Budenzauber in Jöllenbeck und Kiel

Von am 15. Januar 2010 – 12.23 Uhr

„Weltklasse 2010“ nennen die Veranstalter in Bielefeld-Jöllenbeck das an diesem Wochenende zum 31. Mal ausgetragene hochkarätig besetzte internationale Frauenfußball-Hallenturnier. Doch auf einige klangvolle Namen werden die Zuschauer verzichten müssen.

So reist Titelverteidiger FCR 2001 Duisburg, der sich in Gruppe 1 mit Sparta Prag, dem dänischen Meister Fortuna Hjørring und Bundesligakonkurrent SC 07 Bad Neuenahr messen wird, ohne seine Nationalspielerinnen Inka Grings und Annike Krahn an.

Grings und Krahn fehlen
Grings nimmt derzeit im winterlichen Norden Kanadas an einem PR-Event teil und wird erst am kommenden Mittwoch zum Team stoßen, Annike Krahn verzichtet wegen Knieproblemen auf einen Einsatz in Ostwestfalen. Auch die Teilnahme der beiden Spielerinnen am DFB-Hallenpokal in Magdeburg eine Woche später ist noch ungewiss.

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Duisburg auch ohne Ando
„Ich möchte dort mit dem bestmöglichen Kader hinreisen, aber wir werden erst kurzfristig entscheiden, ob die beiden dort spielen können“, so Duisburgs Trainerin Martina Voss gegenüber Womensoccer. Auch Duisburgs Neuzugang Kozue Ando werden die Fans noch nicht zu Gesicht bekommen, die Japanerin bestreitet mit der Nationalmannschaft derzeit ein Fünf-Nationen-Turnier in Chile.

Turbine in Bestbesetzung
In Gruppe 2 trifft der Deutsche Meister 1. FFC Turbine Potsdam auf Dänemarks Vizemeister Brøndby IF, Schwedens Vertreter Kristianstads DFF und Zweitligist Herforder SV. Turbine-Trainer Bernd Schröder, der das Turnier mit seinem Team bisher dreimal – zuletzt 2006 – gewann, erklärt: „Natürlich wollen wir ganz vorn dabei sein. Schließlich reisen wir mit allen Nationalspielerinnen zum Turnier und haben einen gewissen Anspruch an uns selbst. Auch sind wir den Fans das schuldig.“

Erstmals Liveticker
Gleich fünf aktuelle Champions-League-Teilnehmer befinden sich unter den acht Teams. Das Eröffnungsspiel bestreiten am Samstag um 14.00 Uhr der FCR 2001 Duisburg und der AC Sparta Prag. Die Gruppenspiele werden in einer Doppelrunde ausgetragen, die beiden bestplatzierten Teams jeder Gruppe erreichen das Halbfinale. Die Spielzeit in Jöllenbeck beträgt in den Spielen der Vorrunde, in der Platzierungsrunde und in den Halbfinalspielen 1 x 12 Minuten. Die vier Endrundenspiele werden über 2 x 10 Minuten ausgetragen. Die Veranstalter in Jöllenbeck warten mit einer Neuerung auf. Erstmals wird das Turnier auf der offiziellen Website mit einem Liveticker begleitet, nachdem bereits im vergangenen Jahr erfolgreich Tests durchgeführt wurden.

SHFV-Nordcup in Kiel
Nicht nur in Jöllenbeck, auch in Kiel wird an diesem Wochenende Frauenfußball in der Halle gespielt. Beim 3. SHFV-Nordcup kämpfen am Sonntag ab 11.00 Uhr die Bundesligateams des 1. FFC Turbine Potsdam, Hamburger SV, VfL Wolfsburg (Titelverteidiger) und der SG Essen-Schönebeck sowie die Zweitligisten Holstein Kiel, FFC Oldesloe und Werder Bremen um den Titel.

Potsdam tanzt auf zwei Hochzeiten
„Wir haben einen so stark besetzten Kader, dass wir beide Turnier gleichzeitig spielen können“, erklärt Potsdams Co-Trainer Dirk Heinrichs, der sich mit zehn Spielerinnen auf den Weg nach Kiel machen wird. Dem Trainerteam geht es darum, sich für den eine Woche später stattfindenden Hallenpokal in Magdeburg einzustimmen und die „Mischung im Team zu finden, die das Beste im Hallenpokal rausholt.“

Debüt von Rantanen
Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann freut sich auf einen „guten Test“ vor der Abreise ins Trainingslager nach Spanien. In Kiel mit dabei ist der finnische Neuzugang Anna Kaisa Rantanen, die Norwegerin Melissa Wiik wird allerdings erst am Montag zum Team stoßen. Die SG Essen-Schönebeck reist wegen der Verletzungsmisere mit nur zwölf Spielerinnen in den hohen Norden. In Reihen des Hamburger SV wird man erstmals Neuzugang Carolin Simon bewundern dürfen.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.