Coole 17-Jährige stiehlt allen die Schau
Erst vor einigen Wochen hielt Potsdams Torhüterin Anna Felicitas Sarholz drei Elfmeter im Champions-League-Halbfinale gegen Duisburg, nun avancierte die coole 17-Jährige im Finale erneut zur Matchwinnerin. In scheinbar aussichtsloser Lage hielt sie zwei entscheidende Elfmeter, dann verwandelte sie auch noch selbst.
Genauso abgebrüht und souverän wie sie die 120 Minuten mit anschließendem Elfmeterschießen meisterte, bewältigte Sarholz anschließend barfuß und bereits in Champagnerduft eingehüllt den Parcours durch die Schar der wartenden Medienvertreter. „Es war wieder eine geniale Leistung von uns allen“, stellte sie die Teamleistung über ihren individuellen Anteil. Nach den Fehlschüssen von Kapitänin Jennifer Zietz und Anja Mittag schienen alle Champions-League-Träume der Potsdamerinnen bereits geplatzt, doch die am Spielfeldrand bereits jubelnden Französinnen hatten die Rechnung ohne „Felix“ gemacht.
Nie den Glauben verloren
„Auch in diesem Moment habe ich noch fest an uns geglaubt. Bei den ersten Schützinnen habe ich mich teilweise ein bisschen zu früh bewegt, das habe ich später besser gemacht.“ Erst hielt sie die Schüsse von Amandine Henry und Isabell Herlovsen, dann trat sie, wie zuvor bereits im vergangenen Jahr im Finale der B-Juniorinnen gegen Duisburg, selbst vom Punkt an und verwertete genauso sicher, wie sie zuvor die Bälle pariert hatte. „Ich wollte schon den Elfmeter vor Lira schießen, weil ich mir nicht sicher war, ob sie trifft. Aber alle haben mich ignoriert, dann hat Isi gesagt, ich soll antreten.“ Und auch Trainer Bernd Schröder hatte vom Spielfeldrand per Handzeichen grünes Licht gegeben.
Schritt für Schritt Richtung A-Nationalmannschaft
Dass sie sich mit einer erneut starken Leistung ins Rampenlicht der internationalen Öffentlichkeit gespielt und dem immensen Erwartungsdruck in einer so wichtigen Partie standgehalten hat, dürfte auch Bundestrainerin Silvia Neid im fernen Cleveland nicht entgangen sein. „Über die Nationalmannschaft denke ich erst nach, wenn ich eine Einladung bekomme. Ich habe noch mein ganzes Leben vor mir“, lässt Sarholz vernünftige und reife Sätze fallen, die man nicht unbedingt aus dem Mund eines Teenagers erwarten würde.
Mittag: “Das ist Wahnsinn”
Die Teamkolleginnen sind von ihrer Leistung jedoch bereits jetzt angetan. „Sie ist eine gute, junge Torhüterin, die sich sehr entwickelt hat. Sie hat ihren Teil beigetragen, dass wir hier gewonnen haben. Sie hat mir ihrer Gestik auch die Schützinnen provoziert, das hat uns weitergeholfen”, erklärt Fatmire Bajramaj. Und auch Mittag meint: „Respekt für diese Leistung, das ist Wahnsinn. Sie muss jetzt nach vorne schauen, aber man muss den Ball auch ein bisschen flach halten, sie hat Zeit und keinen Stress.“ DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger lobte: „Das war einmalig, wie sie sich konzentriert hat. Aber zum Fußball gehört es eben auch dazu, sich nie aufzugeben.“
Wenig Zeit zum Feiern
Viel Zeit den Triumph zu genießen, blieb Sarholz aber nicht. Denn nach einer ausgelassenen Feier im Restaurant Halifax in Alcorcón ging es bereits um sechs Uhr morgens zum Flughafen. Via Frankfurt fliegt sie noch heute weiter nach Skopje, wo sie ab Montag mit der U19-Nationalmannschaft um den EM-Titel kämpfen wird. Erster Gegner ist dann Italien.







Felix,Felix…
Du verdammter Elfer-Killer.
“Auf der Flucht erschossen!”, ich lach mich tot!
Schrödi hat die Möglichkeit einer neuen “Baustelle” bereits erkannt und individuelle Einflußnahme auch angekündigt, aber mal abwarten, ob er tatsächlich eingreifen muß.
Bouhaddi u. Sarholz waren absolut gleich stark!
Eine war bloß die glücklichere; weil eine Schützin verschoss.
Woran ich mich bei Frankreichs 11m-Schießen erinnere:
1x gewonnen:
Herren
1986 WM VF
6x verloren:
Herren
198? UEFA Pokalsieger-Cup HF
1982 WM HF
1996 EM HF
2006 WM F
Damen
2009 EM VF
2010 CL-F
D.h., eine ganze Reihe frz. Spielerinnen verlor binnen 8 Monaten zwei bedeutende 11m-Schießen!
Bouhaddi hat mich auch sehr überrascht, hatte sie bei der EM vor allem im Spiel gegen Deutschland große Probleme beim Herauslaufen und auch sonst wirkte sie unsicher, am Donnerstag war jeder hohe Flankenball aber sichere Beute und auch sonst hat sie ihre Mannschaft einige Male vor einem Rückstand bewahrt.
> Eine war bloß die glücklichere; weil eine Schützin verschoss.
Daher auch FELIX, was ja soviel wie “der/die Glückliche” heißt!
Die U19 EM hat sie leider abgesagt anscheinend doch ein bisschen zu viel geworden für sie ,trotzdem schade
eisbär schrieb: ‘Bouhaddi hat mich auch sehr überrascht, hatte sie bei der EM vor allem im Spiel gegen Deutschland große Probleme beim Herauslaufen und auch sonst wirkte sie unsicher,…’
Ich fand Bouhaddi bereits bei der EM 2009 teilweise überragend. Klar, gegen Deutschland beim 1:5 gab’s wenig positive Kritik.
Aber eigentlich steht sie seit den U-Mannschaften schon länger im Fokus. Bei der U19-EM 2003 wurde sie sogar zur besten Spielerin des Turniers gewählt. Zum bisher einzigen Mal wurde dabei einer Torhüterin diese Ehre zuteil.
@ Jarmusch
Vor der EM habe ich auch schon viel positives von Bouhaddi gehört und deswegen war ich von ihrem Auftritt während der EM auch enttäuscht und nach der EM hat sie sich ja schwer verletzt und ist erst seit diesem Jahr wieder im Tor von Lyon. Insgesamt ist es erfreulich, dass es in letzter Zeit so viele gute Torwartleistungen gibt.
[...] Für den 1. FFC Turbine Potsdam enpuppte sich der Mai als echter Wonnemonat. Am Anfang des Monats feierte das Team den zweiten deutschen Meistertitel in Folge, knapp drei Wochen später sicherten sich die Potsdamerinnen im Finale gegen Olympique Lyonnais in Getafe den Titel der erstmals ausgetragenen Champions League. Zur Matchwinnerin im dramatischen Elfmeterschießen avancierte Torhüterin Anna-Felicitas Sarholz. [...]