Der Frauenfußball-Jahresrückblick 2009 – März

Von am 28. Dezember 2009 – 11.23 Uhr 3 Kommentare

Das Frauenfußball-Jahr 2009 hatte eine ganze Menge zu bieten. Ob der siebte EM-Titel der deutschen Nationalmannschaft in Finnland, die überraschende Meisterschaft für den 1. FFC Turbine Potsdam oder ein überragender FCR 2001 Duisburg in UEFA- und DFB-Pokal – Womensoccer lässt noch einmal die Höhepunkte des zu Ende gehenden Frauenfußball-Jahres Revue passieren. Im dritten von zwölf Teilen beschäftigen wir uns mit dem Monat März.

Im dritten Monat des Jahres waren die Blicke nach Portugal gerichtet, wo zum 16. Mal der Algarve Cup ausgetragen wurde. Die deutsche Mannschaft präsentierte sich fünfeinhalb Monate vor der Europameisterschaft in Finnland noch nicht in Topform, verlor sowohl gegen Schweden mit 2:3 als auch das Spiel um Platz 3 gegen Dänemark mit 0:1.

Offenbar ein Schuss vor den Bug zur rechten Zeit, auch wenn Bundestrainerin Silvia Neid ihren Schützlingen mangelnde Fitness vorwarf. Im Sommer reichte es aber wieder zum neuerlichen EM-Titel, der Algarve Cup entpuppte sich einmal mehr als wenig bedeutungsvoller Gradmesser. Eine durfte sich als Gewinnerin fühlen: Bianca Schmidt vom 1. FFC Turbine Potsdam überzeugte beim Turnier in ihrem ersten A-Länderspiel und wurde später mit einer Berufung in den EM-Kader belohnt.

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Eine Vertragsverlängerung und eine Verpflichtung sorgten für mächtige Schlagzeilen. Nach einem öffentlichen Flirt mit einem Wechsel entschied sich Inka Grings, ihren Vertrag beim FCR 2001 Duisburg bis 2012 zu verlängern, dem 1. FFC Turbine Potsdam gelang mit der Verpflichtung von Fatmire Bajramaj ein Paukenschlag und eine Top-Verpflichtung, wie sich inzwischen eindrucksvoll bestätigt hat.

Schlagzeilen negativer Art schrieben zwei andere Spielerinnen. Nachwuchstalent Inka Wesely von der SG Essen-Schönebeck erlitt einen Kreuzbandriss, Bayern Münchens Nicole Banecki wurde wegen unsportlichen Verhaltens vier Spiele gesperrt.

Auf dem Weg zur Frauenfußball-Weltmeisterschaft 2011 gab es einen weiteren Meilenstein. Das Organisationskomitee gab den Spielplan des Turniers bekannt. Die DFB-Elf wird ihre Vorrundenspiele wie erwartet in den größten Stadien bestreiten: in Berlin (74.000 Zuschauer), Frankfurt (46.700) und Mönchengladbach (47.000).

Der FCR 2001 Duisburg schuf sich im Halbfinale des UEFA-Pokal mit dem 1:1 bei Olympique Lyonnais eine perfekte Ausgangsposition, ein Schlüsselspiel auf dem Weg zum späteren Titelgewinn. Femke Maes bewies mit dem so wichtigen Ausgleich einmal mehr ihren Wert für das Team, im Tor stand Stand-by-Torhüterin Kathrin Lehmann.

In den USA begann Ende März im kalifornischen Carson die neue US-Profiliga WPS. 2:0 siegte der später Vizemeister Los Angeles Sol mit Weltfußballerin Marta im Eröffnungsspiel gegen Washington Freedom. Fast 15 000 Zuschauer ließen sich das Auftaktspiel der WPS nicht entgehen.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

3 Kommentare »

  • eisbär sagt:

    Der März brachte mit dem Wechsel von Bajramaj eine richtig traurige Nachricht. Der Wechsel hat sie sicherlich weiter gebracht, wenn man ihre Leistungen in dieser Saison anschaut, aber ich hätte sie lieber weiter in Duisburg gesehen.

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  • Detlef sagt:

    @eisbär,
    des einen Leid, ist des anderen Freud!!!

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Irgendwie kann ich es Lira nicht verdenken, dass sie sich verändern wollte. Ihre beinahe Leistungsexplosion mag auch für sie Bestätigung genug sein, dass dieser Schritt richtig war. Allein schon ihre herausragende Leistung im Spiel gegen die US-Girls hätte es verdient gehabt, dass sie als Siegerin vom Platz geht. Ohne sie und ihrer zwei Tore hätten wir vermutlich auch kein Olympia-Bronze geholt – in diesem ansonsten grottenschlechten Kick eines genauso verkorksten Turniers. Mich freut´s für Lingor, da dieses Spiel ihr 149. und zugleich letztes war!

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