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Auch ohne Stars zurück zum Erfolg?

Von am 28. November 2009 – 21.39 Uhr

Das Topspiel des 10. Spieltags der Frauenfußball-Bundesliga findet am Sonntag in Bad Neuenahr statt. Duisburg, Frankfurt, Bayern und der HSV wollen nach den durchwachsenen Ergebnissen der vergangenen Woche Wiedergutmachung leisten, doch wichtige Schlüsselspielerinnen stehen nicht zur Verfügung.

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Turbine gewarnt
Der neue Tabellenführer 1. FFC Turbine Potsdam muss im Topspiel des zehnten Spieltags beim SC 07 Bad Neuenahr antreten. Turbine-Trainer Bernd Schröder warnt davor, den in dieser Saison unter Führung von Thomas Obliers wiedererstarken Gegner zu unterschätzen. „Bad Neuenahr hat gegen uns immer gut gespielt – zuletzt hieß es dort 2:2. Wir haben auf jeden Fall Respekt. Für uns wird das ein sehr, sehr schweres Spiel.“ Die Gastgeberinnen konnten jedoch bisher nur beim 1:0-Sieg in München den Großen Paroli bieten, spielten aber zuletzt beim 6:2-Heimsieg den FF USV Jena an die Wand. In Duisburg und gegen Frankfurt im DFB-Pokal setzte es jedoch klare Niederlagen. Im Tor zurück erwartet wird die zuletzt fehlende Romina Holz. Dennoch wäre alles andere als ein Turbine-Sieg eine Überraschung.

Duisburg ohne Grings und Popp
Auch ohne die gesperrte Inka Grings und die verletzte Alexandra Popp will der FCR 2001 Duisburg nach dem enttäuschenden 1:1 gegen den 1. FC Saarbrücken bei Schlusslicht SC Freiburg einen Dreier einfahren. Doch der hat durch den ersten Saisonsieg und unter der Führung des neuen Trainers Ede Beck neues Selbstvertrauen geschöpft. „Ich hoffe, dass unser unnötiges Remis gegen Saarbrücken ein Schuss vor den Bug zur rechten Zeit war“, so Duisburgs Trainerin Martina Voss, die wieder auf Femke Maes und Annemieke Kiesel zurückgreifen kann. Beck will die Punkte jedoch nicht kampflos überlassen. „Wir können es Duisburg schwer machen, wenn wir gut arbeiten und die Räume eng machen.“

Duell der Enttäuschten
Der FC Bayern München  hofft nach dem Ausscheiden in Champions League und DFB-Pokal sowie dem enttäuschenden 2:2 bei Tennis Borussia Berlin endlich wieder auf ein Erfolgserlebnis. „Nur mit Siegen können wir wieder nach oben kommen“, so Bayern-Trainer Günther Wörle vor dem Spiel gegen den Hamburger SV. Mit von der Partie wird wieder Nicole Banecki sein, es fehlen jedoch Carmen Roth (Muskelverletzung) und Katharina Baunach (Knieprobleme), der Einsatz von Julia Simic ist fraglich. Auch der HSV ist nach der 0:1-Heimschlappe gegen den SC Freiburg auf Wiedergutmachung bedacht, muss aber weiterhin wegen eines Bänderrisses auf Kim Kulig verzichten. „Für unser Spiel in München haben wir uns viel vorgenommen. Allerdings ist eine Leistungssteigerung notwendig, um dort zu bestehen“, so HSV-Trainer Achim Feifel.

Frankfurt ohne Bartusiak, Einsatz von Del Rio Garcia fraglich
Das mögliche Fehlen der torgefährlichen Stürmerin Laura Del Rio Garcia dürfte Frankfurts Trainer Sven Kahlert besonders wurmen, doch auch die studienbedingte Abwesenheit von Saskia Bartusiak spielt dem FFC nicht in die Karten. Nach der 1:4-Niederlage beim 1. FFC Turbine Potsdam ist ein Dreier beim Aufsteiger Tennis Borussia Berlin Pflicht, um weiter von einer Teilnahme an der nächsten Champions-League-Saison zu träumen. „Tennis Borussia Berlin ist eine Mannschaft, die wir keinesfalls unterschätzen werden“, so Kahlert, der die individuellen Fehler und das schwache Defensivverhalten aus der vergangenen Partie abstellen möchten.

Generalprobe
Der VfL Wolfsburg empfängt am Sonntag den FF USV Jena und setzt sich dabei selbst unter Druck. Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann erklärt: „Wir wollen und müssen dieses Spiel gewinnen, um uns vor den schweren Auswärtsspielen bei Turbine Potsdam und beim 1.FFC Frankfurt eine gute Ausgangsposition zu erarbeiten.“ Nur wenige Wochen später wird man im Viertelfinale des DFB-Pokals erneut auf die Thüringerinnen treffen. „Es ist sicher so etwas wie die Generalprobe.“ Mit dabei sind wieder Katri Nokso-Koivisto und Zsanett Jakabfi. Topstürmerin Martina Müller soll trotz einer wegen Muskelproblemen verordneten Trainingspause zum Einsatz kommen. Jenas Trainerin Heidi Vater meint: „In der vergangenen Saison haben wir gegen Wolfsburg nicht gut ausgesehen.“ Und auch in Bad Neuenahr gab das Team zuletzt beim 2:6 keine gute Visitenkarte ab.

Kellerduell in Saarbrücken
Der unerwartete Punktgewinn beim FCR 2001 Duisburg dürfte dem 1. FC Saarbrücken neuen Schwung verleihen. „Der Punkt in Duisburg war nichts wert, wenn wir gegen Essen nicht auch etwas Zählbares holen“, mahnt Saarbrückens sportliche Leiterin Denise Gorges. Zumal sich der Gegner in den vergangenen Wochen verbessert präsentierte. Allerdings muss das Team ohne seine gesperrte Spielführerin Melanie Hoffmann auskommen, die an ihrem 35. Geburtstag aufs Zuschauen beschränkt ist. „Schon ein Unentschieden wäre eine Enttäuschung“, setzt Hoffmann die Messlatte hoch.

Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.