Algarve Cup: Inspiration für die Bundesligatrainer

Von am 28. Februar 2010 – 14.01 Uhr

Nicht nur zwölf Nationalmannschaften trainieren und spielen derzeit in der Algarve, der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat alle TrainerInnen der Ersten Bundesliga, sowie die der Aufstiegskandidaten aus den zweiten Ligen, an die portugiesische Südküste geladen. Zwölf TrainerInnen sind noch bis Dienstag vor Ort, beobachten Spiele und Trainingseinheiten, absolvieren praktische Übungen und schauen, ob sie sich von den professionellen Einheiten etwas für das Vereinstraining abgucken können.

Für fünf Tage sind die TrainerInnen in Portugal – ein Aufwand, der sich lohne, meint Herfords Trainerin Tanja Schulte. „Wir beobachten hier ganz andere Abläufe im Training, das ist schon toll zu sehen.“ Nach einer Eingangsbesprechung am Freitag standen am Nachmittag auch schon die ersten Spiele an. Schulte, die die Partien der finnischen Mannschaft beobachtet, sah bei der 0:7-Schlappe gegen Deutschland nicht viel Gutes – das Training der Nordländerinnen heute Morgen ist eher taktisch geprägt.

Praxis lässt sich auf Vereinsarbeit übertragen
Wie viel sich vom Gesehenen und Gehörten tatsächlich auf die Einheiten im Verein übertragen lässt, ist von Klub zu Klub verschieden. „Hier hat man natürlich Zeit ohne Ende“, sagt Schulte mit einem Blick auf die trainierenden Finninnen. „Unsere Einheiten dauern zwei Stunden am Tag, da kann man nicht so oft unterbrechen, neu erklären und ansetzen. Auch steckt hier natürlich ein ganz anderer Trainerstab dahinter.“ In Herford arbeitet die A-Lizenzinhaberin in dieser Saison ohne offiziellen Assistenten.

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Das ein oder andere abgeschaut hat sich Schulte dagegen von der Praxis. „Wir konnten gestern eine Einheit mit dem Fitnesstrainer der deutschen Mannschaft sehen. Alex Popp und Martina Müller waren sozusagen seine Probanden.“ Koordination, Fitness, Sprints. „Das bringt wirklich was.“ Auch selbst standen sie schon auf dem Feld, um unter anderem Spieleröffnungen zu üben.

Austausch mit Kollegen
Ein bisschen neidisch sei sie bei all den Beobachtungen aber auch, sagt Schulte zwinkernd, schließlich vergleiche man ja auch immer wieder mit den Möglichkeiten, die einem mit der eigenen Mannschaft zur Verfügung stehen. „Sehr cool“ habe sie den gestrigen Vortag des Nationalmannschafts-Psychologen gefunden – in Herford habe sie solche Unterstützung allerdings nicht.

Dennoch beschreibt sie die Tage insgesamt als „lehrreich“: neue Erfahrungen, der Austausch mit den Bundesligakollegen, die man sonst häufig nur von den Spielen kenne und ein neuer Blickwinkel. Den erhofft sich Schulte am Nachmittag auch durch ein Gespräch mit dem schwedischen Nationaltrainer Thomas Dennerby über seine Erfahrungen und Philosophie. Und bevor es am Dienstag wieder nach Hause geht, beobachtet sie morgen einmal mehr die Finninnen in Aktion. Vielleicht überzeugen sie dann mehr als am Freitag – gefallen haben Schulte da nur Laura Österberg-Kalmari und Torhüterin Tinja-Riika Korpela.

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