DFB-Pokal: Duisburg im Finale gegen Jena

Von am 3. April 2010 – 15.21 Uhr 21 Kommentare

Der FCR 2001 Duisburg hat als erstes Team das DFB-Pokal-Finale erreicht. Durch den knappen, aber verdienten Erfolg beendete das Team von Trainerin Martina Voss-Tecklenburg die Siegesserie des 1. FFC Turbine Potsdam und steht somit im Finale am 15. Mai in Köln, wo es nun gegen den FF USV Jena geht.

Nationalspielerin Linda Bresonik erzielte in der 62. Minute beim 1:0 (0:0)-Sieg mit einem Schuss aus 20 Metern den Treffer des Tages einer über weite Strecken ausgeglichene Partie, in der die Duisburgerinnen aber die aktivere Mannschaft waren und die größeren Torchancen hatten.

Verdienter Sieg
Voss-Tecklenburg freute sich: „Das waren 90 Minuten Spannung pur, wir haben verdient gewonnen. Potsdam war nur bei Standards gefährlich. Toll, dass wir beim ersten Finale in Köln dabei sein werden.“ Bereits nach fünf Minuten hätte der UEFA-Pokal-Sieger in Führung gehen können, doch Inka Grings traf mit einem Distanzschuss nur den Pfosten, fünf Minuten später hielt die erneut im Tor stehende Anna Felicitas Sarholz einen Grings-Kopfball. Die beste Turbine-Chance vergab Anja Mittag nach einer guten halben Stunde, als Duisburgs Keeperin Ursula Holl rechtzeitig nach unten tauchte und den Drehschuss entschärfen konnte (32.).

Anzeige

Bajramaj-Einsatz erst in Halbzeit zwei
Ansonsten neutralisierten sich beide Teams weitestgehend, die Einwechslung von Fatmire Bajramaj, die wegen einer im Training erlittenen Knieverletzung nicht von Beginn an spielte, brachte keine wesentliche Belebung des Turbine-Spiels. Und auch nach dem Rückstand fehlte bei Turbine das letzte Aufbäumen, enttäuschend, dass sich das Team bis zum Spielende nicht eine echte Torchance erspielte.

Ängstliche Potsdamerinnen
Turbine-Trainer Bernd Schröder erklärte: „Wir haben zu ängstlich gespielt und es zum ersten Mal seit langem nicht fertiggebracht, ein Tor zu schießen. Heute haben wir nicht gezeigt, was wir können, Duisburg hat verdient gewonnen, beim Gegentreffer haben wir im Mittelfeld geschlafen. Wir müssen jetzt nach vorne schauen.“

Tor reingemogelt
Torschützin Bresonik freute sich: „Ich bin überglücklich. Es war ein kampfbetontes Spiel, in dem beide Seiten keine Fehler machen wollten. Das Tor habe ich ein bisschen gegen die Laufrichtung der Torhüterin reingemogelt. Für uns war das heute das wichtigste Spiel der Saison.“

Zu viele Fehler
Und auch die frühere Duisburgerin Bajramaj räumte ein, dass der Sieg der Duisburgerinnen verdient war. „Wir haben die Tore nicht gemacht und zu viele Fehlpässe produziert, so etwas bestraft Duisburg ganz gut. Ich bin nicht sauer, dass ich in der ersten Halbzeit nicht gespielt habe, der Trainer wollte mich einfach nur schonen.“

Jena zweiter DFB-Pokal-Finalist
Der FF USV Jena hat den größten Erfolg seiner Vereinsgeschichte gefeiert. Mit einem überraschend deutlichen Sieg gegen die SG Essen-Schönebeck hat das Team von Heidi Vater das DFB-Pokal-Finale erreicht, wo man auf den FCR 2001 Duisburg treffen wird.

Zwei Tore direkt vor der Halbzeitpause brachten die Thüringerinnen beim 3:0 (2:0)-Sieg auf die Siegerstraße. Yvonne Hartmann (40.) und zweimal Genoveva Anonma (42. und 75.) sorgten für den viel umjubelten Erfolg.

Tags: ,

Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

21 Kommentare »

  • Kay sagt:

    Tja, was soll man dazu sagen, erstmal Glückwunsch an Duisburg sicherlich verdient gewonnen. Aber was bitteschön war mit der Turbine los da ging ja heute gar nichts, besonders nach dem Rückstand war das regelrecht enttäuschend, man hat richtiggehend gesehen das die Nervosität das ganze Spiel über in den Knochen steckte. Die Frage ist nur warum, man kennt sich doch nun schon in und auswendig und sollte eine verständliche Anfangsnervosität schnell ablegen können.

    Naja hoffen wir auf ein neues in der Champions League und das sie endlich ihr Potenzial welches sie in den letzten Spielen gegen Duisburg leider nur in ganz wenigen ansätzen zeigen konnten mal über 90 Minuten präsentieren.

    Noch eine Anmerkung zum Kommentator, während des Spiels recht kompetent, man hat bei den entscheidenen Szenen jedoch deutlich vernommen wem seine Sympatie gilt.

    Und noch eine kleine Anmerkung an „rockpommel“ deine Aussage vom Hochmut der Turbine-Fans, weise ich ganz klar von der Hand, in letzter Zeit musste man oftmals feststellen das die Duisburger seite mit Hochmut nicht geizt und damit meine ich nicht zwingend die Fans. Ich kann mich da an eine Aussage von Frau Holl erinnern: „Die nächsten drei Spiele gegen Potsdam gewinnen wir!“ das ist schon mehr als bloße Entschlossenheit oder Optimismus und sowas finde ich einfach nur Arrogant sowas zu behaupten und solche Aussagen gehören wie ich finde schon in irgendeiner Form bestraft.
    Generell war die Duisburger Seite in den letzten Zehn Tagen nicht sparsam mit Attacken aller „Wir werden das in jedem Fall gewinnen, uns kann keiner mehr Stoppen“. Wenn sich sowas in einem Sieg wie heute niederschlägt okay, aber allzu oft sollte man sowas nicht machen in Anspielung auf den angesprochenen Hochmut.

    (0)
  • uwe sagt:

    Den Duisburgern hat die 10tägige Pause mal so richtig gut getan. Sie wirkten frischer und und zweikampfstärker als zuletzt. Spielerich hapert es zwar noch aber das wird auch noch.

    (0)
  • Jarmusch sagt:

    Kay schrieb: ‚Ich kann mich da an eine Aussage von Frau Holl erinnern: “Die nächsten drei Spiele gegen Potsdam gewinnen wir!” das ist schon mehr als bloße Entschlossenheit oder Optimismus und sowas finde ich einfach nur Arrogant sowas zu behaupten und solche Aussagen gehören wie ich finde schon in irgendeiner Form bestraft.‘

    Also diese Interpretation des Satzes von Frau Holl dürfte dir exklusiv gehören.

    (0)
  • franksquasher sagt:

    Das ist keine Arroganz sondern einfach nur „Einstellung“. Was soll man als Tabellenzweiter denn sonst sagen ? Von den nächsten drei Spielen holen wir evtl. ein Unentschieden ?…Ausserdem besteht da immer die Gefahr einer Niederlage und dann steht man wie ein Großmaul da…also Hut ab und Glückwunsch zum Sieg.

    Ist sowieso besser wenn die Titel an verschiedene Teams gehen…

    (0)
  • laasee sagt:

    Tactically FCR was better. Very nice goal from Linda from the best move of the game.

    Special compliment to Meike – super game and on Thursday played 90 mins in Slovakia!

    Also, Luisa Wensing has the potential to be a very special player.

    Samba to Koln!!

    (0)
  • eisbär sagt:

    Es war wieder ein kampfbetontes Spiel, spielerisch eher enttäuschend. Es gab kaum Chancen und heute hat wieder die glücklichere Mannschaft gewonnen, was allerdings nicht unverdient war. Aber das Tor war sicherlich vermeidbar, doch Linda gönne ich es sehr. Wenn die CL-Spiele ebenfalls so ausgehen, hätte ich nichts dagegen, denn dann wäre der FCR aufgrund des Auswärtstores im Endspiel. 😉
    Es werden mit Sicherheit wieder enge Spiele.

    (0)
  • begge sagt:

    Da hat mal MV gesehen, dass auch Linda torgefährlich ist und vielleicht mal ins Mittelfeld stecken sollte :-). Ich gönn Ihr das Tor.

    (0)
  • eisbär sagt:

    Übrigens ein perfektes Wochenende für den FCR nachdem Frankfurt gegen WOB verloren hat. Wieder etwas Luft im Kampf um Platz 2.

    (0)
  • Kay sagt:

    Naja werder wir sehen was diese Aussage am Ende der Potsdam-Dusiburg Wochen beziehungsweise der beiden Champions League Partien wert war, wenn es der pure Wille und die unbedingte Entschlossenheit war, Hut ab. Dennoch Frage ich mich aus welchem Hut sie diese Aussage nach dem 1:2 in der Meisterschaft gezaubert hat, denn ganz ehrlich nach einer Niederlage in der die Turbinen lange nicht am Maximum dessen gespielt haben was sie können, ist in meinen Augen solch eine Aussage nennen wir es so: Verzweiflung.

    Nun gut wir alle kennen ja das Fussball-Geschäft da kommt’s oft auf die Tagesform und die Motivation drauf an und genau das war es auch was meiner Ansicht nach heute den Unterschied gemacht hat, die Turbinen schienen mir ein wenig siegesmüde, wohingegen Duisburg nach zwei Niederlagen in der Meisterschaft besonders aufgestachelt war, ich bin gespannt auf die nächste Partie da sind die Vorzeichen sicher ein wenig anders und Bernd Schröder wird seine Spielerinnen auch sicher noch mal ordentlich motivieren.

    (0)
  • fisch sagt:

    Ehrlich, so schwach habe ich Turbine lange nicht gesehen. Allein Anja Mittag war gut. Die scheinen so einen richtigen FCR-Pokalkomplex zu haben. Die Turbine-Aufstellung habe ich auch nicht so richtig kapiert. Super:Alex Popp. Bin gespannt auf die CL-Spiele.

    (0)
  • horst sagt:

    @fisch
    was fandest du denn an der aufstellung merkwürdig?
    bis auf kemme hatte ich mit dem rest gerechnet

    (0)
  • rockpommel sagt:

    Denke, es wird wieder knapp!
    Im Moment steht es sozusagen Unentschieden: 2:2 und 2:1 in der BuLi, im Pokal 1:0. Drei Spiele, jeweils Sieg, Unentschieden und Niederlage bei 4:4 Toren.
    Ich möchte keine Tips oder Prognosen abgeben. Schröder und MVT haben absolut recht, wenn sie von Duellen auf Augenhöhe reden!

    (0)
  • Jarmusch sagt:

    fisch schrieb:
    ‚Super: Alex Popp‘

    Also, Alexandra Popp fand ich erst gut, nachdem sie angeschlagen war. Da hat sie quasi mit heruntergeklapptem Visier das Letzte aus ihrem Körper herausgeholt und Akzente nach vorne setzen konnte.
    Aber eine Stunde lang war sie überhaupt nicht gut. Leichtsinnig z.B., als sie den Ball ins Toraus rollen lassen wollte und ihn fast vertändelt hätte (Da bekam sie übrigens ihre erste Blessur ab, als ihr die Luft wegblieb). Zudem gab es eine Stunde lang auch keine Offensivaktionen von ihr, was aber in erster Linie daran gelegen haben mag, dass sie gegen Anja Mittag defensiv auf der Hut sein musste.

    (0)
  • eisbär sagt:

    @ Jarmusch

    Volle Zustimmung. Popp hat zwar Kämpferherz gezeigt, aber eine Menge Fehler gemacht, vor allem Stellungsfehler.

    (0)
  • 7 sagt:

    Ich denke schon, dass so Spiele auf Augenhöhe meistens über „Kampf“ gehen, weil Beide wissen, dass man sich spielerisch egalisiert. Das macht dann „vorsichtig“ in dieser Richtung und man muss eine Entscheidung eben auf anderem Weg suchen.
    Luisa Wensing und Alexandra Popp haben als eher denfensive Spielerinnen das Spiel durch Einsatz und Kampfeswillen wesentlich mit nach Vorne geprägt – wie ich finde, eine großartige Leistung.
    Die Waage ist jetzt – nach 2 Spiele – absolut ausgeglichen. „Psychologisch“ sehe ich da im Moment allerdings den FCR im Vorteil, denn sie wissen jetzt dass sie es (doch) können, „TP zu besiegen“ und ebenso weiß TP jetzt, dass sie nicht unfehlbar sind! Beste Voraussetzungen also für 2 weitere spannende Begegnungen!

    (0)
  • Marcel sagt:

    Also ich denke verdieneter Sieg fürn FCR !

    Die Aufstellung von Turbine kann ich aber auch nicht ganz nachvollziehen ,Lira zwar ein bisschen angeschlagen aber dafür ne Tabi Kemme die grad von der U19-EM-Quali kommt spielenlassen,naja ich weiss nicht.

    Das mit Linda kann ich nur zustimmen wenn das Tor was gezeigt hat dann das sie ins Mittelfeld gehört.
    Und um Poppi hatte ich schon irgendwie Angst das sah ja schlimm aus teilweise,die Arme musste ganz schön was einstecken.

    (0)
  • Mini sagt:

    @ marcel…

    für lira spielte yuki..und tabby spielte für jess. aber warum er nich jess genommen hat..das wundert mich!

    @ 7…

    ich glaube nicht,dass Turbine jemals dachte,dass sie „unfehlbar“ sind.

    (0)
  • laasee sagt:

    Duisburg and Potsdam are at the same level……….the two best teams in Europe.

    (0)
  • dragonfly sagt:

    Man spielt immer nur so gut wie der Gegner es zu läßt!
    Duisburg war wieder ausgeruhter und im Kopf waren Sie auf Sieg eingestellt! Sie hatten Biss und waren auch wieder schneller und spritziger als z.B. gegen Frankfurt.
    Na dann freue ich mich auf zwei spannende Spiele und hoffe, daß ich nach Madrid fahren kann.

    (0)
  • spoonman sagt:

    Einschaltquoten des gestrigen Spiels:

    WDR-Sendegebiet: 130.000 (6,1% Marktanteil)
    RBB-Sendegebiet: 40.000 (5,6 % Marktanteil)

    Nicht überwältigend, aber ganz ordentlich. Zuschauer in anderen Regionen sind nicht mitgerechnet.

    (0)
  • laasee sagt:

    @Spoonman

    That is okay.

    I think that the TV presentation receives more viewers if the game had been played in a proper football arena. The more elevated that the camera position is gives the audience a better view of the game.

    The PCC Stadion is a nice place for a picnic but not ideal for professional football on television.

    (0)

1 Pingbacks »

  • […] In Deutschland stand zunächst der DFB-Pokal im Mittelpunkt. Im Halbfinale trafen der FCR 2001 Duisburg und der 1. FFC Turbine Potsdam aufeinander, außerdem der FF USV Jena und die SG Essen-Schönebeck. Es sollte also ein vermeintlicher Außenseiter ins Finale in Köln einziehen. Während in der Champions League die Potsdamerinnen gegenüber den Duisburgerinnen die Oberhand behielten und dort auf Olympique Lyonnais treffen sollten, setzte sich im DFB-Pokal der FCR durch – die Endspielpaarung lautete daher Duisburg gegen Jena. […]