Die Tops und Flops der Woche 10/2010

Von am 16. März 2010 – 11.27 Uhr 4 Kommentare

In der aktuellen Ausgabe der Tops und Flops werfen wir einen Blick auf zwei treffsichere Spielerinnen und würdigen eine Grande Dame des Frauenfußballs, beschäftigen uns aber auch mit geplatzten Träumen sowie einem peinlichen Fehler.

Tops

Torhungrig: Conny Pohlers und Célia Okoyino da Mbabi
Beide Spielerinnen mussten eine lange Leidenszeit hinter sich bringen, bevor sie wieder richtig Fußball spielen konnten. Doch sind sie gesund, müssen die gegnerischen Verteidigerinnen sie fürchten. Wie am vergangenen Wochenende. Da erzielte Conny Pohlers für den 1. FFC Frankfurt drei Treffer beim 4:2-Sieg gegen den Hamburger SV, Célia Okoyino da Mbabi vom SC 07 Bad Neuenahr erlegte den FC Bayern München beim 3:0-Sieg mit drei Toren im Alleingang.

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Duisburg und Potsdam europäische Aushängeschilder
Man muss kein Prophet sein, um ein deutsch-deutsches Halbfinale in der Champions League vorherzusagen. Der FCR 2001 Duisburg entpuppte sich in den beiden Spielen gegen Arsenal LFC als eine Nummer zu groß für den englischen Meister, der 1. FFC Turbine Potsdam zeigte im Viertelfinal-Hinspiel beim 5:0 gegen Røa IL dem norwegischen Titelträger, wo der Hammer hängt. Ein deutscher Teilnehmer beim Finale in Getafe am 20. Mai steht also bereits so gut wie fest. Und der wird dort gewiss nicht als Außenseiter in die Partie gehen.

Kristine Lilly ist zurück!
342 Länderspiele hat US-Nationalspielerin Kristine Lilly bestritten – ein einsamer Rekord im internationalen Fußball. Im Juli 2008 wurde Lilly Mutter, im Dezember 2008 bestritt sie noch zwei Länderspiele, dann war 15 Monate Funkstille. Doch möglicherweise werden doch noch ein paar Länderspiele hinzu kommen. Denn US-Trainerin Pia Sundhage berief die 38-jährige Mittelfeldspielerin ins Aufgebot für zwei Testspiele gegen Mexiko am 28. März in San Diego und am 31. März in Sandy. Und Lilly will beweisen, dass sie noch nicht zum alten Eisen gehört.

Adriana Karembeu soll Frauenfußball promoten
Die Ehefrau des früheren Fußballers Christian Karembeu, Adriana Karembeu, wird Botschafterin des französischen Frauenfußballs. Mit Besuchen bei Ligaspielen, bei regionalen Events, dem Besuch von Schulen und weiteren öffentlichen Auftritten will die 39-Jährige das Image des Frauenfußballs in Frankreich verbessern. „Über meinen Ehemann habe ich eine besondere Verbindung zum Fußball und dank des Sports habe ich einige herausragende Momente erlebt. Aber sobald er von Frauen ausgeübt wird, kommt er in den Medien kaum vor“, klagt sie. Unter dem Motto „Fußball gibt es auch für Frauen“ sollen Videoclips gedreht sowie eine Print-und Plakat-Kampagne gestartet werden.

Flops

Fauxpas um Kozue Ando
Die japanische Nationalspielerin Kozue Ando kam im Winter zum FCR 2001 Duisburg, um „in drei Wettbewerben“ zu spielen. Dabei hatte sie wohl vor allem an die Champions League gedacht. Doch daraus wird nichts, denn Ando ist nicht spielberechtigt, weil der Arbeitsvertrag erst zum 1. Februar geschlossen wurde, einen Tag nach Ende des FIFA-Transferfensters. Und so spielte Ando am Sonntag in der 2. Liga gegen Wacker und nicht in der Champions League gegen Arsenal – Provinzkick statt europäische Bühne.

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Frankfurt und München – adieu, Europa
Erst erwischte es den 1. FFC Frankfurt in München (1:2), eine Woche später die Münchnerinnen in Bad Neuenahr (0:3) – somit dürfte sich das Thema Champions League für die beiden Teams in der Saison 2010/11 erledigt haben. Die Frankfurterinnen haben (ohne die Nachholspiele einzuberechnen) derzeit acht Punkte Rückstand auf den Tabellenzweiten 1. FFC Turbine Potsdam und das klar schlechtere Torverhältnis, bei Bayern München beträgt der Rückstand gar zwölf Punkte. Und so dürften an der kommenden Champions-League-Saison zwei und nicht mehr drei deutsche Teams an den Start gehen.

Formkrise in Gütersloh
Ende Oktober war für den FSV Gütersloh 2009 die Welt noch in Ordnung. Nach einem 2:0-Sieg beim Hamburger SV II kletterte das Team auf Platz 4. Doch seitdem läuft für die Gütersloherinnen nicht mehr viel zusammen. Von den vergangenen fünf Spielen verlor man vier und holte gerade mal ein torloses Remis. Es folgte der Absturz auf Tabellenplatz 8. Doch vielleicht kann das Team ja in den beiden nachzuholenden Heimspielen gegen Lok Leipzig und Holstein Kiel in die Erfolgsspur zurückfinden.

Lyons Titelträume schwinden
Zwischen 2007 und 2009 holte Olympique Lyonnais dreimal in Folge den Meistertitel. Doch in dieser Saison dürfte es für das Team von Trainer Farid Benstiti schwierig werden. Am Sonntag setzte es eine herbe 0:2-Niederlage beim Titelkonkurrenten FCF Juvisy. Als Tabellendritter hat Lyon nun bereits sechs Punkte Rückstand auf den noch ungeschlagenen Spitzenreiter Paris Saint-Germain, allerdings noch ein Spiel in der Hinterhand, auch Juvisy als Tabellenzweiter hegt noch Titelhoffnungen.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

4 Kommentare »

  • djane sagt:

    Also mit Frau Karembeu als Botschafterin für den FF habe ich noch etwas meine Probleme: Die Dame war ihrerzeit als Wonderbra-Model nicht ganz unschuldig daran, das sich bei etlichen Menschen schon der Begriff der Spielerfrauen als „leichtbekleidete Dekorationsobjekte“ der kickenden Gatten ins Gehirn eingebrannt hat. Ich hoffe dennoch, das sie in ihrer Botschafterfunktion deutlich mehr Kleidung trägt als bei den Besuchen im Stadion oder bei Auftritten mit dem Ehemann.

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  • Zaunreiter sagt:

    Ich denke, dem Kommentar von djane kann man 100prozentig zustimmen.

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Nun, auch wenn ich djanes Einschätzung vollkommen teile, halte ich mit und sage, nicht jede FF-Nation hat eine Ex-Spielerin mit exorbitantem Aussehen zu bieten. In Deutschland wüßte ich da schon einige, die sich für einen solchen Posten bewerben dürften bzw. In Frage kommen. Diese sehen wir in aller Regel als Co-Kommentatorinnen bei FF-Länderspielen und/oder gar in exponierter DFB-Stellung.
    Bei Frau Karembeu bin ich mir gar nicht mal sicher, ob sie sich in den häufigsten Termini des Fußballs so auskennt und da meine ich nicht unbedingt die Abseitsfrage. Wollen wir also hoffen, sie findet sich nicht genau dort wieder, dem Abseits! 🙂

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  • cremaster sagt:

    Kristine Lilly’s Comeback mag für sie selbst ein ‚Top‘ sein. Für das weibliche Abteilung von U.S. Soccer stimmt es mich aber eher nachdenklich, wenn man dort fast 40-jährige Veteranen reaktiviert.

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