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Jena und Essen vor dem bislang größten Coup

Von am 2. April 2010 – 13.58 Uhr 3 Kommentare

Für viele mag das DFB-Pokal-Halbfinale zwischen dem FCR 2001 Duisburg und dem 1. FFC Turbine Potsdam ein vorweg genommenes Endspiel sein, doch wird gerade dieses Los in der Runde der besten Vier für den FF USV Jena oder die SG Essen-Schönebeck das ganz große sein. Sie beide stehen vor dem vielleicht wichtigsten Spiel der Vereinsgeschichte und kämpfen im zweiten Halbfinale morgen um den Einzug ins Endspiel – es wäre ein Sieg, der auch aus finanzieller Sicht für die vermeintlich „kleinen“ Vereine der große Coup wäre.

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Mit 70.000 Euro wird den Vereinen das Erreichen des Finales versüßt; „Geld, das wir natürlich nicht eingeplant haben“, so USV-Trainerin Heidi Vater gegenüber Womensoccer. Mit dem sechsten Platz in der Bundesliga und dem Halbfinaleinzug laufe die Saison bislang weit besser, als geplant. „Vor der Saison dachten wir, dass das zweite Jahr noch schwieriger wird.“ Da in Jena viele Sportvereine beheimatet seien, die um Sponsoren kämpfen, sei solch eine Finanzspritze „enorm wichtig. Daher wollen wir natürlich unsere Chance nutzen und auch das Geld mitnehmen.“

Bislang zwei Unentschieden gegen Essen
Unter sportlichen Gesichtspunkten spiele die Bundesliga für die USV-Trainerin allerdings die größere Rolle. Dort steht Jena derzeit besser als die SGS, doch eine Favoritenrolle ergibt sich daraus nicht. Beide Begegnungen in der laufenden Meisterschaftsrunde endeten unentschieden. Zunächst 3:3, vor drei Wochen folgte ein 2:2. „Keine Rolle“ spielen diese Ergebnisse für Heidi Vater, „es wird ein ganz anderes Spiel – die Aufregung ist viel größer.“

Jenas Trainerin Heidi Vater will mit ihrer Mannschaft nach Köln.

„Von vorne weg auf Sieg“ will man in Jena spielen, doch auch auf Essener Seite überwiegt die Zuversicht. „Ich bin sehr optimistisch, dass wir Jena packen können“, so Trainer Ralf Agolli. Verzichten muss er in Jena allerdings auf Neuzugang Brittany Timko (Kreuzbandriss), Ina Mester (Mittelfußbruch) sowie Stürmerin Stephanie Goddard (Herzoperation). Topfit ist dagegen Jenas Stürmerin Genoveva Anonma – oder wie Heidi Vater sagt: „Unsere Torschützin vom Dienst.“ Zwölf der 26 Bundesligatore hat sie in dieser Saison erzielt. Zu abhängig von der Form der Nationalspielerin aus Äquatorialguinea sieht sich Heidi Vater nicht: „Es ist ja auch die Frage, wie die Tore vorbereitet werden. Ich hoffe auch auf Sylvia Arnold; dass sie einspringt, wenn Genoveva Anonma vielleicht nicht treffen sollte.“

Essens U19-Nationalspielerinnen dabei
In Jena ist der Kader der letzten Punktspiele komplett – es fehlen einzig die Langzeitverletzten Adjoa Bayor (Kreuzbandriss), Carol Carioca (Fußprobleme) sowie Stephanie Krämer (Knieprobleme). Bei den Gästen aus Essen kann Ralf Agolli auf Kyra Malinowski und Sofia Nati zählen. Beide waren mit der U19-Nationalmannschaft in Serbien bei der zweiten Qualifikationsrunde zur Europameisterschaft aktiv, werden dem SGS-Kader in Jena aber definitiv angehören. Die Doppelbelastung könnte dabei natürlich zum Problem werden, allerdings weniger akut bei Malinowski, wie der Trainer vermutet: „Kyra steckt das weg, aber Sofia ist körperlich nicht so robust.“

Leere Ränge im Finale?
Für beide Mannschaften wäre das Erreichen des Endspiels in Köln der bislang größte Erfolg in der Vereinsgeschichte. Ralf Agolli wünscht sich ein Ruhrderby gegen den FCR 2001 Duisburg – aus lokalen Gesichtspunkten vielleicht die Paarung, die die meisten Zuschauer ins Stadion bringt. Es sei ein „notwendiger Schritt“ gewesen, das Finale der Frauen von dem der Männer zu lösen, sagt Heidi Vater, die bei einem möglichen Finale gegen die Potsdamerinnen auf die Reisefreudigkeit der Fans setzt. Dass auch dann das Kölner Stadion nicht voll sein wird, sei ihr bewusst, „da wird man sich noch etwas einfallen lassen müssen. Aber es wäre auch schade, wenn ein Frauenfußballfan nicht zum Endspiel geht, nur weil seine Mannschaft nicht spielt.“ Für das Halbfinale in Jena sind zumindest bereits über 1.200 Karten verkauft worden.

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3 Kommentare »

  • Mini sagt:

    Auf Gehts Jena Ab Zum Pokalfinale!!!

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  • kolibri sagt:

    alles scheint möglich. genau wie damals 30. November 1993 DFB-Pokal, Viertelfinale, Ernst-Abbe-Sportfeld in Jena.
    CZ Jena – RW Essen 5:6 n.E
    letztendlich erreichte RWE das Finale.
    möge der bessere gewinnen.

    (0)
  • laasee sagt:

    @Nora

    Is it 70,000 euros for each club that makes the final? Does the winner get any more money?

    The comparison with the English FA Cup is interesting, where the winning team in each round gets the following :-

    round 4 = £600
    round 5 = £750
    round 6 = £1250
    semi final = £2500
    winner of Cup gets an extra £5,000
    loser in final gets £1,000

    Therefore the total money received by the winner is £10,100 and the runner-up gets £6,100.Meanwhile the winner of the men’s FA Cup gets around £3.8 million!! Fairness in football, yeah?

    I think that the money that each country allocates to women’s football is relative to the development of FF in each case. I would imagine that if the DFB were to be as miserly as the FA then they know that FF would be more inclined to break away and be independent. Therfore the DFB have to be more progressive whilst the FA know that they can still be misers.

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