Die englische Profiliga ist komplett

Von am 22. März 2010 – 9.00 Uhr 6 Kommentare

In der Vorbereitung der  englischen Profiliga, die im kommenden Jahr beginnen soll, läuft nicht alles reibungslos. Doch nun ist ein wichtiger Schritt getan: Der englische Fußballverband (FA) hat die acht Mannschaften bekannt gegeben, die mit ihrer Bewerbung um einen Superleague-Platz erfolgreich waren. Auch zwei Zweitligisten sind dabei.

Zum Beginn der neuen Profiliga, die sich eher am US-amerikanischen System orientiert, denn am traditionellen in Europa, erhalten die folgenden derzeitigen Erstligisten Lizenzen für zwei Spielzeiten: Arsenal LFC, Birmingham City LFC, Bristol Academy WFC, Chelsea LFC, Doncaster Rover Belles sowie Everton LFC. Außerdem dabei sein werden die beiden momentanen Zweitligisten Lincoln LFC sowie Liverpool LFC.

Prominente Absagen
Ursprünglich hatten sich zum Ende der Bewerbungsfrist am 18. Dezember 2009 16 Mannschaften um die acht Ligaplätze beworben. Etwas überraschend wurde dem derzeitigen Tabellenführer, Sunderland WFC, schon vor einigen Wochen eine Absage erteilt. Aus finanziellen Gründen musste der frisch gebackene Ligapokalsieger, Leeds Carnegie, seine Bewerbung zurück ziehen. Ebenfalls vorzeitig aus dem Rennen war Newcastle United, sodass am Ende noch aus 13 Bewerbungen ausgewählt wurde. Dabei mussten die Vereine insbesondere zur vier Kriterien ausführlich Stellung nehmen: Finanzmanagement, Marketing, Infrastruktur/Spielanlangen, Spielerinnen/Betreuer. „Wir sind erfreut über die Qualität der Bewerbungen, die wir erhalten haben und freuen uns darauf, mit den acht Vereinen die Vorbereitung der Saisoneröffnung im kommenden Jahr anzugehen. Wir wollen eine spannende, solide Liga von hohem Niveau aufbauen“, so Kelly Simmons von der FA.

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Unterrepräsentierter Norden
„Mit unserer bei der Europameisterschaft so erfolgreichen Nationalmannschaft ist es wichtig, dass wir eine konkurrenzfähige, gut strukturierte und finanziell tragfähige Liga auf internationalem Top-Niveau haben. Wir wollen sicher stellen, dass unsere Talente hier Fußball spielen können, ohne nach Möglichkeiten im Ausland suchen zu müssen“, kommentiert FA-Geschäftsführer Ian Watmore.

Weniger gut sind jedoch die Möglichkeiten der Spielerinnen in Nordengland. Die Auswahl der acht Mannschaften überrascht kaum. Mit Arsenal, Everton und Chelsea wurden die derzeitigen Top-Teams erwartungsgemäß aufgenommen – durch das Duell zwischen Everton und Liverpool, sowie Arsenal und Chelsea sind außerdem packende Lokalderbys garantiert. Aufgrund der Absagen an Newcastle und Sunderland bleibt jedoch der Norden unberücksichtigt.

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6 Kommentare »

  • spoonman sagt:

    Interessant ist, dass die Saison nach dem Kalenderjahr gespielt wird, d.h. sie fängt im März an und endet im Herbst. Wahrscheinlich will man die Sommerpause des Männerfußalls nutzen, um zusätzliche Aufmerksamkeit zu generieren. Der Nachteil ist allerdings, dass der Meister dann erst fast ein Jahr später im Europacup spielen kann.

    Laut englischer Wikipedia soll es eine Halbprofi-Liga werden. Mindestens 4 Spielerinnen pro Club müssen jährlich über 20.000 Pfund verdienen.

    http://en.wikipedia.org/wiki/FA_Women%27s_Super_League

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  • Nora Kruse sagt:

    Ja, genau diese „Männerfußball-Lücke“ ist ein Grund, der in der Vergangenheit immer wieder angesprochen wurde. Auch namhafte Leute, wie Vic Akers, hatten gefordert, in die Sommerpause der Männer zu gehen.

    Dass Meister und Vizemeister erst ein Jahr später in der Champions League starten, halte ich für keinen großen Nachteil – in Skandinavien funktioniert es auch. Viel mehr Fragezeichen stehen m. E. derzeit hinter der Meisterschaft in diesem Jahr. Was, wenn Leeds alle überrascht und tatsächlich Meister (oder Vize) werden sollte? Bekommen sie den CL-Platz, obwohl sie ein „Auslaufmodell“ sind und in den folgenden Monaten gar nicht in der höchsten englischen Spielklasse antreten und sich die Top-Spielerinnen evtl. auf die Superleague verteilen? Und wie werden die CL-Teilnehmer 2010/2011 ausgespielt? Die Superleague gibt’s da noch gar nicht. Habe gehört, dass eine Art Turnier der acht „Super-Teams“ im Raum steht, vielleicht werden ja die Turniersieger CL-Teilnehmer…(?) Nichts Genaues weiß man nicht 🙂

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  • spoonman sagt:

    Wie eng sind eigentlich die Teams von Liverpool, Arsenal, Everton und Chelsea mit den „gleichnamigen“ Männerclubs verbunden? Haben die von sich aus Frauenfußballabteilungen gegründet, haben sie bestehende Frauen-Clubs übernommen, oder gibt es nur eine lose Kooperation?

    Außerdem fällt auf, dass Manchester United der einzige große Name aus dem Männerfußball ist, der in der Women’s Super League NICHT vertreten ist.

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  • Nora Kruse sagt:

    Wie eng die jeweilige Verbindung im Detail ist, kann ich nicht sagen. Zumindest besteht aber eine finanzielle Abhängigkeit, was ja zum Teil auch schon zum Problem geworden ist, wie das Beispiel Fulham zeigt oder im vergangenen Jahr die Budgetkürzung der Chelsea Ladies seitens des Hauptvereins:
    >> http://www.womensoccer.de/2009/10/19/john-terry-rettet-chelsea-ladies/

    Die Frauenabteilungen sind auf die Unterstützung des Vereins angewiesen, bei Arsenal und Everton werden z.B. auch Jobs für Spielerinnen bereit gestellt, damit die sich stärker auf den Fußball konzentrieren können.

    Manchester United ist in der Superleague nicht vertreten, weil der Verein über keine Frauenabteilung verfügt. Die wurde, wenn ich nicht irre, 2004 dicht gemacht – siehe das Problem der (finanziellen) Abhängigkeit. Bei ManU gibt es nur – recht erfolgreichen – Mädchenfußball, der allerdings maßgeblich über die Manchester United Foundation läuft.

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  • laasee sagt:

    The relationship with the parent club is very strange. Several years ago Fulham were the first English club to go fully professional but the owner Mohammed al-Fayed did not understand how the sexist thing works in football. He was told by the FA that they were going to have a full professional league. The FA basically lied and so he stopped the finance and the club has gone backwards…….currently in place 11 of the second league and most likely to be relegated. It was equally bad with Charlton after the mens team was relegated from the Premier League – they immediately stopped financing the womens team. Charlton are currently in the same league as Fulham but one place higher.

    The problem with mens clubs owning womens clubs is that the men have all the control (money)……….and the women have to accept that and shut up. It is worse than the middle ages!!

    In Germany there are clubs (FCR, Turbine, Frankfurt,etc) that are independent and it is clear to see that not only do those clubs dominate football in Germany but they also dominate football in Europe. They also have far higher match crowds that any of the mens FF clubs in Germany or England.

    It is easy to understand that the development of FF club football gets no meaningful help from the mens clubs at all

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  • Nora Kruse sagt:

    Das „Problem“ mit Leeds ist bei der FA angekommen:
    >> http://www.guardian.co.uk/football/2010/apr/19/womens-football-leeds-carnegie

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