Turbine-Express nicht zu stoppen, Grings macht es spannend

Von am 11. März 2010 – 10.11 Uhr 10 Kommentare

Beide in der Champions League verbliebenen deutschen Vertreter gewannen am Mittwochabend ihre Viertelfinal-Hinspiele. Doch während die Spielerinnen von Meister 1. FFC Turbine Potsdam nach dem klaren 5:0-Erfolg gegen Røa IL in den Genuss eines trainingsfreien Vormittags kamen und bereits für das Halbfinale planen können, wurde der FCR 2001 Duisburg für nachlassende Konzentration bestraft. Ausgerechnet ein Eigentor der treffsicheren Stürmerin Inka Grings sorgte beim  2:1-Sieg gegen Arsenal LFC dafür, dass man ohne Ruhepolster zum Rückspiel nach London reist.

Dabei hatten die Duisburgerinnen in der mit 5 145 Zuschauern nur spärlich besetzten MSV-Arena von Beginn an Druck auf den englischen Meister ausgeübt.

Duisburg: Starker Beginn, nachlassende Konzentration
„Wir haben sehr gut angefangen, wir haben die wichtigen Zweikämpfe gewonnen – und wir haben zwei Tore geschossen; dann allerdings ließ die Konzentration etwas nach, das hat mir nicht gefallen“, so das Fazit von Duisburgs Trainerin Martina Voss-Tecklenburg. Arsenals Trainerin Laura Harvey räumte ein, dass Duisburg „mit seiner individuellen Klasse mehr Druck gemacht hat. Doch das enge Ergebnis lässt uns alle Chancen im Rückspiel.“

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Little im Rückspiel gesperrt
Nach einem Handspiel im Strafraum von Kim Little, die nach ihrer zweiten Gelben Karte im Wettbewerb für das Rückspiel gesperrt sein wird, erzielte Inka Grings per Elfmeter die Führung (24.). Weitere gute Torchancen durch Jennifer Oster, Femke Maes und erneut Grings wurden nicht genutzt. Doch nachdem Marina Hegering einen schönen Alleingang zum 2:0 abschloss (49.) schienen die Weichen für ein deutsch-deutsches Duell im Halbfinale gestellt. Duisburg war sich seiner Sache aber nun offenbar zu sicher. 

Inka Grings

Pechvogel Inka Grings unterlief ein Eigentor ©Nora Kruse/FF-Archiv

Eigentor von Grings
Linda Bresonik musste gegen die einschussbereite Rachel Yankey Kopf und Kragen riskieren, der Gegner fand nun besser in die Partie. Dennoch fiel der Gegentreffer unglücklich: Nach einem Freistoß von Little köpfte Grings den Ball ins eigene Netz (66.). In der Schlussphase drängten die „Löwinnen“ auf einen dritten Treffer – Femke Maes hatte Pech mit einem Heber auf die Latte (82.) – doch ein weiteres Tor wollte nicht mehr gelingen. „Jetzt sind wir gefordert, die Leistung der ersten Stunde in London noch einmal abzurufen“, so Voss-Tecklenburg. Arsenal-Routinier Faye White kündigte jedoch an: „Wir können viel besser spielen, als wir es heute gezeigt haben.“ Das Rückspiel findet bereits am Sonntag, 14. März, 14.00 Uhr, statt.

Turbine  mit Anfangsproblemen
Gelassen kann sich hingegen Turbine Potsdam auf das Rückspiel gegen Røa IL am 17. März in Oslo vorbereiten. Mit einem Fünf-Tore-Vorsprung im Gepäck steht das Team von Trainer Bernd Schröder mit mehr als einem Bein im Halbfinale. Doch in der Anfangsphase hatte Turbine Mühe ins Spiel zu finden, die mangelnde Spielpraxis war dem Team anzumerken.

Keßler trifft doppelt
So verhinderte Turbine-Torhüterin Desiree Schumann bereits in der dritten Minute einen möglichen Rückstand, als sie Elise Thorsnes Flachschuss parierte. Nach dem 1:0 durch Nadine Keßler (20.) aus halblinker Position kam der Turbine-Express vor 1 496 Zuschauern im Karl-Liebknecht-Stadion aber ins Rollen. Viola Odebrecht erhöhte noch vor der Pause nach Vorarbeit von Fatmire Bajramaj auf 2:0 (43.). Babett Peter (49.), erneut Keßler (69.) und die eingewechselte Japanerin Yuki Nagasato (80.) sorgten für eine perfekte Ausgangsposition.

Røa unzufrieden
Schröder meinte nach dem Spiel: „Wir hatten große Probleme, in die Partie zu finden. Desiree Schumann hat uns vor einem Rückstand bewahrt. Danach haben wir die Partie dominiert, das 5:0 ist ein gutes Ergebnis für das Rückspiel.“ Røa-Trainer Geir Nordby meinte: „Es gibt heute einen glücklichen und einen unglücklichen Trainer. Wir können nicht zufrieden sein.“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

10 Kommentare »

  • laasee sagt:

    5145 fans is slightly disappointing but quite good considering the icy weather and lack of football already this year.

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  • Winter sagt:

    In Potsdam hat mir wie schon beim DFB-Hallenpokal Viola Odebrecht besonders gefallen. Man merkt, dass sie wieder „zu Hause“ ist! Wenn sie so weiterspielt, ist sie ganz klar eine Kandidatin für die Nationalmannschaft zur WM 2011. Ihren Rückstand, den sie vor einiger Zeit noch hatte, hat sie deutlich aufgeholt. Ansonsten war es ein Klasse Spiel im „Karli“ und es hat einfach nur Spaß gemacht Turbine zuzuschauen.

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  • horst sagt:

    Schon erstaunlich was die Turbinen nach den ersten nervösen 20 Minuten gestern geleistet haben! Glückwunsch dazu!
    Auch Nadine Keßler hat für mich gestern mal wieder voll und ganz überzeugt!

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  • Detlef sagt:

    @Winter,
    Ich stimme Dir zu, dass VIOLA gestern eine ganz starke Leistung geboten hat!!!
    Zu meinem Erstaunen las ich heute morgen in der MAZ, dass sie mit ihrer Leistung selbst nicht so zufrieden war!!!
    Auch JESSI fand ich (mal wieder) ganz stark!!! Auch wenn ihr kein Tor gelingen wollte, war sie doch ein ständiger Unruheherd!!!
    Außerdem gefiel mir ULLA sehr gut, die diesmal den Vorzug vor NICKY bekam!!!
    Leider lief es zwischen LIRA und ANJA noch nicht so gut, wie in der Hinrunde!!!
    Da fehlt aber sicher nur noch etwas das Feintuning!!!
    Man darf wirklich sehr gespannt sein, was unsere Mannschaft noch zu leisten im Stande ist, wenn da mal alle Baustellen beseitigt sind!!!

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  • Winter sagt:

    @Detlef
    Die Aussage in der MAZ hat mich auch gewundert. Aber lieber etwas unzufrieden als überheblich. Sicherlich ein guter Ansatz um sich weiter zu entwickeln. Der gesamte Kader der Sasion 09/10 ist bis zum heutigen Zeitpunkt einfach überwältigend und auf wirklich europäischem Spitzenniveau. Vor allem sieht man, dass sich jede Spielerin entwickelt und zu ihrem Einsatz kommt. Zu Jessica Wich – gefällt mir auch jedesmal, insbesondere, weil sie ein ständiger Wirbelwind ist, der niemals Ruhe gibt. Turbine sollte nur endlich mal die Stadt und den Landkreis plakatieren, um noch mehr Zuschauer zu den (Spitzen)-Spielen ins Stadion zu bekommen.

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Ich fand die selbstkritische Einschätzung von Viola bemerkenswert ehrlich! Genauso sollte man herangehen, anstatt sich selbst was vorzumachen bzw. Augenwischerei zu betreiben. Da hat sie manch Anderer gegenüber meilenweit Vorsprung. Nur durch das Hinterfragen seiner eigenen Leistung und das Hören auf des Trainers Wort ist eine effiziente Weiterentwicklung vollziehbar – das hat Viola offenbar verinnerlicht!

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  • Detlef sagt:

    @Winter,
    Das mit dem Plakatieren hatte ich schon bei den letzten Mitgliederversammlungen angesprochen!!!
    Es wurde da immer etwas herumgedrukst, so nach dem Motto; „Na das bringt doch sowieso nix“!!!
    Ich glaube, da wurden aber trotzdem über die Fanklubs schon einige „Standartplakate“ in Potsdamer Geschäften verteilt!!!
    Einige davon hängen sicher auch bei den TURBINE-Sponsoren!!!
    Außerdem wirbt der Verein auch auf den Leuchtschildern der Einfallstrassen!!!
    Die Hauptwerbung läuft meistens über die MAZ und die PNN!!!
    Aber ich persönlich glaube, dass man bei TURBINE die Mittel nicht hat, oder nicht einsetzen möchte, um mehr Zuschauer ins KARLI zu holen!!!
    Schröders Spruch lautet dann meistens, „wenn wir gut spielen, kommen auch die Leute“!!!
    Ich bin auch der Meinung, dass man da ruhig etwas mehr nachhelfen könnte!!!
    Aber knapp 1500 Zuschauer, unter der Woche, bei dem unbekannten Gegner, fand ich jetzt nicht sooo schlecht!!!

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  • Marcel sagt:

    Aber ich würde mal sagen bei dem unbekannten Gegner und dem Wetter wäre das wirklich rausgeworfenes Geld mit Plakatieren,glaub nicht das da wesentlich mehr gekommen wären.
    Aber zu den wichtigen Buli-Spielen wie Duisburg oder den CL-Halbfinalspiel wo wieder etwas erträglichere Temperaturen herrschen sollte man das auf jedenfall mal machen.

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  • laasee sagt:

    @Marcel

    The long spell of icy weather makes the casual fans more wanting to stay at home in the warm. I think the CL semi-final (fingers crossed) in better weather will be much nicer for all fans.

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  • Winter sagt:

    @Winter @Marcel

    Ich denke auch, für das CL-Halbfinale und für TOP-Bundesligaspiele (vielleicht mehre Termine oder die gesamte Vor- oder Rückrunde auf einem Plakat) sollte auf jeden Fall plakatiert werden (die Plakate für die CL sind doch fertig, siehe Turbine-Seite, müssen nur dem großen Format der Haltestellen angepasst werden). Viele Potsdamer wissen gar nicht, welche Spitzenleistungen hier kontinuierlich gebracht werden. Insbesondere die ca. 50.000 Neu-Potsdamer. Ein Versuch wäre es auf jeden Fall wert, wer einmal da war, wird begeistert nach Hause gehen. Ich bin jedenfalls in dieser Sasion nach jedem Spiel so aus dem Stadion gegangen!
    Ansonsten fand ich 1500 Zuschauer bei -5 Grad auch o.k..

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