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Sissy Raith wird Trainerin in Aserbeidschan

Von am 30. April 2010 – 12.24 Uhr 10 Kommentare

Bayern Münchens  frühere Trainerin Sissy Raith stellt sich ab dem 1. Mai 2010 einer spannenden neuen Herausforderung. Die 58-fache Nationalspielerin und zweifache Europameisterin wird zukünftig die Frauenfußball-Nationalmannschaften Aserbeidschans betreuen.

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Die 49-Jährige wird in einem ersten Schritt die U15- und U17-Nationalmannschaft des Landes übernehmen, nach der WM-Qualifikation dann zusätzlich die  A-Nationalmannschaft betreuen. Bis 2012 soll Raith vor allem die Strukturen verbessern und den Frauenfußball im Land auf ein neues Niveau hieven, wenn Aserbeidschan Gastgeber der U17-Frauenfußball-Weltmeisterschaft sein wird.

Strukturen verbessern
„Ja, das stimmt“, bestätigte Raith am Freitag kurz vor ihrem Abflug nach Baku auf Anfrage von Womensoccer ihr neues Engagement. „Ich freue mich auf die neue Herausforderung. Wir wollen uns bei der WM 2012 so teuer wie möglich verkaufen und die Vorrunde überstehen. Aber Top-Priorität ist es, die Strukturen im Frauenfußball zu verbessern“, so Raith. Denn bisher gibt es in Aserbeidschan weder Mannschaften noch einen geregelten Spielbetrieb. Den Kontakt zum Fußballverband Aserbeidschans (AFFA) stellte Männer-Nationaltrainer Berti Vogts her.

Auf einer Wellenlänge
„Es gab im März eine erste Anfrage über Markus Weidner vom DFB, daraus ist dann schnell ein ernstzunehmendes Angebot geworden. AFFA-Präsident Elkhan Mammadov und sein Assistent waren in München, wir sind uns schnell einig geworden, die Chemie hat von Beginn an gestimmt.“ Bei einer fünftägigen Reise nach Baku konnte Raith letzte Zweifel beseitigen.

Mit Herzblut bei der Sache
„Ich habe viele positive Eindrücke gewonnen, ein Training der A-Nationalmannschaft besucht und mir das Leben dort angeschaut.“ Beim Besuch einer Schule ließ sie sich von der Begeisterungsfähigkeit der 60 bis 80 Mädchen im Fußball-Unterricht anstecken. „Vom Spielvermögen her ist das sicherlich nicht mit Deutschland zu vergleichen, aber sie sind mit Herzblut bei der Sache, da habe ich sofort Lust bekommen, mitzuhelfen.“

Moderne Infrastruktur
Neben der Leidenschaft der Mädchen haben Raith vor allem die Rahmenbedingungen und die Infrastruktur überzeugt. „Hinter dem Verbandsgebäude gibt es eine hoch moderne Fußball-Akademie mit Fußballplatz, Seminarräumen, Kantine, Kraftraum, Schwimmbad, Sauna und Übernachtungsmöglichkeiten.“ Und auch bei einem Besuch des Olympia-Stützpunktes konnte sich Raith davon überzeugen, dass man im Land bestens dafür gerüstet zu sein scheint, die Vision voranzutreiben.

Unterstützung von allen Seiten
„Ich bin überzeugt, dass ich eine gute Entscheidung getroffen habe. Der Verband hat realistische Vorstellungen.“ Zudem haben Vogts und weitere in Aserbeidschan tätige deutsche Trainer bereits fest ihre Unterstützung zugesagt. „Ich habe ein ganz gutes Gefühl. Ich werde viele neue Eindrücke gewinnen und manche Dinge in Zukunft vielleicht auch etwas lockerer sehen, das ist sicherlich nicht verkehrt“, so Raith augenzwinkernd.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

10 Kommentare »

  • laasee sagt:

    That is a very positive story and good news.

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  • Detlef sagt:

    Auch auf die Gefahr hin, hier als „egoistisch“ zu gelten, hatte ich doch sehr gehofft, dass Sissy Raith dem FF-Nachwuchs in Bayern erhalten bleiben würde!!!

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  • blabla sagt:

    @detlef was heißt erhalten bleiben?? die hat dort nie angefangen

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Die Qualität deutscher Trainer hat sich also im Fußballverband Aserbaidschans rumgesprochen! 😉

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  • Detlef sagt:

    @blabla,
    meines Wissens nach, sollte sie doch inm bayerischen Landesverband für die Nachwuchsförderung arbeiten!!!

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  • labrys sagt:

    Ich finds schade, das sie Bayern/Deutschland verlässt. In punkto Jugendarbeit hat sie ein Gespühr für das richtige. Durch sie hat der FCB einige sehr gute Spielerinnen erhalten (was auf Sissy Raith zurückzuführen ist).

    Ich wünsch ihr viel Erfolg in Aserbeidschan und das sie eine gute Basis schaffen kann 😉

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  • laasee sagt:

    Azerbaijan want her more than Bayern does! That is the reality!

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  • blabla sagt:

    @detlef
    nee sie hat schon vor ihrem ersten arbeitstag nen rückzieher gemacht sie hat dort nie gearbeitet

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  • Markus Juchem sagt:

    @blabla: Das stimmt so nicht, Raith hat ein paar Monate beim BFV gearbeitet.

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  • blabla sagt:

    @markus juchem wirklich? was ich mitbekommen habe hat sie gleich am ersten tag einen rückzieher gemacht sie hat sich zwar einige zeit auf ihr amt vorbereitet als sie aber dann offiziel anfangen sollte hat sie abgesagt sie hat also genau genommen nie jugendarbeit beim bfv betrieben

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2 Pingbacks »

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  • Pelé Sports Blog » Pelé Sports @ KA Cup 2011 – 1. Station des Frauenfußball-Wochenendes sagt:

    […] gegeneinander an: Die Nationalmannschaft von Aserbaidschan (mit Frauenfußball-Ikone Sissy Raith als Trainerin), der FFC St. Gallen und der FC Zürich Frauen aus der Schweiz, der USC Landhaus aus […]