Fitness: Fußball effektiver als Laufen

Von am 29. Mai 2010 – 12.01 Uhr 1 Kommentar

Viele Ärzte raten ihren Patienten zu mehr Sport. Oft wird dann an dieser Stelle Joggen als Ideallösung genannt. Glaubt man jedoch einer dänischen Studie, dann dürften die meisten Mediziner ihre Meinung ändern: Fußball ist demnach in vielerlei Hinsicht besser als Laufen.

na_alleswas_dunkel_200x62Was für eine Nachricht im WM-Jahr: Fußballspielen ist allem Anschein nach für die Fitness, den Stressabbau und das Wohlbefinden die beste Sportart. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Universität Kopenhagen, die im Fachmagazin „Scandinavian Journal of Medicine and Science in Sports” veröffentlicht wurde.

Studie: Fußball schlägt Jogging in fast allen Belangen
Insgesamt 50 Wissenschaftler aus 7 Nationen waren an der auf 3 Jahre angelegten Studie beteiligt. An der Untersuchung nahmen insgesamt 100 untrainierte Männer und Frauen teil, von denen 33 über einen Zeitraum von drei Jahren zwei bis drei Mal pro Woche Fußball spielten; 33 Probanden joggten zwei bis drei Mal pro Woche, die restlichen 34 Personen bildeten die Kontrollgruppe und behielten ihren bisherigen Lebensstil bei.

Anzeige

Nach Ablauf der drei Jahre wurde abgerechnet, und die Ergebnisse wurden zueinander in Beziehung gesetzt. Bei der Auswertung erzielte die Fußballgruppe in den Bereichen Haltung, Balance, Wendigkeit, Stärke und Kraft die besten Werte – das war möglicherweise zu erwarten gewesen, doch die Studie zeigte auch, dass die Fußballer über die besten Ausdauerwerte verfügten.

Ausdauer bei den Fußballern besser als bei den Joggern
Anstatt sich die Ausdauer durch gleichmäßige Läufe zu holen, wie es die Jogger getan hatten, verbesserten die Fußballer ihre Form spielerisch. Die beim Fußball üblichen Tempowechsel, die im Grunde nicht anders wirken als ein Intervalltraining, haben die Mitglieder dieser Gruppe fit gemacht. Zwar ist eine gute Grundlage die Voraussetzung für eine gute Ausdauer, doch diese einmal vorausgesetzt, bewirken Tempointervalle eine schnellere Verbesserung der Form.

Fußball macht fit

Studie: Fußball besser als Laufen ©istockphoto.com/apomares


Weitere Effekte: Fußball vertreibt Sorgen und stärkt das Gemeinschaftsgefühl

Laufen steht eigentlich in dem Ruf, dass man hierbei seine Sorgen einmal vergessen und wunderbar abschalten kann. Das würde auch niemand bestreiten und wurde bereits durch einige Untersuchungen belegt. Doch wie die Studie ebenfalls hervorgebracht hat, soll dieser Effekt beim Fußballspielen noch einmal deutlich größer sein. Demnach sorgt das Gemeinschaftsgefühl beim Fußball allem Anschein nach dafür, dass vor allem Männer besser abschalten können.

Erstaunlich ist zudem, dass die Fußballgruppe nach dem Ablauf der Studie zu großen Teilen im wahrsten Sinne des Wortes am Ball geblieben ist, während die meisten Mitglieder der Laufgruppe ihre Schuhe schnell wieder an den Nagel hängten. Allerdings sollte man natürlich das deutlich erhöhte Verletzungsrisiko beim Fußball nicht verschweigen, weswegen dieser Sport nicht für jeden uneingeschränkt zu empfehlen ist.

Schlagwörter:

Hier geht’s zum Originalartikel auf netzathleten.de

Tags:

1 Kommentar »

  • Camel sagt:

    Guten Tag,

    die Frage die sich doch stellt ist die, unter welchen Bedigungen das ganze durchgeführt wurde, weil man es ja hier mit 2 unterschiedlichen Belastungsarten zu tun hat. Das eine spezifische Vorbereitung gewinnbringend ist, dass ist ja Allgemeingut, weshalb man wohl davon ausgehen muss, dass hier eine Orientierung zugunsten des Fußballs vorlag. Als Leser kann man dieses nicht nachvollzeihen – ansonsten stellt, wenn man der Studie glauben schenkt – sie einen Widerspruch zur derzeitigen Fachlitaratur da.

    Demnach darf wohl an der allumfassenden Richtigkeit der Studie gezweifelt werden und als Leser hat man natürlich nicht die Möglichkeit dieses nachzuvollziehen. Der Artikel ist demnach etwas … unschön.

    Allein das die Zielsetzung nicht dargelegt wird, ist schon unschön. Worum geht es ? Gesund bleiben ? sportliche Ziele erreichen ?

    Das Fußball aufgrund der unebenen Rasenfläche prinzipiell nicht Bänder – und Gelenkschonend ist und die Laufbelastung allgemein eher suboptimal ist, dass hätte erwähnt werden müssen, wenn es darum gehen würde, dass einfach ein gesundes Wohlseinsgefühl enstehen soll. Nur eines von vielen Beispielen, wo der Leser im unklaren gelassen wird.

    mfg

    Camel

    (0)