Der Frauenfußball-Jahresrückblick 2009 – Mai

Von am 1. Januar 2010 – 13.22 Uhr

Das Frauenfußball-Jahr 2009 hatte eine ganze Menge zu bieten. Ob der siebte EM-Titel der deutschen Nationalmannschaft in Finnland, die überraschende Meisterschaft für den 1. FFC Turbine Potsdam oder ein überragender FCR 2001 Duisburg in UEFA- und DFB-Pokal – Womensoccer lässt noch einmal die Höhepunkte des zu Ende gehenden Frauenfußball-Jahres Revue passieren. Im fünfen von zwölf Teilen beschäftigen wir uns mit dem Monat Mai.

Der FCR 2001 Duisburg stand im Mai im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Mit einem fulminanten 6:0-Auswärtssieg im ersten UEFA-Pokal-Finale konnten die Duisburgerinnen sich bereits nach dem Hinspiel über den größten Erfolg der Vereinsgeschichte freuen. Das Rückspiel geriet zur sportlichen Formsache, aber auch zur Mega-Party, zu der sich fast 30 000 Zuschauer in der MSV-Arena einfanden. Da geriet sogar eine Nationalspielerin wie Annike Krahn ins Schwärmen. Dass es im zweiten Finalspiel beim 1:1 im Rückspiel keinen weiteren Erfolg gab, tat der Stimmung keinen Abbruch.

Doch mit dem UEFA-Pokal-Sieg wollte sich das Team von Trainerin Martina Voss-Tecklenburg nicht zufrieden geben. Im letzten DFB-Pokalfinale in Berlin überrollte das Team den späteren Meister 1. FFC Turbine Potsdam mit 7:0, zum zweiten Mal nach 1998 holte man auch diese Trophäe nach Haus.

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Zwischen den beiden Erfolgen sorgte das Team jedoch für negative Schlagzeilen. In zwei hitzig diskutierten Beiträgen beschäftigten wir uns mit der Frage, ob die Entscheidung der Duisburger Verantwortlichen, zum meisterschaftsentscheidenden Spiel nach München nur die zweite Mannschaft zu entsenden, korrekt war. „Titel-Endspurt verkommt zur Farce“ und „Fairplay und Respekt nur Muster ohne Wert?“ gehörten zu den meistgelesenen Artikeln des Jahres 2009. Am Ende sorgte Mutter Natur für Gerechtigkeit.

Auch der 1. FFC Frankfurt kam nicht aus den Schlagzeilen. Nicht nur sportlich wehte dem Team ungewohnter Gegenwind entgegen. Die geplante Verpflichtung der in Hamburg spielenden Kim Kulig sorgte für mächtige Verstimmung zwischen den beiden Teams, die bis heute anhält. Doch die Europameisterin entschied sich vorerst, in der Hansestadt zu bleiben. Doch ein Wechsel an den Main dürfte 2010 über die Bühne gehen.

Eine ganze Reihe von Personalien und Vereinswechseln sorgten für einen bewegten Monat. Sonja Fuss wechselte von UEFA-Pokal-Sieger FCR 2001 Duisburg in die 2. Liga zum 1. FC Köln, die Saarbrücker Prunkstücke wurden in der Liga verteilt. Nadine Keßler und Josephine Henning wechselten nach Potsdam, ihre Saarbrücker Teamkolleginnen Lisa Schwab und Selina Wagner wechselten zu Bayer 04 Leverkusen und zum VfL Wolfsburg. In die VW-Stadt wechselte auch Torhüterin Alisa Vetterlein, die sich dort aber bisher nicht durchsetzen konnte.

Zwei Nationalspielerinnen verlängerten ihre Verträge. Annike Krahn bleibt beim FCR 2001 Duisburg und Célia Okyoino da Mbabi schenkte überraschend weiterhin dem SC 07 Bad Neuenahr das Vertrauen, obwohl einige Schlüsselspielerinnen den Verein verließen. Möglicherweise auch eine Folge dessen, dass auch ein neuer Trainer in die Ahrstadt geholt wurde.

International sorgte China für einen Eklat, indem man eingestand, dass es bei der Schul-Weltmeisterschaft im türkischen Antalya nicht mit rechten Dingen zuging. Bis heute ist die Angelegenheit nicht restlos aufgeklärt.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.