Der Frauenfußball-Jahresrückblick 2009 – April

Von am 30. Dezember 2009 – 17.48 Uhr

Das Frauenfußball-Jahr 2009 hatte eine ganze Menge zu bieten. Ob der siebte EM-Titel der deutschen Nationalmannschaft in Finnland, die überraschende Meisterschaft für den 1. FFC Turbine Potsdam oder ein überragender FCR 2001 Duisburg in UEFA- und DFB-Pokal – Womensoccer lässt noch einmal die Höhepunkte des zu Ende gehenden Frauenfußball-Jahres Revue passieren. Im vierten von zwölf Teilen beschäftigen wir uns mit dem Monat April.

Im April blickte man in Deutschland gespannt auf das Duell der Nationalmannschaft gegen Brasilien in der Frankfurter Commerzbank-Arena. Bereits früh waren mehr als 22.000 Tickets verkauft, was klar machte, dass der nationale Zuschauerrekord von 1989 geknackt werden sollte. Der DFB wollte allerdings mehr, auch ein neuer europäischer Rekord sollte zwei Jahre vor der Weltmeisterschaft im eigenen Land aufgestellt werden. Es gelang, weit über 40.000 Menschen fanden den Weg ins Stadion und sorgten dafür, dass dieser Länderspielklassiker zu einem gelungenen Event wurde. Die Teams trennten sich am Ende mit 1:1; bitter aus deutscher Sicht, war der Rippenbruch von Spielführerin Birgit Prinz, für die die Saison damit gelaufen war.

Neben der dreifachen Weltfußballerin mussten im Bundesliga-Endspurt weitere Spielerinnen verletzt passen. Der FC Bayern München konnte das wohl spannendste Ligafinale aller Zeiten nur noch mit einer Rumpfelf bestreiten, gewann aber dennoch bei Konkurrent FCR 2001 Duisburg. Dieser verlor im Meisterschaftsrennen zusehends an Boden. Gleiches galt für den 1. FFC Frankfurt, der überraschend nicht über ein Unentschieden gegen die SG Essen-Schönebeck hinaus kam und als Titelverteidiger darüber hinaus seine Hoffnungen auf einen Champions-League-Platz begraben musste.

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Stattdessen schlug auf europäischer Ebene Duisburger Stunde. Mit 3:1 siegte der FCR im Europapokalhalbfinale gegen Olympique Lyonnais und erreichte bei der ersten internationalen Teilnahme gleich das Finale. Dort kam es zum Aufeinandertreffen mit Zvezda Perm, die zuvor den zweifachen Champions Umeå IK besiegt hatten. Das Duell mit der Partnerstadt wurde in die Duisburger MSV-Arena verlegt.

Nicht nur im Europapokal stürmten die Duisburgerinnen ins Finale, ohne die verletzte Inka Grings erreichten sie darüber hinaus das DFB-Pokalfinale. Der Gegner dort sollte der 1. FFC Turbine Potsdam werden. Bei den „Turbinen“ hatte im Vormonat FCR-Spielerin Fatmire Bajramaj unterschrieben. Mit Ursula Holl gelang dem FCR im April zumindest die Verpflichtung einer der besten Torhüterinnen. Holl entschied sich, den SC 07 Bad Neuenahr zu verlassen, der mitten im Abstiegskampf steckte. Die Kurstädterinnen entließen schließlich auch Trainer Deniz Bakir, der auf einer Dienstreise von der Entscheidung erfuhr. Mit Isabell Bachor verließ eine zweite Nationalspielerinnen Bad Neuenahr – sie unterschrieb beim FC Bayern München, wo darüber hinaus die Verträge mit Julia Simic, Katharina Baunach, Ulrike Schmetz und Trainer Günther Wörle verlängert wurde.

Die spektakulärste Neuverpflichtung gelang dem 1. FFC Frankfurt, der sich für die Saison 2009/2010 die Dienste von Dzenifer Marozsán sicherte. Das 17-jährige Ausnahmetalent hatte zuvor beim 1. FC Saarbrücken gespielt. Den FC sollten in der Folgezeit weitere Topspielerinnen verlassen.

Die WM-Tauglichkeit der deutschen Stadien für 2011 wurde von einer FIFA-Kommission unter die Lupe genommen, weltmeisterlich wurde es jedoch auch bei den Schülerinnen. Die reisten zur Schul-WM nach China, stürmten bis ins Finale, wo sie den Gastgeberinnen schließlich unterlagen. Brisant wurde das Thema, weil sich herausstellte, dass die Chinesinnen die deutsche Auswahl betrogen hatten.

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