Frankfurt lässt nicht locker – Kulig stoppt Wolfsburger Miniserie

Von am 12. April 2010 – 9.02 Uhr 4 Kommentare

Bereits am vergangenen Mittwoch landeten in der Frauenfußball-Bundesliga die beiden Champions-League-Halbfinalisten FCR 2001 Duisburg (3:1 in Bad Neuenahr) und 1. FFC Turbine Potsdam (7:0 gegen Jena) standesgemäße Siege, am Sonntag wurde der 18. Spieltag mit vier Partien komplettiert. Während der FC Bayern München und der VfL Wolfsburg nicht über Remis hinauskamen, wahrte der 1. FFC Frankfurt mit einem Sieg seine Chance auf die Teilnahme am internationalen Geschäft.

Die Frankfurterinnen hatten nur wenig Mühe, mit Dzsenifer Marozsan auf der Sechserposition und Birgit Prinz im Sturm die SG Essen-Schönebeck mit 4:0 (2:0) in die Schranken zu verweisen. Sara Thunebro (23.), Sandra Smisek (45.), Conny Pohlers (47.) und Kerstin Garefrekes (57.) erzielten die Treffer, so dass in Frankfurt das Thema Champions League für die kommende Saison noch lange nicht zu den Akten gelegt ist. Frankfurts Trainer Sven Kahlert meinte: „Ein Kompliment an die Mannschaft. Weil sie heute versucht hat, 90 Minuten lang Druck auszuüben und mit präzisen Bällen in die Spitze ständig für Gefahr sorgte.“ Gäste-Trainer Ralf Agolli meinte ernüchtert: „In der ersten Halbzeit haben wir noch taktisch gut gespielt, sehr diszipliniert. Doch im Endeffekt konnten wir froh sein, dass es trotz des guten kämpferischen Einsatzes nicht noch schlimmer kam.“

Wolfsburg verschenkt Zwei-Tore-Führung
Der VfL Wolfsburg kam im Heimspiel gegen den Hamburger SV trotz einer 3:1-Führung am Ende nicht über ein 3:3 (0:1) hinaus. Kim Kulig hatte die Hanseatinnen per Foulelfmeter nach Foul von Navina Omilade an HSV-Stürmerin Ana-Maria Crnogorcevic früh in Führung gebracht (5.), doch nach der Pause schienen die Treffer von Rebecca Smith (49.), Zsanett Jakabfi (51.) und Melissa Wiik (57.) die Partie binnen weniger Minuten gedreht zu haben. Der verletzungsbedingte Wechsel von Eve Chandraratne (Innenbanddehnung im Knie) gegen Stephanie Ende nahm der Wolfsburger Defensive die Stabilität. Aferdita Kameraj (68.) nach Patzer von Torhüterin Alisa Vetterlein, die einen Freistoß abprallen ließ, und erneut Kulig (82.) bescherten dem HSV doch noch einen überraschenden Punktgewinn. „Der Wechsel war der Schlüssel für die gefühlte Niederlage“, ärgerte sich Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann über zwei verschenkte Punkte. „Ich muss der Mannschaft ein Kompliment machen, wie sie gegen einen starken Gegner wieder ins Spiel zurückgefunden hat. Dieser eine Punkt wird uns weiter Auftrieb geben“, freute sich HSV-Trainer Achim Feifel.

Anzeige

Dzsenifer Marozsán und Emily Jane Zurrer

Dzsenifer Marozsán im Duell mit Emily Jane Zurrer ©Nora Kruse/FF-Archiv

Freiburg weiter auf dem Vormarsch
Der SC Freiburg darf weiterhin vom Klassenerhalt träumen. Im Duell gegen den Tabellenletzten kamen die Freiburgerinnen zu einem glücklichen, aber verdienten 2:0 (0:0)-Sieg gegen Tennis Borussia Berlin. Allerdings bedurfte es eines Eigentors von Franziska Liepack, um zu Beginn der zweiten Halbzeit in Führung zu gehen (47.), in der Schlussminute sorgte Verena Faißt nach Vorarbeit von Martina Moser für die Entscheidung (90.). Die Freiburgerinnen waren zwar von Beginn an die überlegene Mannschaft, konnten daraus aber kein Kapital schlagen. In der zweiten Halbzeit geriet die Führung in Gefahr, doch die Freiburger Abwehr hielt stand. „Normalerweise müssten wir mit dieser Vielzahl an Torchancen das Spiel schon in der ersten Hälfte entschieden haben“, so Freiburgs Trainer Edgar Becker. TeBe-Trainer Thomas Grunenberg meinte: „Ich bin wahnsinnig enttäuscht, weil meine Mannschaft zu keiner Zeit das gezeigt hat, wozu sie eigentlich in der Lage ist. In der ersten Hälfte war das für mich fast Arbeitsverweigerung, dort haben wir das Spiel verloren.“

Bayern enttäuscht
Vizemeister FC Bayern München kam beim 1. FFC Saarbrücken nicht über ein enttäuschendes 0:0 hinaus. „Das war zu wenig für unsere Ansprüche“, brachte es Trainer Günther Wörle auf den Punkt. „Zwar stand bei uns erneut hinten die Null, wie in drei von sechs Rückrundenspielen. Doch eigentlich wollten wir hier gewinnen. Daher haben wir heute unser Ziel verfehlt“, so der enttäuschte Wörle. Bereits am Mittwoch bietet sich im Nachholspiel bei Meister 1. FFC Turbine Potsdam die Gelegenheit, die Sache besser machen.

Tabelle der 1. Frauenfußball-Bundesliga

Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

4 Kommentare »

  • expert1 sagt:

    essens trainer agolli spricht in der öffentlichkeit etwa 80% negativ über seine mannschaft, wie soll die mannschaft noch an sich glauben.die frage ist ob nach 9 jahren essen nach jemand in essen an in glaubt . die FANS und das Managment sind schon in die überlegungsfase,die Spielerinnen die in den DFB Teams tätigen, suchen schon nach einen NEUE TRAINERIN ausschau. Herr agoli sollte nachdenken im interesse des Verein, und abwägen, ob es noch sinnvoll ist im interesse, des vereins…………….das gleiche gilt auch für FREIBURG………………………………………

    (0)
  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    @expert1
    Ich weiß, wo auch noch 80% negativ sind; Dein in aller Öffentlichkeit Geschriebenes ist von Fehlern übersät!
    Damit verliert Deine Kritik durchaus an Substanz.
    Zusätzlich scheint diese sehr übertrieben formuliert zu sein, denn das Ganze sieht mir nach einer Strichliste aus, die Du gar nicht führen kannst.
    Also etwas mehr Mühe geben! 😉

    (0)
  • uwe sagt:

    Herr Agolli hat seine Mannschaft nach der 0:4 Niederlage gegen Frankfurt gelobt.
    Leider scheinen einige zu vergessen, das der Trainer und die Mannschaft seit Beginn der Saison mit enormen Verletzungspech gestraft sind.
    Ein Verein wie Essen kann dies nicht kompensieren.

    (0)
  • expert1 sagt:

    UWE und SCH-Futbolista ja ja gelobt wie gelobt nach dem spiel. Im ffc jornal lese ich etwas anderes in seinen vorwort. Immer von verletzten zu sprechen das reicht mir . die trainer vom FCB der trainer wegmann und jetzt kahlert, der vortrainer in freiburg usw. alle reden nur von verletzunssorgen schon die ganze saison. sollte man nicht mal überdenken vielleicht wird falsch trainiert zu hohe belastung, gib der spielerinn mal eine erholunspause, auch falsche ernährung führt zu verletzungen. alte DDR sportarztbücher sollte man mal durchlesen, dann würde man weiterkommen. Ein altes sprüchwort ist „kehre vor der anderen tür. (oder es ist doch anders. Liebe meinungsbilder jeder mensch hat seine guten und schlechten seiten. keine urteile, sonderen miteinander danke danke weiter so………….

    (0)