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Spitzenduo liefert sich weiter Kopf-an-Kopf-Rennen

Von am 7. Dezember 2009 – 11.31 Uhr 12 Kommentare

Bereits am Samstag verdarb UEFA-Pokal-Sieger FCR 2001 Duisburg am elften Spieltag der Frauenfußball-Bundesliga mit dem furiosen 7:0-Erfolg dem FC Bayern München das zweite Adventswochenende, am Sonntag holte sich Meister 1. FFC Turbine Potsdam mit dem neunten Sieg im elften Saisonspiel die Tabellenführung zurück und sicherte sich den Platz an der Sonne nach der ersten Saisonhälfte. Der 1. FFC Frankfurt hielt mit einem Erfolg gegen Bad Neuenahr jedoch Anschluss an das Spitzenduo.

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Gegen einen extrem defensiv eingestellten und wegen einer Zahn-OP ohne Stürmerin Martina Müller angetretenen VfL Wolfsburg ging Turbine zwar bereits nach 62 Sekunden durch Fatmire Bajramajs neunten Saisontreffer in Führung, doch danach mussten sich die 1 006 Zuschauer im Karl-Liebknecht-Stadion in ungewohnter Geduld üben, bis Nadine Keßler ihr Team mit dem 2:0 erlöste, als sie nach einem Freistoß von Anja Mittag am Schnellsten reagierte (58.). Zuvor hatte Babett Peter mit einem Kopfball an die Latte (24.) für einen der wenigen Aufreger gesorgt.

Fehlende Frische
„Spielerisch war das heute weit unter dem, was wir sonst bieten“, kritisierte Turbine-Trainer Bernd Schröder trotz des neunten Siegs im elften Saisonspiel. Als Begründung führte Schröder an, dass seinem Team die Frische gefehlt haben, da „mit Blick auf das Pokalspiel am 19. Dezember gegen den 1. FFC Frankfurt noch einmal unheimlich hart im athletischen Bereich gearbeitet“ wurde. Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann war trotz der Niederlage nicht unglücklich: „Ich bin mit der Leistung meiner Mannschaft sehr zufrieden. Wir haben gegen den Tabellenführer gespielt und haben 90 Minuten gut dagegen gehalten.“

Frankfurt weiter in Torlaune
Zum zweiten Mal in dieser Saison holte der 1. FFC Frankfurt den SC 07 Bad Neuenahr auf den Boden der Tatsachen. Nach dem 4:0-Sieg im Pokal in Koblenz ließen die Frankfurterinnen am Brentanobad einen ungefährdeten 5:2 (3:1)-Sieg folgen. Zwei Treffer von Conny Pohlers (14. und 42.), zwei von Petra Wimbersky (25. und 78.) und ein Tor von Kerstin Garefrekes (53.) zeigten dem Gegner, der durch Lydia Neumann (35.) und die eingewechselte 16-jährige Marie Pyko (56.) zweimal erfolgreich war, dass die Trauben im Duell mit den Spitzenteams zu hoch hängen.

Frankfurts Trainer Sven Kahlert meinte: „Ich bin zufrieden mit dem Spiel meiner Mannschaft und damit, dass wir den Abstand zu den Teams an der Tabellenspitze gewahrt haben, aber wir müssen in Zukunft wesentlich konzentrierter bei der Ausnutzung der sich bietenden Torchancen auftreten.“ Bad Neuenahrs Trainer Thomas Obliers zog trotz der Niederlage eine positive Bilanz: „Wir haben trotz allem eine Super-Hinrunde gespielt und stehen auf dem vierten Platz, wo uns vor der Saison niemand erwartet hätte.“

Jena siegt durch Blitztore
Mit zwei schnellen Toren kurz vor der Halbzeit sorgte der FF USV Jena beim 3:1 (2:0)-Sieg für die Entscheidung im Spiel gegen den 1. FC Saarbrücken. Genoveva Anonma (42.) und Sylvie Arnold (45.) trafen für die Gastgeberinnen, ehe Selina Dambier (65.) für einen Hoffnungsschimmer sorgte (65.), den jedoch Anonma (78.) mit ihrem bereits neunten Saisontreffer zunichte machte.

Jenas Trainerin Heidi Vater erklärte: „Wir waren zunächst etwas verkrampft und hätten uns über einen Rückstand nicht beschweren können. Wir haben heute nicht so gut gespielt wie gegen Wolfsburg letzte Woche, aber wir sind natürlich zufrieden, dass wir dieses wichtige Spiel gewonnen haben.“ Gäste-Trainer Stephan Fröhlich meinte: „Ich kann meinem Team keinen Vorwurf machen. Einsatz, Wille und Chancen waren vorhanden, um das Spiel erfolgreicher zu gestalten. In der Phase vor der Pause haben wir geschlafen und sind dann entscheidend in Rückstand geraten.“

Erster Heimsieg für den HSV
Der Hamburger SV feierte nach dem Überraschungssieg in München den zweiten Erfolg in Serie. Allerdings benötigten die Hanseatinnen einen verwandelten Foulelfmeter von Silva Lone Saländer (35.), um Aufsteiger Tennis Borussia Berlin mit 1:0 (1:0) in die Schranken zu verweisen und somit den ersten Heimsieg der Saison zu feiern.

Zittersieg für Essen
Beim 3:2 (1:1) landete die SG Essen-Schönebeck im Kampf gegen den Abstieg einen wertvollen Dreier gegen den SC Freiburg. Die Gäste gingen durch Susanne Hartel in Führung (10.), doch Stephanie Goddard drehte die Partie mit ihren beiden Treffern (33. und 63.), ehe Danique Stein für die Gäste ausglich (72.). Doch mit einem verwandelten Foulelfmeter und ihrem dritten Treffer des Tages sorgte Goddard für den Sieg (82.), durch den sich die Essenerinnen ein wenig Luft verschafften.

Essens Trainer Ralf Agolli meinte: „„Es war ärgerlich, dass wir so lange zittern mussten. Man hat gesehen, dass einfach die Leichtigkeit gefehlt hat.“ Freiburgs Trainer Edgar Becker erklärte: „Es hat heute nicht ganz gereicht, wir hatten auch unsere Möglichkeiten, letztlich hatte Essen heute mehr Glück.“

Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

12 Kommentare »

  • Detlef sagt:

    Also es war sicher kein Glanzstück, was die TURBINEN da gestern gezeigt haben!!!
    Die Taktik von Ralf Kellermann stand doch schon vor dem Spiel fest, also mußte doch jeder Potsdamerin klar gewesen sein, dass WOB hinten Beton anrühren würde!!!
    Die Räume waren dann in der Tat auch ziemlich eng, aber sie waren da!!!
    Eine Spitzenmannschaft wie TURBINE, hat eigentlich auch das spielerische Potential, so ein massives Abwehrbollwerk auseinander zu nehmen!!!
    Eigentlich heißt dann aber auch, dass man mit dem Kopf ganz auf dem Platz sein muß!!!
    Volle Konzentration beim Passspiel, und die Übersicht auf dem Spielfeld behalten, all das zeichnete den Halbserienmeister so oft aus in dieser Saison, außer gestern!!!
    Bernd Schröder schätzte die Fehlerquote in Hälfte Eins bei ca 80%!!!
    Da dürfte er nicht weit daneben liegen!!!
    Auch in Hälfte Zwei war sie kaum besser!!!
    Am Ende standen trotzdem 3 wichtige Punkte, weil dann doch die Klasse der ansonsten schwach spielenden LIRA BAJRAMAJ kurz aufblitzte, und auch die eher unauffällig agierende NADINE KESSLER einmal am richtigen Platz war (für mich leicht abseitsverdächtig)
    Das dann das dritte Tor, wegen angeblichem Abseits (für mich klare Fehlentscheidung) nicht gegeben wurde, fiel dann auch kaum ins Gewicht!!!
    Natürlich hinterließen die Wölfinnen einen erbärmlichen Eindruck!!!
    Ein Team, dass sich als Saisonziel immerhin Platz Fünf gesetzt hat, darf auch beim Tabellenführer nicht derart feige auftreten!!!
    Das Fehlen von Martina Müller, wirkte sich dann auch negativ auf die Gastgeberinnen aus!!!
    Mangels jeder Gefahr, von WOB dafür bestraft zu werden, schlich sich schon recht zeitig der Schlendrian ins TURBINE-Spiel ein!!!
    JENNY ZIETZ hatte sicherlich recht mit ihren Vorwürfen in Richtung Ralf Kellermann, als sie den fehlenden Siegeswillen von WOB anprangerte!!!
    Aber TURBINE hatte es selber in der Hand, dies angemessen zu bestrafen!!!
    Ich bin ziemlich sicher, gegen Saarbrücken sehen wir ein ganz anderes Spiel!!!
    Schon im Hinspiel zeigten die Saarländerinnen, dass sie durchaus gewillt waren, dem hohen Favorit ein Bein zu stellen!!!

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  • djane sagt:

    ohne das Spiel gesehen zu haben finde ich es doch etwas arrogant von Zitz, die Wölfinnen zu beschuldigen, sie hätten nicht gewinnen wollen. Der VfL hat nun mal nicht die Kaderbreite wie z. Bs. Potsdam, und neben Müller fehlt als Goalgetterin wohl auch die einvernehmlich getrennte Thompson. Jede andere Mannschaft, die sich momentan im mittleren bzw. hinteren Bereich der Tabelle tummelt, hätte wohl genauso taktiert. So gesehen denke ich auch wie Detlef, das Turbine auch unter diesen Vorraussetzungen mehr daraus hätte machen müssen.

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  • GrisSouris sagt:

    Seid Ihr nicht schon sehr verwöhnt?
    Natürlich wünsche ich mir Potsdamer Zauberfußball…, aber nun hat Turbine drei Punkte in einem nicht ganz so hochklassigen Spiel geholt.
    Auf dem Feld stehen immer zwei Mannschaften!
    Und oft sogar noch ein Schiri-Gespann…

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  • Dirk sagt:

    Ich denke auch, dass wir da unsere Ansprüche etwas zu hoch hängen.

    Man muss auch mal einen Sieg als „Arbeitssieg“ verbuchen. Turbine war zu keinem Zeitpunkt irgendwie gefährdet und hat das Ding locker nach Hause geschaukelt. Es kann ja auch nicht jedes Spiel in Zauberfussball ausarten.

    Also. alles gut, stehen woir den Mädels auch mal schwächere Spiele zu, das sind alles nur Menschen…

    Mir eh ist es eh lieber, wenn sie gegen die stärkeren Mannschaften zaubern…

    Duisburg hat bei einem der schlechteren Spiele Punkte gelaasen, also worüber regen wir uns eigentlich auf?

    Etwas weniger Arroganz würde uns sicherlich sehr gut zu Gesicht stehen…

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  • Pauline sagt:

    @ Djane, wie du schreibst, hast du das Spiel nicht gesehen und ich würde es nicht als arrogant bezeichnen, das sich Jenny Zietz über die Auswechselspielchen der Wolfsburger aufregte.

    Weil die Szene, die nicht nur bei Jenny sondern auch beim Publikum großen Unmut auslöste war die, als der Wolfsburger Trainer in den letzten Minuten noch drei Auswechselungen vornahm. Denn er wechselte sie nicht alle auf einmal ein, obwohl sie alle drei schon bereitstanden, sondern schön nacheinander. Das lief folgendermaßen: Einwechselung, Spiel wurde wieder angepfiffen. Bei der nächsten Spielunterbrechung wieder eine Einwechselung, Spiel wurde wieder angepfiffen. Bei der nächsten Spielunterbrechung wieder eine Einwechselung … . So dass die letzte Spielerin quasi mit dem Abpfiff aufs Feld ging und es kein Spiel mehr zustande kam. Nun sei es jedem freigestellt, wann er wechselt. Aber es war schon ein wenig merkwürdig. Hatte er wirklich Angst, Turbine würde Wolfsburg noch abschießen?

    @ Dirk, da schließe ich mich an.

    Scheinbar steigt einigen Turbine-Fans der Erfolg zu Kopf und man muss der Mannschaft auch mal ein schwächeres Spiel eingestehen können. Hauptsache drei Punkte, den es gab schon Spiele gegen Wolfsburg, in den Turbine 89 Minuten dominiert, aber kein Tor geschossen hat und mit einem Konter in der 90. Minuten das entscheidende Gegentor kassiert hat. Natürlich möchte ich auch den schönsten Fußball unserer Mädels sehen, aber man muss auch mal eingestehen können, dass andere Mannschaften sich dagegen stellen, sei es mit einer vierbeinigen Abwehr.

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  • djane sagt:

    Pauline, ich rede nicht von den Wechselspielchen, mich stört folgender Absatz von dem Artikel auf der Turbine-HP:
    „Obgleich Turbine Potsdam gegen den VfL Wolfsburg mit 2:0 (1:0) gewonnen hatte, stiefelte Jennifer Zietz am Sonntag nach dem Abpfiff verärgert vom Rasen des Babelsberger Karl-Liebknecht-Stadions. „Was kommen die hierher, wenn sie gar nicht gewinnen wollen“, schimpfte sie in Richtung der Wolfsburgerinnen. „Die stellen sich nur hinten rein. Dabei sind die doch nicht schlecht“, begründete die 26-Jährige ihren Frust nach einer spielerisch mageren Partie.“

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    Nun, weshalb Jenny diese missmutige und sicher von einer gehörigen Portion Enttäuschung über die (Mannschafts-)Leistung geprägt tätigte, ist dem unmittelbar vorausgegangenem Abpfiff geschuldet. Ein wenig später wird ihr das Licht auch von selbst aufgegangen sein…
    Die richtigen Argumente hat bereits Detlef in seinem von mir voll unterstützten Beitrag genannt, wobei ich einschränkend feststellen möchte, dass es auch anderen Spitzenmannschaften keineswegs ausnahmslos gelingt, konstant Topleistungen abzurufen – weniger gute Spiele bw. Durchhänger kommen da schon mal vor. Und auch Spieler(innen) nehmen sich da schon hin und wieder eine Auszeit.

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  • Detlef sagt:

    @Pauline,
    ich glaube nicht, dass mir der Erfolg der TURBINEN zu Kopf gestiegen ist!!! Dazu bin ich selber viel zu kritisch mit meinem Lieblingsteam!!!
    Natürlich kann und darf auch ein Spitzenteam wie TURBINE mal einen schlechten Tag haben!!!
    Aber dann muß man dies, so wie Schröder, auch nach dem Spiel zugeben, und nicht alles nur auf die Mauertaktik des Gegners schieben!!!
    @Dirk,
    die Ansprüche sind nicht zu hoch!!!
    Sie werden seinen Spielerinnen wohl Woche für Woche ,und Tag für Tag von Schröder immer wieder eingetrichtert!!!
    Und nur weil er immer wieder so hohe Anforderungen stellt, spielt TURBINE auf diesem hohen Niveau!!!
    Und wir wollen doch am Ende wieder vor Duisburg stehen!!! Deshalb müssen wir auch dann besser sein, selbst wenn wir mal einen schlechten Tag erwischen!!!

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    @Detlef
    > Sie werden seinen Spielerinnen wohl Woche für Woche ,und Tag für Tag von Schröder immer wieder eingetrichtert!
    Wenn ich ansonsten sehr deckungsgleich mit Deiner Auffassung/Meinung bin, hier möchte ich Widerspruch anmelden!
    Dem alten Trainerfuchs traue ich einen derartigen Stumpfsinn keineswegs zu, er wird wohl eher seine Motivationsschübe individuell, wohldosiert, -verpackt und gezielt an die Adressaten weiterreichen, um ein paar Prozentpunkte zusätzlich noch rauszukitzeln.
    Auch geht mir da ab und an ein Foto mit Seltenheitswert nicht aus dem Kopf, wo der Trainer unmittelbar nach Abpfiff des CL-Rückspiels gegen Bröndby, Lira liebevoll und in Dankbarkeit in die Arme schließt! Es hat als psychologisch besonders wertvoll einen hohen Stellenwert in der Palette meiner Sammlung von Turbinefotos!

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  • Detlef sagt:

    @ Schenschtschina Futbolista,
    Was die Motivationsschübe angeht, hast Du sicherlich recht!!!
    Mir ging es mehr um die Ansprüche, die Schröder an sein Team hat!!!
    Ich war schon ein paar mal beim Training dabei, und jedes mal mahnte er seine Spielerinnen, auch fürs Publikum zu spielen!!!

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  • abraxas sagt:

    @Detlef:
    Die Äußerung von Zietz ist völlig arm. WOB hat durchaus mit einer defensiven Einstellung die richtige Taktik gewählt, die durch ein schnelles Gegentor jedoch früh zerstört wurde.

    Und wie schlimm, die Turbinen haben nur 2:0 gewonnen, weil der Gegner hinten gestanden hat! Da ist natürlich der Gegner schuld, dass man keine 5 Tore schießen kann … ALBERN!

    Im übrigen – nimm es nicht persönlich: man verleiht seinen Äußerungen nicht mehr Gewicht, wenn man sie permanent mit überflüssigen Ausrufezeichen versieht. Vor allem kann man bei Dir wichtige Sätze nicht mehr von unwichtigen unterscheiden. Was schade ist – denn manchmal hast Du durchaus Wichtiges zu sagen. Das erkennt man nur leider nicht mehr …

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  • Schenschtschina Futbolista sagt:

    @abraxas
    Jennys Äußerung als arm zu bezeichnen, ist grenzwertig! Wie ihre Äußerung zu bewerten ist, schrieb ich ja bereits. Erst Recht wird WOB diese Taktik wählen, wenn sie ohne Martina Müller auskommen müssen. Ausserdem will kaum ein Gegner jedes Mal drei Punkte zzgl. ein halbes Dutzend Tore in Potsdam lassen.

    @Detlef
    Richtig, dass der Trainer Wert darauf legt, dass den Spielerinnen bewußt ist, dass sie auch für das zahlende Publikum spielen und dieses nur dann recht zahlreich ins Stadion (wieder-)kommt, wenn es das für´s Geld geboten bekommt, was es sich darunter vorstellt, und da dürfen durchaus auch einmal Spiele mit weniger Toren darunter sein, wenn die Einstellung stimmt.

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