Dehydrierung: Wie erkennt man drohenden Flüssigkeitsverlust?

Von am 12. Januar 2010 – 11.05 Uhr

Die Dehydrierung gilt als einer der größten Feinde des Sportlers. Wer schon einmal dehydriert war, kennt das Gefühl, dass nichts mehr nach vorne geht. Doch gibt es irgendwelche Symptome, die einem die Möglichkeit geben, die Dehydrierung rechtzeitig zu erkennen und so noch verhindern zu können?

na_alleswas_dunkel_200x62Dass man beim Sport Flüssigkeit verliert, liegt in der Natur der Sache. Und seien wir mal ehrlich: Wer sich direkt nach dem Sport auf die Waage stellt, wird in den meisten Fällen zunächst einmal erfreut sein über die Anzeige. Dabei ist der Unterschied zwischen dem Gewicht vor und nach dem Sport eigentlich nichts anderes als der Flüssigkeitsverlust in Litern (den man selbstredend wieder ausgleichen sollte).

Überschreitet die Diskrepanz von vorher und nachher drei Prozent des Körpergewichts, spricht man gemeinhin von einer Dehydrierung, welche sich in dieser Phase u.a. in einem Anstieg der Körperkerntemperatur äußert. Zu einem Leistungseinbruch kommt es – zumindest im Ausdauersport – nach gängiger Meinung jedoch erst bei etwa 5 Prozent Gewichtsverlust. Das würde im Umkehrschluss bedeuten, dass früh auftretende Symptome einem Athleten eigentlich zu rechtzeitigem und ausreichendem Trinken veranlassen müssten. Doch stimmt das?

Anzeige

Studie: Symptome ein Gradmesser für Dehydrierung?
Wissenschaftler der University of Auckland (Neuseeland) haben sich dieser Fragestellung angenommen und die diagnostische Genauigkeit der fünf häufigsten Symptome einer Dehydrierung untersucht, nämlich Elastizitätsverlust der Haut, trockene Mundschleimhäute, eingefallene Augen, Durst, sowie die Unfähigkeit zu spucken. Um die Exaktheit dieser Marker zu bestimmen, betrachteten die Forscher die Körpergewichtsveränderung sämtlicher 606 Starter des Auckland-Marathons 2006. Die Ergebnisse veröffentlichten sie 2008 im British Journal of Sports Medicine.

Vor dem Start und unmittelbar nach der Zielpassage wurde jeder einzelne Proband gewogen. Anschließend wurden die Finisher befragt, ob sie eines der fünf oben genannten Symptome bei sich feststellten. Auf diese Weise wollten die Forscher eine Verbindung zwischen dem Auftreten eines Symptoms und dem tatsächlichem Flüssigkeitsverlust herstellen.

Dehydrierung lässt sich nicht in Zahlen benennen
Das Ergebnis: Durstgefühl und ein trockener Mund standen in keinerlei Relation zum Flüssigkeitsverlust. Durchschnittlich 2,5 Prozent Gewichtsverlust gab es sowohl bei den Sportlern zu verzeichnen, die über mindestens ein Symptom klagten als auch bei denen, die sich ganz normal fühlten. Und bei den eingefallenen Augen betrug die Differenz nur 0,3 Prozent (2,6 Prozent bei Probanden mit Symptom, 2,3 Prozent bei Probanden ohne Symptom).

Den einzigen signifikanten Unterschied konnten die Wissenschaftler beim Elastizitätsverlust der Haut festmachen: Der Gewichtsverlust der Sportler, die über dieses Symptom klagen, betrug 3,0 Prozent; der derjenigen, die keinen nennenswerten Elastizitätsverlust feststellen konnten, lag bei 2,4 Prozent.

Insgesamt kamen die Forscher somit zu dem Ergebnis, dass die oft als allgemeingültig geltende Grenze von 3 Prozent Gewichtsverlust nicht als Gradmesser für eine einstetzende Dehydrierung gelten kann. Und auch die Symptome sind alles andere als ein zuverlässiges (Früh-)Warnsystem. Abgesehen vom Elastizitätsverlust der Haut, seien sie wohl eher eine Frage subjektiven Empfindens. Angesichts dessen scheint es also nach wie vor der beste Weg zu sein, während stundenlanger Belastungen bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu trinken.

Hier geht’s zum Originalartikel auf netzathleten.de