Steigt ALNO aus dem Frauenfußball aus?

Von am 26. November 2009 – 16.28 Uhr 6 Kommentare

Der vor etwas mehr als einem Jahr abgeschlossene Vertrag des Küchenherstellers ALNO mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) als Hauptsponsor der deutschen Frauenfußball-Nationalmannschaft läuft noch bis zum 31. Dezember 2012. Doch ALNO erwägt einen frühzeitigen Ausstieg.

ALNO-Vorstandschef Jörg Deisel erklärt gegenüber dpa: „Wir überprüfen gerade, ob die ALNO mit ihrem Anspruch, ein technisches Produkt zu machen, im Frauenfußball gut reflektiert wird.“, Er sei unsicher, ob es eine gute Entscheidung seiner Vorgänger gewesen sei, ausgerechnet im Frauenfußball als Sponsor aufzutreten.

Den Euro zweimal umdrehen
Derzeit würden mit dem DFB Gespräche über einen möglichen Ausstieg geführt werden. „Es ist aber noch nichts entschieden“, so Deisel. ALNO hat in den vergangenen Jahren regelmäßig Verluste gemacht, die Werke sind nur noch zu 45 Prozent ausgelastet und Schließungen ganzer Standorte sind wahrscheinlich. „Wir haben im Moment viele Baustellen, auf denen wir auch Geld brauchen. Wir sind eben nicht ein Unternehmen wie Siemens oder Mercedes Benz, wo es auf den Euro nicht ankommt.“

Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen einen Verlust von 0,9 Millionen Euro vermeldet, ein Jahr zuvor waren es gar 49,5 Millionen Euro. Die Konzernzentrale wird Mitte 2010 von Pfullendorf nach Düsseldorf verlagert.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

6 Kommentare »

  • Frank sagt:

    ALNO hat spätestens seit 2006 (nach dem Einstieg von Private Equity in Pfullendorf) erhebliche Probleme. Das ALNO in 2008 mit dem DFB einen 4-Jahres-Sponsorvertrag abschließt, ist vor dem Hintergrund der Entwicklungen in der Möbel- / Küchenindustrie (hohe Korrelation mit dem Rückgang in der Bauwirtschaft generell) betriebswirtschaftlich nicht nachvollziehbar.

    Der Erkärungsansatz des VV Hr. Deisel „… ob die ALNO mit ihrem Anspruch, ein technisches Produkt zu machen, im Frauenfußball gut reflektiert wird“ ist natürlich Schwachsinn. ALNO fehlt – schlicht und ergreifend – die Kohle! Der DFB sollte sich schnellstmöglich einen potentialstarken, neuen Partner suchen.

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  • Eckenkoenig sagt:

    Sehr interessant! Die klangen vor einem Jahr noch so, als ob sie den großen Werbecoup gelandet hätten …

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  • Ulf sagt:

    Es gibt m.E. keine Rechtfertigung hier jemandem „Schwachsinn“ nachzusagen. Man auch auch so formulieren, daß es nicht beleidigend wirkt.
    Nein, ich habe keine ALNO-Küche.

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  • laasee sagt:

    Kitchen sponsors for the girls.

    Beer sponsors for the boys.

    Modern world?

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  • Detlef sagt:

    Na das ist doch mal was neues!!!
    Sonst ist doch immer die Krise an allem Schuld!!!
    Diesmal ist es doch tatsächlich der FF!!!

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  • Laura sagt:

    wusste gar nicht, dass FF nicht technisch ist…?

    Im Vorfeld der WM gilt in Sachen Ausstieg wohl: besser ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.

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