sieg gegen Malta am Donnerstag ihrerseits den Play-off-Startplatz sichern.

Schweiz will es noch mal spannend machen
Auch in der Gruppe 6 werden bereits am Samstag die Weichen gestellt, wenn Russland in Krasnoarmeysk die Schweiz empfängt. Gewinnen die Russinnen kann mi t einem weiteren Sieg an selber Stelle gegen Israel fünf Tage später die Teilnahme am Play-off in trockene Tücher gebracht werden. Die Schweiz könnte mit einem Sieg in Russland mit zwei Toren Unterschied noch einmal Spannung in die Gruppe bringen, doch die Generalprobe misslang kürzlich bei der 0:1-Niederlage gegen Schottland.

Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Italien und Finnland
Italien und Finnland haben in Gruppe 7 bis auf das direkte Duell, das im italienischen Ascoli 1:1 endete, alle Spiele gewonnen. Man braucht also kein Prophet zu sein, um vorherzusagen, dass das Rückspiel Finnland gegen Italien am kommenden Mittwoch in Vantaa über den Play-off-Startplatz entscheiden wird, vorausgesetzt beide Teams gewinnen vier Tage zuvor ihre Heimspiele gegen Portugal und Slowenien. Wer gewinnt, zieht in die Play-offs ein, ein Unentschieden höher als 1:1 würde den Italienerinnen reichen, ein 0:0 lässt Finnland als Sieger aus dem Duell hervorgehen. Schiedsrichterin der Partie ist Bibiana Steinhaus.

Schweden dominiert
In Gruppe 8 kann Schweden, das bisher alle vier Qualifikationsspiele gewann, mit einem Sieg gegen die Tschechische Republik am Samstag in Göteborg den Weg zum Play-off-Startplatz ebnen, denn dann würde an gleicher Stelle vier Tage später bereits ein Remis gegen Aserbeidschan reichen. Die Tschechinnen brauchen ihrerseits unbedingt einen Sieg, wollen sie noch einmal in das Geschehen eingreifen, denn als Tabellenzweiter fing man sich bereits Niederlagen in Wales und gegen Belgien ein.

Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

11 Kommentare »

  • sisyphos sagt:

    „ein Unentschieden höher als 1:1 würde den Italienerinnen reichen, ein 0:0 lässt Finnland als Sieger aus dem Duell hervorgehen“

    Ok – und was geschieht bei einem 1:1?

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  • Markus Juchem sagt:

    Sollten zwei Teams bei Punktgleichheit auch im direkten Duell punkt- und torgleich sein, würde als nächstes Kriterium das Torverhältnis aus allen Partien herangezogen werden. Da hätte momentan Italien die Nase relativ klar vorn.

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  • Jarmusch sagt:

    Die Schweiz führt in Russland 1:0!
    Tor durch Selina Kuster (18.)

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  • Jarmusch sagt:

    Allerdings musste Ramona Bachmann nach einem gegnerischen Foul, eine Minute vor dem Tor, verletzt ausgewechselt werden.

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  • Jarmusch sagt:

    Ist schon korrigiert worden auf uefa.com. Es ist wohl nicht Bachmann, sondern Daniela Schwarz wurde ausgewechselt.

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  • sisyphos sagt:

    Jarmusch, es wurde von der UEFA korrigiert. Net Bachmann, sondern Schwarz wurde ausgewechselt. Was es net besser macht…

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  • Ralf sagt:

    RUS 0:3 SUI

    🙂

    „Shaka, shaka“

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  • Jarmusch sagt:

    Donnerwetter, 3:0, wer hätte das gedacht!
    Noch 2 Tore von Bachmann in der Schlussphase.

    Glückwunsch Schweiz!
    Vielleicht klappt’s ja doch noch mit der WM 2011.

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  • Jarmusch sagt:

    Zählt eigentlich in der Endabrechnung bei Punktgleichheit der direkte Vergleich? – Da wären die Schweizerinnen ja jetzt gegenüber Russland im Vorteil.

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  • Markus Juchem sagt:

    Ja, der direkte Vergleich zählt bei Punktgleichheit als erstes.

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  • expert1 sagt:

    Abschreiben kann jeder. Wenn man was ins netz stellt sollte man es auch prüfen. abschreiben hat man schon in der schule erfahren, kann auch in die HOSE gehen……………..

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