Frauenfußball-WM 2011: Kampf um Startplätze geht weiter

Von am 25. März 2010 – 18.17 Uhr 7 Kommentare

Der 3:0-Sieg der Republik Irland in Israel bildet am vergangenen Sonntag den Auftakt zu einer ganzen Reihe von Qualifikationsspielen zur Frauenfußball-WM 2011 auf dem europäischen Kontinent in den kommenden Tagen. Im Blickpunkt stehen dabei vor allem die spannenden Duelle zwischen Italien und Finnland in Gruppe 7 sowie England und Spanien in Gruppe 5. Doch auch die Schweiz hofft weiter auf die WM-Teilnahme.

Nur die Sieger der acht europäischen Qualifikationsgruppen qualifizieren sich für die Play-off-Spiele, wo es gilt, sich einen Startplatz für die Frauenfußball-WM 2011 in Deutschland zu sichern.

Italien oder Finnland?

In Gruppe 7 haben die EM-Viertelfinalisten Italien und Finnland bisher jeweils vier Siege erzielt, am kommenden Mittwoch wird es in Ascoli einen ersten Fingerzeig geben, wer am Ende die Nase vorne haben könnte. Die endgültige Entscheidung dürfte aber erst beim Rückspiel am 23. Juni fallen. Die Italienerinnen reisen zuvor noch zum Drittplatzierten Portugal und können sich somit einen kleinen psychologischen Vorsprung verschaffen. Auf Finnlands neuen Trainer Andrée Jeglertz wartet nach dem Algarve Cup somit gleich die erste echte Herausforderung.

Spanien will England ärgern
In Gruppe 5 liegt Spanien mit vier Siegen aus vier Spielen an der Spitze, doch am 1. April geht es für die Spanierinnen zum EM-Finalisten England, der bisher zwei Siege in zwei Spielen erzielte. Die Engländerinnen sollten sich gegen das Team, das nur knapp in zwei Play-off-Spielen gegen die Niederlande die EM-Teilnahme in Finnland verpasste, keinen Patzer leisten. Bei den Spanierinnen steht Stürmerin Laura del Río im Kader, die bis vor kurzem noch für den 1. FFC Frankfurt spielte. Bereits heute Abend trifft England auf Österreich, das sein bisher einziges Qualifikationsspiel auf eigenem Platz mit 0:1 gegen Spanien verlor.

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Island will an Frankreich dran bleiben
In Gruppe 1 bekommen es wie auch in Gruppe 5 (Spanien und England) ebenfalls zwei Teams miteinander zu tun, die bereits in der EM-Qualifikation aufeinandertrafen. Frankreich hat sich nach dem 2:0-Sieg gegen Island im vergangenen Oktober in Lyon einen Vorteil erarbeitet. Die Isländerinnen reisen nach Serbien, Frankreich hat gegen Nordirland drei Punkte fest eingeplant. Eine Entscheidung dürfte in dieser Gruppe jedoch erst fallen, wenn Island am 21. August Frankreich zum Rückspiel empfängt.

Norwegen hat die besten Karten
In Gruppe 2 dürfte die Entscheidung nach dem überraschenden Punktverlust der Niederlande gegen Weißrussland bereits gefallen sein. Norwegen führt nach Siegen gegen die Niederlande (3:0) und die Slowakei (1:0) die Tabelle an. Wollen sich die Niederländerinnen noch ein letztes Fünkchen Hoffnung bewahren, muss am Samstag ein Sieg im Heimspiel gegen die Slowakei her. Die Norwegerinnen werden im Heimspiel gegen Mazedonien wohl kaum etwas anbrennen lassen.

Dänemark darf nicht mehr patzen
Spannender ist die Ausgangssituation in Gruppe 3, wo Dänemark nach dem überraschenden Unentschieden in Bulgarien im vergangenen Oktober unter Druck geraten ist, denn Gruppenzweiter Schottland hat nach zwei Spiele noch eine weiße Weste und sechs Punkte auf der Habenseite. Gegen Bulgarien und in Georgien gilt es für die Däninnen nun fleißig Punkte zu sammeln, die Schottinnen empfangen Bulgarien. Die beiden direkten Duelle zwischen Dänemark und Schottland werden erst am 24. Juni und 25. August stattfinden.

Kann Polen weiter überraschen?
In Gruppe 4 könnte der überraschende Tabellenführer in Rumänien einen wichtigen Schritt in Richtung Gruppensieg machen. Der Tabellenzweite Ungarn bestreitet ein Heimspiel gegen Bosnien-Herzegowina. EM-Teilnehmer Ukraine, derzeit nur Tabellendritter, greift erst wieder am 21. April mit einem Heimspiel gegen Ungarn ins Geschehen ein. Hier bahnt sich ein packender Dreikampf bis zum Schluss an.

Schweiz hat noch Hoffnung
Die Schweiz ist in Gruppe 6 derzeit nur Tabellendritter, doch die Hoffnung auf den Gruppensieg hat das Team von Trainerin Béatrice von Siebenthal noch nicht aufgegeben. Siege im Heimspiel gegen Israel am Samstag und beim Auswärtsspiel gegen die Republik Irland am Mittwoch darauf sind allerdings Pflicht, will man weiter von einer WM-Teilnahme träumen. Die Schweizerinnen müssen allerdings verletzungsbedingt auf Bettina Baer, Franziska Schärer und Gaëlle Thalmann verzichten. Russland bestreitet am Sonntag ein Auswärtsspiel in Kasachstan, ein Ausrutscher der Russinnen wäre eine große Überraschung.

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Schweden so gut wie durch
Schweden befindet sich in Gruppe 8 nach drei Siegen aus drei Spielen in einer komfortablen Ausgangsposition, zumal der vermeintlich stärkste Gruppengegner Belgien in den beiden direkten Duellen bereits mit 2:1 und 4:1 bezwungen werden konnte. Die Schwedinnen wollen ihre Erfolgsbilanz beim Auswärtsspiel gegen Wales am kommenden Mittwoch ausbauen, doch die Waliserinnen sind nicht zu unterschätzen, wie der überraschende Heimsieg gegen die Tschechische Republik gezeigt hat.  Anders als beim Algarve Cup stehen Torhüterin Sofia Lundgren, Mittelfeldspielerin Linda Sembrant und Stürmerin Sara Lindén nicht im Kader.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

7 Kommentare »

  • laasee sagt:

    @Markus

    UEFA web-site are reporting that Vera Pauw is quitting as the Netherlands trainer……………….backward move for FF!!!

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  • laasee sagt:

    England 3 : 0 Ostrereich – (Sanderson, Aluko, Ellen White)

    zusch : 3,980 (nicht gut)

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  • labrys sagt:

    Schweiz fürht 2:‘ live auf ssf zu sehen. Israel ohne Chance, schönes SPiel anzuschauen, Schiedsrichterin bisschen doof -.-

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  • labrys sagt:

    SChweiz gewinnt 6:0, und das ohne Bachmann und Bürki. Israel erschreckend schwach und gegen Ende extrem aggressiv, was Ana C. und Mehmeti zu spüren kamen.

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    @labrys
    Sage mal, da mein Schwyzerdeutsch nicht so prickelnd ist, kann ich mir absolut keinen Reim drauf machen, weshalb die beiden Kommentatoren gerade zum Schluß der Übertragung öfters den Namen Steffi Jones erwähnt haben. Welche Erklärung gibt es da?
    Habe ich mich nur paar Mal verhört oder ist da was dran?

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  • labrys sagt:

    nee das hatte seinen Grund:
    1. am Monatg um 22:30 gibts eine Fussball-Sendung auf ssf (kick) mit dem ehemalige National-Torhüter Jörg Stiel und Moderatorin Claudia Lässer, dabei sind Steffi Jones (OK Präsidentin), Tatjana Haenni (Präsidentin FCZ und arbeitet bei FIFA) und einer YB-Spielerin Gäste. Das Thema: DIe Entwicklung des schweizer Frauenfussballs.

    2. In der HZ Pause haben Steffi und Haenni ihre Tipps für die zweite HZ gegeben, wobei Steffi mit ihren 4 Toren in der 2.HZ richtig gelegen ist =)

    Na, ich hoffe, das sie die Fragen für Steffi in der Kick Sendung wenigstens auf Hochdeutsch stellen. Den in der HZ-Pause sprach der Moderator durchgehend mit Steffi und Haenni schweizerdeutsch…erst am Schluss merkte er es….

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Ah ja, danke, da ich erst zum Spielende den Stream anschauen konnte, ist mir das HZ-Gespräch naürlich entgangen, womit sich meine Fragestellung erübrigt hätte.

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