Champions League: Olympique Lyonnais disqualifiziert

Von am 21. Januar 2010 – 15.52 Uhr 17 Kommentare

Der dänische Verein Fortuna Hjørring wird anstelle von Olympique Lyonnais das Viertelfinale der UEFA Women’s Champions League gegen ASD Torres Calcio bestreiten. Dies gab heute der europäische Fußballverband (UEFA) bekannt.

Lyon hatte die beiden Achtelfinalspiele mit einem Gesamtergebnis von 6:0 für sich entschieden, doch der 5:0-Sieg im Rückspiel wurde in eine 0:3-Niederlage umgewandelt, da das französische Team zwei Spielerinnen aufgeboten hat, die nicht spielberechtigt waren. Dem Protest Hjørrings hatte die UEFA bereits zuvor stattgegeben, aber noch keine endgültige Entscheidung bekanntgegeben. Somit zieht Hjørring mit einem Gesamtergebnis von 3:1 ins Viertelfinale ein.

Die Entscheidung ist endgültig, allerdings hat Lyon gemäß UEFA-Statuten noch die Möglichkeit den internationalen Sportgerichtshof (CAS) einzuberufen.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

17 Kommentare »

  • Jan sagt:

    Zwei nicht spielberechtigte Spielerinnen einzusetzen ist zwar regelwidrig;
    aber halte ich das Urteil für unverhältnismäßig, ja für völlig überzogen,
    und Fortunas Ansinnen für unritterlich (angesichts ihrer mehr als deutlichen Unterlegenheit).

    Naja, vielleicht wusste ja JEMAND darúm, und hat die Däninen dafür bei
    der EM 2009 in Finnland vorsorglich in der Vorrunde ausscheiden lassen 😉
    was sie auch erst noch 2-3 Tage lang abwarten mussten. 🙁

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Da merkt man sofort, dass Du kein Betroffener bist!
    Zeige mir die Mannschaft, den Verein, der so etwas großzügig, Du schreibst ritterlich, hinnehmen würde ohne auf Sanktionen zu pochen.
    Im Sport geht es auch um materielle Zuwendungen, nicht immer um Peanuts.

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  • Marcel sagt:

    @Jan
    Du widersprichst dir selbst wenn es regelwidrig ist gibts eine eindeutige Strafe.
    Diese Regel gibts übrigens schon ne kleine Ewigkeit man sollte also wissen was einem blüht wenn man sie nicht einhält.Wenn ein Club wie Lyon das nicht gebacken bekommt welche von seinen Spielerinnen spielberechtigt sind oder nicht ist denen leider auch nicht mehr zu helfen.
    Was daran „unritterlich“ sein soll das man darauf pocht das die Regeln eingehalten werden musst du mal erklären ,die es übrigens auch nicht ganz umsonst gibt 😉

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  • WalesGER sagt:

    Also im ersten Moment denkt man.. wie doof kann ein Verein sein zwei Spielerinnen einzusetzen, die keine Berechtigung haben!?? Entsprechend ist die Reaktion dann auch, STRAFE muss sein!
    Natürlich kann man darüber streiten, ob eine Mannschaft die mit 0-6 unterlegen ist tatsächlich so am grünen Tisch einfach plötzlich einen 3-1 Sieg zugeschoben werden sollte… aber dafür gibt es nunmal das Regelwerk!!! Und jeder hat sich an die Regeln zu halten … und jeder!!! Verein, würde sich so verhalten haben wie die Fortuna!!!
    Aber…. es gibt da wohl tatsächlich eine Diskrepanz zwischen dem, was der Französische Verband vorschreibt/erlaubt und was die UEFA Statuten vorschreiben! Bleibt abzuwarten ob Lyon sich an den CAS wendet!

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  • djane sagt:

    Ein Schelm, wer böses dabei denkt…. aber irgendwie typisch französisch, wenn dem so ist mit den unterschiedlichen Regelwerken. Wenn man im internationalen Geschäft mitmischt, sollte man sich auch nach den internationalen Regeln erkundigen und nicht die französischen anwenden 😉

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  • franksquasher sagt:

    Hmh…bleibt natürlich die Frage, ob es nicht besser wäre, ein Spiel am grünen Tisch grundsätzlich „nur“ mit 1:0 zu werten. Warum gerade 3:0 ??? In diesem Fall hätte es sogar vorbildlich gepasst…Gesamtstand 1:1 und ein Entscheidungsspiel hätte es sportlich fair richten müssen.

    Andererseits…hätte Lyon bereits das Hinspiel mit 4:0 gewonnen…wäre die Aufstellung im Rückspiel völlig schnurz gewesen…

    Wie auch immer…beachten wir einfach die gültigen Spielregeln…

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    @franksquasher

    Sportlich fair ist aber immer noch, nicht spielberechtigte Spielerinnen nicht einmal auf die Ersatzbank zu setzen, sondern gleich auf die Tribüne!
    Das mit den zwei angeblich unterschiedlichen Regelwerken ist, wenn es um internationale Spiele geht, sowieso kein Thema, sondern in meinen Augen nur eine schlechte Ausrede…

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  • Jan sagt:

    Dass jede Mannschaft bei so was protestiert, steht doch völlig außer Frage.
    *
    Ein Betroffener wäre sogar befangen. Und als nicht Betroffener und nicht Befangener finde ich:
    Da wird mit Kanonen auf Spatzen geschossen. Das sportlich klar bessere Team zog offenbar keinerlei ersichtlichen (geschweige denn entscheidenden) Vorteil aus dem Spielereinsatz. Warum nicht die Verhältnismäßigkeit wahren, statt nach 08/15-Vorschrift egal was für ein Spiel stets 0:3 werten? Wäre z.B. eine Geldbuße oder Spielersperre nicht angemessener?

    Ein zugegebenermaßen extra überzogenes Beispiel mag das verdeutlichen: Als die USA „versehentlich“ die chinesische Botschaft in Belgrad bombardierten, was machte da China? Hat es etwa Washingten D.C. bombardiert? Natürlich nicht! Das wäre unverhältnismäßig! (und lebensmüde) Sondern US-Diplomaten wurden ausgewiesen.

    Verhältnismäßigkeit und Augenmaß gehen mitunter verloren, wenn Bereiche überreglementiert sind. Wie sich die Welt nicht allein mit Formeln beschreiben lässt, lässt sich das Zusammenleben nicht nur an Paragraphen festmachen. Beide sind nur Krücken.

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  • Marcel sagt:

    @ Jan

    Die Regeln standen vorher fest wer an dem Turnier teil nimmt sollte sie wissen und akzeptiert sie dadurch dann auch.
    Und du kannst doch nicht im allen ernstes irgendwelche Militäraktionen mit einem Fussballspiel vergleichen den dort gibts so gut wie keine Regeln.
    Auserdem woher willst du wissen das es keinen Einfluss hatte das Hinspiel wurde nur knapp gewonnen und das Rückspiel mit den zwei Spielerinnen deutlich mit 5.0 .Keiner kann das eine weder das andere Beweisen und deshalb muss die UEFA die Zweifel ausräumen durch diese Regel und die sagt nunmal der wo die Regel bricht hat die Zeche zu zahlen.

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  • Jan sagt:

    Hallo Marcel,
    stimme Dir zu – außer zwei Einwänden: 1. Die Zeche ist zu hoch.
    Warum sich immer an bisherigen Urteilen oder Bestimmungen orientieren, statt jeweils von Fall zu Fall abzuwägen?
    Sowas birgt das Risiko, dass der Sport mal auf der Strecke bleibt.

    2. aus der Statistik des Rückspiels:
    Eine nicht Spielberechtigte war die Torfrau. Torschüsse 17:1, Eckenverhältnis 9:0 für Lyon! Sie hatte quasi nichts zu halten.
    Die Andere spielte nur im letzten Viertel des Spiels, als es schon 3:0 stand. Und sie schoss kein Tor.

    Oder was ist von Strafen in Ländern zu halten, wo man Dieben eine Hand abhackt?! (Steht dort ja wohl so im Gesetz.)
    Während Diebe jedoch vorsätzlich stehlen und wohl um die Strafe wissen, kann man Lyon nicht mal Vorsatz unterstellen.
    Hier wurde Unwissenheit oder Sorglosigkeit abgestraft, nicht grobe Unsportlichkeit oder entscheidende Einflussnahme aufs Spiel. Justizia ist halt blind.

    Hat aber auch sein Gutes: Dann steht Torres mit Panico im CL-Halbfinale. 🙂
    *
    Übrigens möchte ich UEFA und FIFA mal ausdrücklich loben für ihr einfaches und verständliches Regelwerk.
    (Es ist nur die Justiz, die manchesmal Kontroversen bereitet.)

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  • Marcel sagt:

    Also ich bin jetzt kein Jurist oder UEFA-Angestellter deshalb kann ich nicht sagen aus welchen Gründen es die Regel wirklch gibt.
    Aber ich vermute wie ich schon sagte das man alle Zweifel an einer Manipulation oder Wettbewerbsverzerrung den Boden entziehen will und da kann die „Zeche“ nunmal nur sein das Spiel als Niederlage für die Mannschaft zu werten ,die die Regel gebrochen hat.

    Aber wie gesagt ich empfinde bestimmt kein Mitleid für Lyon wenn ein renommierter Verein so was nicht auf die Reihe bekommt ist ihm auch nicht mehr zu helfen.

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  • Jan sagt:

    Niemand wird ernsthaft behaupten, dass 2 Spieler jemals 7-8 Tore Unterschied ausmachen,
    gerade im konkreten Fall (s. Spielstatistik). Dennoch wird es juristisch gerechtfertigt?

    Naja, wenn geltendes Recht oder Tradition drakonische Maßnahmen legitimieren, beharren
    (auch i.ü.S.) Hohepriester eben auf Kreuzigung. Dann pflichten viele bei oder finden sich damit ab.

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    @Jan

    > Niemand wird ernsthaft behaupten, dass 2 Spieler jemals 7-8 Tore Unterschied ausmachen, gerade im konkreten Fall (s. Spielstatistik).

    Die Aussage würde ich mir an Deiner Stelle nochmal überlegen, denn einer Lira Bajramaj und einer Anja Mittag traue ich diesen Unterschied, ohne mit der Wimper zu zucken, durchaus zu!
    Auch Inka Grings sollte im Verbund mit Femke Maes dies zuzutrauen sein, bzw. Vanessa Bürki und Mandy Islacker wohl auch. 😉

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  • sisyphos sagt:

    Abgesehen davon, dass ich die Entscheidung für korrekt halte:
    Mich wundert immer noch, dass überall nur vom Rückspiel gesprochen wird. Ein Blick auf die UEFA-Seite und die Aufstellung des Hinspiels zeigt doch klar, dass BEIDE Spielerinnen schon in Dänemark eingesetzt wurden (und zwar über die volle Spielzeit). Also müsste auch dieses Spiel für Hjørring gewertet werden.
    Es wundert mich allerdings auch, dass die Dänen nicht schon nach dem Spiel am 5.11. Protest eingelegt haben … warteten sie etwa das Rückspiel und die Unwissenheit/Naivität von Lyon ab, um ganz sicher zu gehen?!

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  • Markus Juchem sagt:

    @sisyphos: Wenn ich das richtig im Hinterkopf habe, muss ein Protest nach einem Spiel innerhalb 24 Stunden eingehen. Das wurde beim ersten Spiel versäumt, deswegen kann dies auch nicht nachträglich für Hjørring gewertet werden. Vielleicht ist es dem dänischen Team ja einfach erst später bewusst geworden oder sie wurden möglicherweise gar erst darauf aufmerksam gemacht.

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  • Rainer sagt:

    Zwei Spielerinnen können den Unterschied ausmachen. Manchmal reicht eine. Marta hat für Umeå sicherlich nicht im Alleingang Meisterschaften gewonnen, aber sie hat mehrfach Spiele umgedreht und entschieden mit spektakulären Einzelaktionen.
    Nun ist Isabell Herlovsen zwar ein Supertalent, aber noch nicht so sehr spielentscheidend, aber Regel ist Regel. Wie bekam denn eigentlich Duisburg letztes Jahr so schnell und ruckzuck die Genehmigung, Kathrin (Lehmann) beim Ausäwärtsspiel in Lyon ins Tor zu stellen. Ist das nur Sache eines ordnungsgemäß eingereichten Antrags?
    Nun kann Fortuna Hjörring sogar das Halbfinale erreichen. Lyons Weg zur europäischen Spitze wird durch diese Dummheit um ein weiteres Jahr verzögert. Hoffentlich verlieren die Sponsoren nicht die Geduld.

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    @Rainer
    > Manchmal reicht eine. Marta hat für Umeå sicherlich nicht im Alleingang Meisterschaften gewonnen, aber sie hat mehrfach Spiele umgedreht und entschieden mit spektakulären Einzelaktionen.

    Aber nicht, wie oben von Jan geschrieben, mit den 7-8 Toren und nicht auf diesem Niveau. 😉

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