Turbine auch ohne Spielpraxis zu stark für Røa?

Von am 10. März 2010 – 10.21 Uhr

Zum dritten Mal in dieser Champions-League-Saison bekommt es Meister 1. FFC Turbine Potsdam mit einem Team aus den Norden zu tun. Doch während sowohl FC Honka Espoo aus Finnland als auch Brøndby IF aus Dänemark laut Turbine-Trainer Bernd Schröder „keine Gegner waren, die uns in Schütteln gebracht hätten“, erwartet er heute um 19.00 Uhr im Viertelfinal-Hinspiel gegen Norwegens Røa IL im Spiel zweier Teams ohne Spielpraxis ein „Duell auf Augenhöhe“.

Die Norwegerinnen warfen bereits Englands Vizemeister Everton LFC und Vorjahresfinalist Zvezda-2005 aus dem Wettbewerb, mussten aber seit diesen Erfolgen unter anderem den Rücktritt von Camilla Huse verkraften. Marie Knutsen befindet sich im Mutterschaftsurlaub, weitere Spielerinnen fehlen, so dass der Kader etwas ausgedünnt ist. Potsdam stehen bis auf die Langzeitverletzte Isabel Kerschowski hingegen alle Spielerinnen zur Verfügung. Ein klarer Vorteil für Turbine, auch wenn Schröder die Favoritenrolle von sich weist.

Ohne Spielpraxis
Allerdings musste Turbine in den vergangenen Wochen mit zahlreichen Spielabsagen kämpfen und hatte in diesem Jahr noch nicht viel Gelegenheit, sein Können zu zeigen, außer bei den erfolgreichen Auftritten in der Halle und beim 4:0-Auswärtssieg gegen den SC Freiburg in der Frauenfußball-Bundesliga. Doch beim Team von Trainer Geir Nordby sieht die Situation nicht besser aus, da in Norwegen die neue Saison erst im April beginnt. Seine Spielerinnen trafen sich erst in La Manga und dann rund um den Algarve Cup zu einem Trainingslager im Süden Portugals, um den winterlichen Bedingungen in der Heimat zu entfliehen, wo fast nur in der Halle trainiert werden konnte.

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Zietz mit neuem Selbstvertrauen
„Wir alle brennen auf das Spiel und freuen uns, dass es wieder los geht“, so Turbine-Kapitänin Jennifer Zietz, die beim Algarve Cup ihren ersten Treffer im Nationaldress erzielte und neues Selbstvertrauen getankt haben dürfte. „Wir müssen schnell ins Spiel kommen und versuchen, keine Chancen für den Gegner zuzulassen“, so ihr Erfolgsrezept für die Partie. Turbine-Trainer Schröder glaubt: „Der Sieger des Duells wird weit kommen.“

Steiniger Weg
Doch der müsste im Halbfinale einen weiteren Stolperstein aus dem Weg räumen, den Sieger der Partie Duisburg/Arsenal. Ein rein deutsches Finale ist in dieser Saison somit nicht möglich. „Wir sind die einzige Gruppe, in der drei ehemalige UEFA-Pokal-Sieger drin sind, die andere Hälfte ist wesentlich schwächer“, so Schröder.

Abschiedsspiele für Mykjåland
Beide Teams sind mit Nationalspielerinnen bespickt, bei Gegner  Røa ist vor allem Lene Mykjåland hoch motiviert, die nach den Duellen mit Potsdam in die US-Profiliga WPS zu Washington Freedom wechseln wird: „Ich will mich mit einem Erfolgserlebnis verabschieden“, so die 23-Jährige.

Rückspiel auf Kunstrasen
„Wenn wir gut spielen, haben wir auch Chancen, in Potsdam zu gewinnen“, ist sich Trainer Nordby dennoch sicher. Zumindest mit einem Remis würde man gerne in die Heimat zurückreisen, um dann am 17. März im Norden Oslos Turbine auf dem ungewohnten Kunstrasen das Leben schwer zu machen.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.