Die Tops und Flops der Woche 49/2009

Von am 8. Dezember 2009 – 11.26 Uhr 13 Kommentare

Im Mittelpunkt der positiven sowie negativen Ereignisse der vergangenen Woche stehen heute bei uns ein Rekord in der zweiten Liga, mehr Teilnehmer bei der Weltmeisterschaft, Durcheinander bei TeBe Berlin und die Negativserie eines Aufstiegskandidaten.

Top 5

1. Das WM-Teilnehmerfeld wird vergrößert
Bei der Weltmeisterschaft 2015 werden erstmals 24, statt bislang 16, Mannschaften mitmachen. Lange hatte es gebraucht, bis man sich zu dieser Entscheidung durchringen konnte, da man zu große Leistungsunterschiede und ein somit fallendes Niveau befürchtet hatte. Schon bei der Europameisterschaft in diesem Jahr hatte man ähnliches erwartet – eingetreten ist es allerdings nicht. Spiele mit „Neulingen“ waren knappe Spiele, die Niederländerinnen schafften es bis ins Halbfinale. Man sollte längerfristig denken und somit die besseren Entwicklungschancen für Länder, die bislang knapp an der Qualifikation scheitern, im Blick haben. Außerdem sind im jetzigen Modus Europa und Asien, gemessen am Leistungsniveau, unterrepräsentiert.

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2. Herford stellt neuen Rekord auf
Die Herbstmeisterschaft in der Zweiten Bundesliga Nord schaffte der Herforder SV bereits in der vergangenen Woche durch einen 1:0-Heimsieg gegen SV BW Hohen Neuendorf. Mit dem 3:0 bei Werder Bremen sorgten die Ostwestfälinnen dafür, dass sie in der gesamten Hinrunde ohne einen einzigen Punktverlust blieben. Das hat vor ihnen noch niemand geschafft. Elf Spiele, elf Siege und ein Torverhältnis von 32:8. Der Vorsprung auf einen Nicht-Aufstiegsplatz beträgt bereits 13 Punkte.

3. Hohen Neuendorf gelingt erster Saisonsieg
Mit einem 4:2 gegen den FFC Oldesloe hat Tabellenschlusslicht BW Hohen Neuendorf seinen ersten Saisonsieg eingefahren. Die vier erzielten Treffer waren dabei mehr, als die Brandenburgerinnen bislang in der ganzen Saison erzielt hatten. Fünf Punkte stehen mittlerweile auf der Habenseite, der Rückstand auf den Relegationsplatz beträgt nur noch zwei Zähler – der Abstiegskampf ist wieder spannend.

4. Goddard schafft Hattrick
Wichtige drei Punkte gelangen auch der SG Essen-Schönebeck im Abstiegskampf der Ersten Bundesliga. 3:2 gewann die SGS gegen Schlusslicht SC Freiburg. Alle drei Treffer erzielte Stephanie Goddard. Der letzte gelang ihr dabei in der 82. Minute beim Stand von 2:2 per Foulelfmeter. Die Ruhrpöttlerinnen verlassen somit die Abstiegsränge.

5. WM-Ticketverkauf auf dem Weihnachtsmarkt
Das Organisationskomitee der Weltmeisterschaft 2011 greift beim Ticketverkauf zu neuen Maßnahmen. Die Eintrittskarten für die Titelkämpfe werden ab Ende der Woche auch auf ausgewählten Weihnachtsmärkten in Deutschland erhältlich sein. „Mit dem Verkauf der Städte-Serien auf den Weihnachtsmärkten möchten wir uns gezielt an die Einwohner der Spielorte während der Weihnachtszeit wenden“, sagt OK-Präsidentin Steffi Jones. Erhältlich sind die Tickets in den acht Spielorten sowie in Braunschweig, Duisburg und Dortmund.

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Flop 5

1. Weiter Unruhe bei TeBe Berlin
Die Erstligafußballerinnen von TeBe Berlin haben seit Mittwoch eine neue Abteilungsleitung, kommen jedoch auch weiter nicht zur Ruhe. Die Wahlen auf der Mitgliederversammlung sorgten für viel Wirbel, Trainer Thomas Grunenberg und der Vorsitzende des Fördervereins, Erhard Rösler, hätten die Wahl eines Vorsitzenden gerne bis Sommer vertagt und selbst jemanden für die Spitze vorgeschlagen. Die Abteilung entschied sich dagegen, wählte Oliver Ronneberger – doch der Streit geht weiter.

2. Köln verliert Boden im Aufstiegskampf
Der 1. FC Köln hat in den letzten drei Spielen nur einen Punkt erringen können. Lediglich in der Partie gegen den Tabellenführer, Bayer 04 Leverkusen, gelang dem FC ein Unentschieden. Die Begegnungen gegen den VfL Sindelfingen und die Zweitvertretung des FCR 2001 Duisburg endeten im eigenen Stadion mit einer Niederlage. Damit beträgt der Rückstand der Kölnerinnen auf Leverkusen beträgt bereits sechs Punkte, auch Sindelfingen ist am FC vorbei gezogen.

3. Weltfußballerinnen-Wahl mit Schwächen
Immer im Winter ist es soweit: die Nominierungen zur Weltfußballerin des Jahres werden bekannt gegeben, und immer wieder sorgt der Modus für Gesprächsstoff. Die Liste der zehn vorgeschlagenen Spielerinnen wurde jetzt auf fünf reduziert. Am Ende wird sich wohl die Akteurin durchsetzen, die sich international den größten Namen gemacht hat, nicht die, die wirklich das beste Jahr hinter sich hat. Die Wahl ist schon immer umstritten, Fußball sei ein Mannschaftssport, man könne keine Einzelakteurin wählen. Offensivkräfte haben immer die größten Chancen, weil sie durch Tore glänzen – Defensivspieler/innen können weniger stark auf sich aufmerksam machen. Genau dies wird auch in den Top 5 repräsentiert: Kelly Smith, Birgit Prinz, Marta, Inka Grings und Cristiane – alles Offensivspielerinnen. Interessant wird am Ende die Analyse der Stimmen sein. Wie viele Stimmen aus Europa fallen auf Birgit Prinz, die bei der EM sich weniger gut präsentierte, als in den vergangenen Jahren? Wie stimmen die Nationen, in denen Frauenfußball eine untergeordnete Rolle spielt? Dort wählte man in den vergangenen Jahren verstärkt „die großen Namen“ unter den Spielerinnen – weil der Überblick fehlt, sagen Kritiker, um die Gesamtsituation des Sports beurteilen zu können.

4. Top-Spielerinnen verlassen Europa
In der vergangenen Woche wurden gleich mehrere Wechsel in die US-amerikanische Profiliga WPS bekannt. Was für die Spielerinnen eine große Chance darstellt, ist für den europäischen Vereinsfußball weniger von Vorteil. Schweden kehrten mit Kosovare Asllani, Caroline Seger und Jessica Landström gleich drei Akteurinnen den Rücken, die Finnin Laura Österberg Kalmari (in Schweden aktiv) folgte. Für die Champions League ist darüber hinaus der Wechsel von Katie Chapman zu den Chicago Red Stars von Bedeutung. Für viele Experten war sie die beste Engländerin bei der Europameisterschaft. Der Verlust einer defensiven Mittelfeldspielerin von diesem Format wird für Arsenal LFC, Viertelfinalgegner des FCR 2001 Duisburg, auf internationalem Niveau kaum gleichwertig zu kompensieren sein.

5. Niedrige Zuschauerzahlen
Das Wetter spielte am Wochenende nicht überall mit, und die Zuschauerzahlen waren bei manchen Begegnungen teils erschreckend niedrig. Auch das Spitzenspiel zwischen dem FCR 2001 Duisburg und dem FC Bayern München verfolgten nur etwas mehr als 1.000 Zuschauer. In der Zweiten Bundesliga war das Niveau ebenfalls niedrig. Selbst Mannschaften, wie Victoria Gersten, die einen der höchsten Zuschauerschnitte der Liga haben, vermeldeten lediglich 210 Zuschauer: Zum Nordderby zwischen dem Hamburger SV II und Holstein Kiel fanden sich gerade 70 Anhänger ein. Von den über 1.300 Menschen, die die Partie zwischen dem 1. FFC Frankfurt und dem SC 07 Bad Neuenahr verfolgt hatten, blieben gerade 83 im Stadion, um die Zweitvertretung gegen Wacker München zu sehen.

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13 Kommentare »

  • NinaFX sagt:

    Flop 6: Der DFB verlost in seinem Adventskalender 2 Tickets für das zweite Vorrundenspiel der Frauen-Nationalmannschaft. So weit, so gut, aber betitel ist das Ganze mit: „2 Eintrittskarten Frauen WM 2010“ – mhhh, wo ist der Fehler? Ich finde übrigens, dass so etwas einfach nicht passieren darf! Hier der Link und dann unter Gewinner. Korrigiert wurde das Ganze nämlich immernoch nicht. Und manch einer hat sich hier über das Niveau des Gewinnspiels: „Zwei Exemplare “Frauenfußball” zu gewinnen!“ empört…

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  • Jennifer sagt:

    @ Nina: Ist mir auch aufgefallen. Wie kommt das? Was sind da für „Journalisten“ am Werk? Darf da jeder irgendwie rumtippen? So sieht es nämlich aus!
    Insgesamt denke ich, muss das Niveau der Berichterstattung bzgl Frauenfussball unbedingt angehoben werden. Das habe ich aber auch schon mal geschrieben bzgl der Vereine, die anständige und aktuelle Webseiten haben müssen, mit Anfahrtskizzen zu den doch relativ kleinen Stadien usw. Der DFB geht offensichtlich nicht mit gutem Beispiel voran … schade …

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  • Christian sagt:

    Jetzt mal ohne Vereinsbrille…
    …aber mit dem Bemühen um etwas mehr Sachlichkeit, einer Sachlichkeit, die ich in vielen Beiträgen von Dirk, eben auch jenem vom 08.12.09, 9:57 Uhr, vermisse.

    Zitat Dirk: „Drücken wir also kollektiv Inka die Daumen, alles andere wäre in meinen Augen ein vorzeitiger Karnevalsgag…“
    Wenn ihm dieser Satz nicht vollkommen mißraten ist, so bedeutet er NULL Respekt gegenüber den Mitnominierten von Inka Grings!

    Zitat Dirk: „Was um alles in der Welt macht BP denn noch dabei?
    Allein diese Nominierung führt dazu, dass man das alles nicht wirklich ernst nehmen kann…“
    Die Ausgabe 10 des FF>>Magazin veröffentlichte die Rangliste des deutschen Frauenfußballs 2009. 4 Spielerinnen wurde das Prädikat „Weltklasse“ zuteil, nämlich Nadine Angerer, Linda Bresonik, Inka Grings und – man höre und staune! – auch Birgit Prinz.
    Duldet Dirk keine Götter, Verzeihung: FF-Experten neben sich? Oder spricht er den Trainerinnen und Trainern der FBL, deren Meinungen in die Rangliste eingeflossen sind, die Kompetenz ab, über die Qualität der Spielerinnen zu urteilen?

    Ich meine, eine Spielerin, die von den Bundesligacoaches als „Weltklasse“ eingestuft wurde, kann auf einer Nominierungsliste für die Weltfußballerin nicht so völlig deplaziert sein!

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  • Christian sagt:

    Sorry, mein Kommentar sollte in einen anderen thread!

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  • abraxas sagt:

    Da fällt mir im übrigen, wenn ich FLOP 2 sehe, noch ein weiterer ein (von mir aus FLOP 7, obwohl ich ihn weitaus höher ansiedeln würde): „Zweitvertretungen von Erstligamannschaften beeinflussen Aufstieg“. Ich denke, hier weiß jeder, was ich damit meine. Falls nicht – bei Bedarf folgt eine Erklärung.

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  • Ulf sagt:

    Wenn der 1.FC Köln Aufstiegsambitonen hat, dann sollte er auch mit den vier 1.Liga-Ergänzungsspielerinnen*, die der FCR II einsetzte, zurechtkommen. Außerdem sprach man bei Köln vom schlechtesten Saisonspiel, was man kaum dem FCR zum Vorwurf machen kann.
    Die Spielerinnen wurden eingesetzt um Spielpraxis zu sammeln. Daß das jetzt gegen 1.FC passierte, war sicherlich nicht böse Absicht, sondern lag zufällig am Spielplan.
    Solange Grings in der 1.Mannschaft die Mittelstürmerposition belegt, macht Kayikci eben in der 2.Mannschaft die Tore, ob es den Kölnern gefällt oder nicht. Der 1.FC kann sich ja schon bald im Pokalspiel rächen. (Punkt statt 3 Ausrufezeichen)

    * Einsatzzeiten 1.Liga von 990 Minuten max.: van Bonn 371 min. – Himmighofen 326 min. – Kayikci 145 min., aber 360 min. 2.Liga – Wermelt 81 min.

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  • uwe sagt:

    Das haben die Duisburger schon die ganze Saison konsequent durchgezogen.Daher kann mann wohl kaum von Wettberwebsverzerrung sprechen. Gegen die Zweite von Frankfurt hat zum Beispiel L.Bresonik 90min gespielt.
    Auch bei den Spielen gegen LEV. 0:5, und Sindefingen 1:0. waren Gastspielerinnen aus der Ersten dabei.

    Ps. Kayikci sehe ich Mommentan sowieso eher in der Zweiten was die Einsatzzeiten belegen.

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  • Janine sagt:

    Stimme @uwe in allen Punkten zu, bei Duisburg gibt es zahlreiche Spielerinnen, die zwischen Erster und Zweiter „pendeln“ und das ist auch hinreichend bekannt. Wie @abraxas jetzt daraus eine „Aufstiegs-Beeinflussung“ herleiten zu wollen, finde ich – gelinde gesagt – gewagt. Meines Wissens hat sich auch keiner der Kölner darüber beschwert, dass Ergänzungsspielerinnen der Ersten auf dem Platz standen.

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  • djane sagt:

    Ich sehe das folgendermaßen: Dieser „Spielerinnen-Tausch“ wird doch in der Regel von Vereinen praktiziert, die noch in mehreren Wettbewerben stehen, und daher auf einen fitten Kader angewiesen sind. Solange wir im FF keine so professionellen Bedingungen haben, das eine eventuelle Dreifach-Belastung einen Kader massiv beeinflussen kann, halte ich das für durchaus legitim. Zumal die Vereine das ja nicht machen, um der „schwächeren“ Mannschaft eins auszuwischen. Freuen wir uns also auch in Zukunft lieber über möglichst viele deutsche Mannschaften in der CL, und wer weiß- vielleicht hilft es der ein oder anderen Spielerin aus der 2. Liga auch weiter, mal 90min gegen eine der „Großen“ gespielt zu haben.

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  • Tweetylein sagt:

    @abraxas

    Es ist absolut normal, ob Frauen- oder Männerfußball, dass Spielerinnen/Spieler zwischen 1. und 2. Mannschaft wechseln! Das ist keine Erfindung vom FCR! Das gabs schon immer und wirds immer geben!

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  • uwe sagt:

    Wenn die Terminplanung von der Saison 2010/2011 bestehen bleibt, ende der 1 Liga am 13.3.2011 und in der 2 Liga gibt das noch 5-6 Spiele dann ja dann wirds richtig lustig.
    Ich gehe mal davon aus das die Nicht- Nationalspielerinnen dann massiv in den jeweiligen 2. Mannschaften eingesetzt werden.

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  • Tweetylein sagt:

    Warum auch nicht…Spielpraxis hat noch niemandem geschadet.

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  • Detlef sagt:

    @abraxas,
    WAS hast Du für ein Problem damit???
    Im Übrigen hast Du recht, denn TURBINE II verhilft den Underdogs im Norden, regelmäßig zu ein paar Punkten!!! (zuletzt Magdeburg)

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