Duell der Giganten an der Algarve

Von am 3. März 2010 – 10.49 Uhr

Zum achten Mal in Folge haben die USA das Finale des Algarve Cups erreicht, bereits sechs Mal konnten die Amerikanerinnen das Turnier gewinnen. Doch heute treffen sie im Estádio Algarve in Faro (17.00 Uhr MEZ) auf eine deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft, die bestens gerüstet scheint, die US-Dominanz der vergangenen Jahre zu brechen.

„Ich glaube schon, dass wir gegen die USA mehr gefordert sein werden, als in den drei Gruppenspielen“, so Bundestrainerin Silvia Neid, nachdem ihr Team in der Gruppenphase die Teams aus Dänemark, Finnland und China mit einem Torverhältnis von 16:0 an die Wand spielte. Noch nie in 17 Jahren Algarve Cup hat ein Team in den Gruppenspielen mehr Tore erzielt. „Wir haben so viel ausprobiert, wie man nur ausprobieren konnte. Das hat alles hervorragend geklappt.“

Finale ohne Drei
Auch ohne die fehlenden Annike Krahn, Saskia Bartusiak und Kim Kulig ist das Team in diesem Jahr vor allem in puncto Athletik und Fitness wohl im besten Zustand, in dem man sich seit Jahren im Süden Portugals präsentiert hat. Auch das Finale soll weiter zum Testen genutzt werden. Ob Birgit Prinz auf der Sechserposition oder Babett Peter in der Innenverteidigung – Experimente konnte man in diesem Jahr bereits einige bewundern.

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Dosierte Belastung
„Wir werden weiter Dinge ausprobieren“, erklärt Neid. „Wir machen das auch vor dem Hintergrund, die Belastung zu dosieren. Zum einen soll sich niemand verletzen. Zum anderen muss man sehen, dass wir zu einem Zeitpunkt in der Saison hier sind, zu dem die Spielerinnen noch nicht an ihrem Limit sind.“

Neuauflage von 2005 und 2006
Bereits 2005 und 2006 standen sich Deutschland und die USA im Finale gegenüber. In zwei spannenden und engen Duellen behielten beide Teams jeweils einmal die Oberhand. 2005 gewannen die USA durch einen Treffer von Christie Welsh mit 1:0, ein Jahr später setzte sich die DFB-Elf im Elfmeterschießen mit 4:3 durch, Petra Wimbersky verwandelte damals den entscheidenden Elfmeter. Nach regulärer Spielzeit hatte es 0:0 gestanden.

Formationswechsel
Auch das US-Team nutzte die Zeit an der Algarve zum Experimentieren. Nach den Siegen gegen Island (2:0) und Norwegen (2:1) spielte man beim 2:0-Sieg gegen Schweden eine Halbzeit in 4-3-3-Formation, bevor man in den zweiten 45 Minuten erfolgreich auf ein 4-4-2 umstellte. Die eingewechselte Lauren Cheney erzielte beide Treffer.

Keine TV-Bilder
Das letzte Aufeinandertreffen beider Teams fand am 29. Oktober vergangenen Jahres in Augsburg statt, die Amerikanerinnen gewannen damals durch einen Treffer von Abby Wambach glücklich mit 1:0. Auf eine TV-Übertragung des Frauenfußball-Klassikers warten die Fans diesmal jedoch vergebens, denn keine der TV-Anstalten sah sich ein Jahr vor der WM im eigenen Land bemüßigt, das Turnier zu übertragen. Und so heißt es Vorlieb nehmen mit dem DFB-Twitter oder dem Matchtracker des US-Verbands.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.