Der 1. FFC Frankfurt triumphiert in Duisburg

Von am 20. März 2010 – 16.28 Uhr 18 Kommentare

Der 1. FFC Frankfurt hat nach über zwei Jahren wieder ein Bundesligaspiel gegen den FCR 2001 Duisburg gewonnen. Auf eigenem Platz kassierten die Duisburgerinnen die erste Saisonniederlage und mussten sich nach neunzig Minuten dem FFC verdient mit 0:2 geschlagen geben.

Die in der Vergangenheit oft unsicher wirkende FFC-Abwehr hatte den stärksten Sturm der Liga gut im Griff, auch Top-Torschützin Inka Grings konnte im Spiel keine Akzente setzen. Die wiedergenesene Ariane Hingst stand in der Innenverteidigung über die vollen neunzig Minuten auf dem Feld und zeigte mit einem starken Auftritt, warum der FFC sie in den vergangenen Partien so schmerzlich vermisst hatte.

Starkes Spiel von Sara Thunebro
„Wir müssen weiter an unserer Konzentration und dem konsequenteren Ausnutzen der sich uns bietenden Torchancen arbeiten“, hatte FFC-Trainer Sven Kahlert vor dem Gastspiel in Duisburg angekündigt. Einen konzentrierten Auftritt legten die Hessinnen hin, an der Chancenverwertung lässt sich noch arbeiten. Gerade die ansonsten sehr agile Conny Pohlers vergab einige weitere Möglichkeiten – entweder frei vor Duisburgs Torhüterin Ursula Holl (44.) oder durch Abbruch laufender Konter.

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Dass die Frankfurterinnen mit Führung im Rücken in die Halbzeitpause gehen konnten, hatten sie Sara Thunebro zu verdanken. Die schwedische Nationalspielerin zeigte nicht nur ein starkes Spiel in der Abwehr, sondern hatte auch immer Möglichkeiten, sich auf der linken Außenbahn mit ins Offensivspiel einzubringen. Die 0:1-Führung gelang ihr nach 24 Minuten per Freistoß, und auch am 0:2 durch Dzsenifer Marozsán in der 63. Minute war Thunebro durch ein starkes Solo auf der linken Seite in der Vorbereitung beteiligt.

Duisburg zu harmlos
Weit weniger gut war dagegen das Spiel des FCR über außen, was auch Trainerin Martina Voss-Tecklenburg ärgerlich stimmte, denn man könne „erwarten, dass die Mannschaft Ansagen umsetze.“ Ihre klare Ansage hieß, nicht immer durch die Mitte zu spielen, sondern die vorhandenen Stärken über die Außenbahnen zu nutzen.

Nach dem 0:1 zeigte der FCR eine starke Viertelstunde, war im Abschluss jedoch zu schwach und inkonsequent. In den zweiten 45 Minuten gelang den Gastgeberinnen nicht mehr viel. Von „gefühlten 100 Fehlpässen“ sprach die Trainerin, Nationalspielerin Simone Laudehr legte nach: „Wir haben immer die falschen Bälle gespielt.“

Duisburgs Woche der Wahrheit

Noch ist für den FCR im Kampf um die Meisterschaft nichts verloren, doch schon in vier Tagen steht das Duell gegen den 1. FFC Turbine Potsdam an. Fahre die Mannschaft dann keine drei Punkte ein, „schauen wir auf den zweiten Platz“, so Voss-Tecklenburg. Sollte es tatsächlich zur zweiten Niederlage in Folge kommen, dürfte auch der Kampf um die Vize-Meisterschaft spannend werden, denn dann wäre plötzlich der 1. FFC Frankfurt wieder im Rennen.

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18 Kommentare »

  • rockpommel sagt:

    „Ihre klare Ansage hieß, nicht immer durch die Mitte zu spielen, sondern die vorhandenen Stärken über die Außenbahnen zu nutzen.“

    Nun wird von ihr zumindest seit Monaten toleriert, daß das Spiel SO läuft!
    Da hat sich wohl etwas „eingeschliffen“! Es ist einfach fatal, mit dem ersten Kontakt nur Fr.Grings zu suchen.

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  • Mini sagt:

    ja und das macht den FCR berechenbar..
    so brauch man „nur“ Frau Grings ausm Spiel zu nehmen und schon verharmlost Duisburg.Man hat mal wieder nicht gemerkt,dass Frau Grings aufm Platz stand.

    Nun ja..als TP-Fan wünsch ich mir natürlich,dass das so weitergeht.

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Der FCR das erste prominente Opfer der Stresswochen und Mehrfachbelastung?
    Da lief nicht viel Konstruktives, sah alles nach einem gebrauchten Tag aus. Trotzdem warnt(e) Herr Schröder, dass dem FCR dies kein zweites Mal passieren wird! Abwarten heißt aber meine Devise.;-)

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  • rockpommel sagt:

    „Der FCR das erste prominente Opfer der Stresswochen und Mehrfachbelastung?“

    M.E. nein. Es ist wohl eher ein grundlegendes Problem!

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  • eisbär sagt:

    Frankfurt hat ihr „Endspiel“ gewonnen und kann zumindest wieder auf Platz 2 hoffen. Der FCR hat dagegen ihr erstes „Endspiel“ am Mittwoch. Sollte dies nicht gewonnen werden, wird Turbine erneut Meister und es gibt einen Zweikampf um Platz 2.
    Erschreckend schwach war die Vorstellung. Wieder einmal nur lange Bälle nach vorne, wie schon gegen Essen. Pässe über 5 Meter kommen nicht an. Es macht keinen Spaß mehr sich die Auftritte des FCR anzuschauen. Auch gegen TBB am Mittwoch eine katastrophale erste Hälfte. Ich hoffe es wird gegen Potsdam kein Debakel geben, wobei ich glaube, dass Turbine mindestens eines von den vier Spielen klar für sich entscheiden wird.

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  • uwe sagt:

    Nach dem 1:0 für Frankfurt ging es kurze Zeit über aussen und siehe da es wurde gefährlich. Warum man in der 2 Halbzeit da nicht weiter angesetzt hat keine Ahnung.
    Die Frankfurter haben das Spiel im Stile einer Klassemannschaft nach Hause gebracht.

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  • eisbär sagt:

    Ach ja noch was zur Schiedsrichterin. Die tat mir wirklich leid. Auch wenn ich nicht immer mit ihren Entscheidungen einverstanden war, aber was von den Zuschauern bei jedem Pfiff gegen den FCR kam, egal ob die Entscheidung richtig war oder nicht, einfach nur beschämend. Dass die Schiedsrichterinnen da noch Spaß an ihren Job haben, Respekt.

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  • uwe sagt:

    @ eisbär
    Naja, für das was die Dame in gelb da zusammengepfiffen hat waren die Fans noch human.

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  • eisbär sagt:

    Die Schiedsrichterin macht das bestimmt nicht extra und wird meiner Meinung nach nur verunsichert, wenn sie bei jeder Entscheidung beschimpft wird. Die Spielerinnen werden auch nicht beschimpft, wenn sie den Ball nicht annehmen konnten oder aus 5 Metern ein Ball nicht zur Mitspielerin bringen. So gut wie jede Spielerin des FCR hat mehr Fehler gemacht, als die Schiedsrichterin.

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  • 4 sagt:

    Herzlichen Glückwunsch an Turbine Potsdam.

    Ich bin weder Duisburg noch Franfurt Fan, aber was da heute wieder vom FCR abgeliefert wurde, da freut man sich doch, dass endlich mal diese unendliche Fehlpass-Spielerei mit einer Niederlage bestraft wurde und nicht noch ein Unentschieden für die FCR-Mädels bei rumgekommen ist.

    Keine Ideen aus dem Mittelfeld. Laudehr hatte sich mal in Szene setzen können. Das war es aber auch.
    Warum Ando immer wieder im Sturm eingesetzt wird, verstehe ich nicht. Sie ist eine Mittelfeldspielerin, ja mit offensivem Drang, aber sie ist und bleibt eine Mittelfeldspielerin.
    Wenn Ando weiter im Sturm gesetzt wird, geht die vor die Hunde …

    Was die Zuschauer angeht … was da bei jedem Heimspiel auf den Rängen abgeht, wenn eine FCR-Spielerin fällt oder noch schlimmer – Abseits – gegen den FCR gepfiffen wird … Einfach nur beschämend.

    Also Frankfurt – Hut ab! Gut gespielt, zwei Tore gemacht und die Nerven nicht verloren.

    PS: Wer „Formfehler“, wie der FCR, begeht, hat es nicht verdient Meister zu werden.
    Sorry für die harten Worte, aber so langsam sollte man doch mal die Rosa-Grings-Brille absetzen und ein Team bilden und nicht bei jedem Heimspiel des FCR die One-Woman-Show zelebrieren.

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  • eisbär sagt:

    @ 4

    Meine volle Zustimmung.
    Das Problem beim FCR ist, dass sie keine Spielerin im Mittelfeld haben, die das Spiel nach vorne trägt. Mit Kiesel, Hegering oder auch Prießen spielen nur „Zerstörerinnen“ in der Zentrale. Spielerinnen, die das Potenzial besitzen das Spiel aufzubauen sind meiner Meinung nach Bresonik und Laudehr. Leider versauert Bresoniks Potenzial in der Abwehr. Vielleicht sollte MVT mal auf eine Dreierkette umstellen, so wie es in Potsdam auch gespielt wird und Bresonik wieder ins Mittelfeld stecken. Des Weiteren wäre das Spiel in der offensive variabler, wenn neben Grings noch eine Stürmerin stehen würde.

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  • 4 sagt:

    @ eisbär

    Jep.
    Bresonik, Laudehr und Ando, das wäre doch mal ein strukturiertes Mittelfeld.

    Vierer- oder Dreierkette, das ist die Frage. Bei manchen Krahn-Aktionen ist es gut, dass noch jemand neben ihr steht …

    Im Sturm sollte mal neben Grings, Kayikci von Beginn an ihre Chance bekommen.

    Egal, ich möchte nicht klugscheißern.
    Als Trainer weiß man erst nach dem Spiel, ob man mit seiner Taktik recht hatte oder es ein Griff-ins-Klo war.

    Ich wünsche mir vom FCR einfach noch ein paar schöne Spiele und Kampfgeist bis zum Abpfiff.

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  • franksquasher sagt:

    Das Positive vorweg…die TP-Girls waren anwesend und es dürfte ihnen nun schwer fallen den FCR jetzt noch ernst zu nehmen…

    Vorteil Duisburg…

    Aber näh, zuhause eine Stürmerin aufbieten, geht überhaupt nicht. Grings ist in 95 % ihrer Spiele absolute Klasse und sie hat auch mal das Recht ein Spiel in den Sand zu setzen. Leider spielt sie dann so aufreizend schlecht, dass man ihr am liebsten in den Allerwertesten treten möchte…
    Bresonik ist ne Bank in der Abwehr, aber sie gehört in die Zentrale. Zusammen mit Wirbelwind Ando und Dauerläuferin Laudehr. Ist doch offensichtlich.
    Ansonsten muss man sagen, Frankfurt war einfach besser und ständig früher am Ball. Glück für Duisburg, das Chancentod Pohlers wieder alles versemmelte und Prinz nur namentlich anwesend war.
    Sonst wäre es ein 0:8 geworden….

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  • laasee sagt:

    0 : 8 ?? …….. grrrrrr……thank God not.

    Besser in Potsdam……….Inka mit 3 tor und FCR mit 3 punkte.

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  • 7 sagt:

    So ziemlich alles, was hier schon geschrieben wurde, trifft es (haar)genau, incl. dem möglichen 0:8 – nur, dass Inka Grings in Potsdam kaum 3 Tore machen wird, so schön es auch wäre.
    Die unübersichtliche Tabellensituation wird sich wegen der vielen noch austehenden Nachholspiele noch enorm relativieren, denn ich denke fast, dass der Meisterschaftszug-2010 für den FCR abgefahren ist, dr 1.FFC Frankfurt dem gegenüber erst recht AUfwind erhält durch den „spielerisch klaren“ Sieg gestern.

    Na ja, was bleibt den Duisburgerinnen? Ich drücke ihnen fest die Daumen in allen 3 Wettbewerben, denn es wäre heute sicher zu früh, die Meisterschaft abzuhaken. Dennoch aber wird das Potsdam-Spiel schon am Mittwoch da so ziemlich entscheidend werden, was den Meistertitel angeht. Und da gilt es dann, die Sache schnell zu vergessen, wenn das schief geht, um keinen „Schaden“ für Pokal und Champions-League mitzunehmen.

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  • dragonfly sagt:

    Bresonik spielt in der Innenverteidigung weil es nach Sonja Fuss keinen gleichwertigen Ersatz gab. Klar ist Bresonik besser im Mittelfeld aufgehoben als in der Abwehr.
    Klar wird es auch schwerer wenn es nur durch die Mitte geht. Es sind aber immer wieder auch andere Spielerinnen die Tore schießen und nicht nur Grings. Aber es stimmt,- wenn es über außen geht läuft es oft besser.
    Ich denke aber auch, daß wenn man 35 Spiele UEFA/BL/Pokal hintereinander ungeschlagen ist nicht alles falsch gemacht haben kann.
    6 Spiele im Kurzewochenrythmus ist schon hart. Da müßte man bei den Männern in der BL schon Taschentücher verteilen,- und das sind Profis! Da werden die Beine schwerer und es fehlt dann oft nur ein Schritt um an den Ball zu kommen.
    Arsenal war auch ein anderes Kaliber als Roa. Das bedeutete 2 Spiele Vollgas.
    Was die Zuschauer angeht:
    Da waren in letzter Zeit schon einige sehr deutliche Aktionen die nicht für Duisburg gepfiffen wurden.
    Zur Schiedsrichterin:
    Sie hat nicht unbedingt jede Aktion abgebrochen. Ist nicht auf jede teatralische Schwalbe reingefallen,- auf beiden Seiten!
    Das Foul im Strafraum an Laudehr war 100%ig ein Elfer. Da stand Sie auch nur ein paar Meter von enternt (ich übrigens auch, und eine Menge anderer Zuschauer).
    Eine Niederlage zur rechten Zeit kann auch eine Menge positives bewirken.
    Na dann schauen wir mal wie die nächsten Wochen verlaufen.
    Ich glaube auch nicht, daß die Meisterschaft schon entschieden ist, egal wie das Spiel ausgeht.
    Wir werden sehen…

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  • begge sagt:

    Klar kann man das System umstellen, ist vielleicht auch gar nicht schlecht wenn man mehrere Varianten spielen kann.
    Dass in der Abwehr nach Sonja Fuss eine Lücke entstanden ist, verstehe ich MV nicht jemand für die Abwehr geholt hat.
    Klar mit Bresonik hat Sie die Lücke intern gefüllt, aber wie bereits schon mehrmals angesprochen, finde ich auch, dass Sie ins Mittelfeld gehört und total überqualifiziert für die Abwehr ist.

    Naja vielleicht wird es ja bei der nächsten Sasion überdacht, mal eine Abwehrspielerin einzukaufen.

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  • 7 sagt:

    @ dragonfly: Na dann standen wir ja nicht weit auseinander und klar war das ein Elfer – aber wenn die/der Schiri nicht pfeift, ist’s dann halt doch keiner …

    Man sollte wirklich nicht alles an den Schiedsrichter/innen festmachen, denn sind sie gut, sind sie es „auf beiden Seiten“ und sind sind sie schlecht(er), gilt das Gleiche auch.
    Ich kann mich gerade an die Spiele erinnern, wo das Flügelspiel hervorragend lief, z.B. auch durch so „Aktionen“, wo die beiden Außen ständig wiederkehrend die Seiten gewechselt haben; das waren häufig die Situationen, in Folge deren es dann die Tore gab. Die direkte Achse Bresonik->Grings klingt zwar vielversprechend, aber wenn es dann nicht funktioniert, müssen Alternativen her, da ist Flexibilität nötig. MV hatte das ja wohl auch eingefordert, nur hat die Mannschaft da leider nicht so reagiert.

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