Herford schafft den Wiederaufstieg

Von am 14. April 2010 – 21.18 Uhr

Der Herforder SV hat den direkten Wiederaufstieg in die Erste Frauenfußball-Bundesliga geschafft. Die Ostwestfälinnen besiegten den Magdeburger FFC mit 6:0 und sind dadurch bereits fünf Spiele vor Saisonende nicht mehr einzuholen.

47 Punkte aus 17 Spielen – keine andere Mannschaft gewann seit der Einführung der Zweiten Bundesliga mehr Punkte als die Herforderinnen. Mit 54 Toren sind sie in der Effizienz nur minimal hinter der Zweitvertretung des 1. FFC Turbine Potsdam. Die Brandenburgerinnen sind die einzigen, die den HSV noch von der Spitze der Tabelle verdrängen könnten – die Mannschaft von Trainer Thomas Kandler ist jedoch nicht aufstiegsberechtigt.

Saisonrekord im Jahn-Stadion
Schon vor der Partie gegen Magdeburg war klar, dass Herford den Aufstieg mit einem Sieg perfekt machen könnte – egal, wie der letzte verbliebene Konkurrent, der 1. FC Lok Leipzig, spielen würde. So fanden gleich 741 Zuschauer den Weg ins Jahn-Stadion – so viele, wie noch nie in dieser Saison. Selbst das Lokalderby gegen Gütersloh reizte nur 647 Menschen.

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Gegen den Aufsteiger aus Magdeburg gelangen den Herforderinnen gleich ein halbes Dutzend Tore – ein lupenreiner Hattrick gelang „Torfabrik“ Marie Pollmann, die weiteren Treffer erzielten Jennifer Ninaus (2) und Anna Laue. Fünfzig der 54 Herforder Saisontore gehen auf das Konto des Trios. Dass ihre Mannschaft zu abhängig von den treffsicheren Offensivspielerinnen ist, gab auch Trainerin Tanja Schulte kürzlich zu bedenken.

Schweres Erstligajahr steht bevor
Doch Herfords Probleme sind größer. In der Zweiten Bundesliga ist Herford die Ausnahmemannschaft, was jedoch auch weitgehend auf das allgemeine Liganiveau zurückzuführen ist. Selbst schwache Spiele gewann der HSV, da die meisten Teams den Ostwestfälinnen nichts entgegenzusetzen hatten. „Enttäuscht“ von der Liga zeigte sich Tanja Schulte zum Jahresende im Womensoccer-Interview und schätzte die eigene Leistung in Bezug auf die erste Liga realistisch ein: „Wir müssen anderthalb Ligen aufsteigen.“

Der Kader in Herford ist klein, blieb in dieser Saison jedoch weitgehend vom Verletzungspech verschont. Noch zu gut sind allerdings die Erinnerungen an das vergangene Jahr in der ersten Liga, in dem die Mannschaft eine langwierige Verletzung nach der anderen zu verkraften hatte. Beim HSV wird sich nicht nur die Qualität des Kaders verbessern müssen sondern auch die Breite, um in so einer knapp bemessenen Saison, wie 2010/2011, im Oberhaus mithalten zu können.

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