Keine „Fußballerin des Jahres“ in Asien

Von am 26. November 2009 – 11.45 Uhr

In 18 Kategorien wurden am Dienstagabend auf einer großen Gala in Kuala Lumpur (Malaysia) die Besten Asiens ausgezeichnet. Doch erstmals seit Einführung kürte die asiatische Fußball-Konföderation (AFC) keine „Fußballerin des Jahres“.

Begründet wurde der ungewöhnliche und nur schwer nachvollziehbare Schritt damit, dass es im zu bewertenden Zeitraum keine aussagekräftigen Wettbewerbe auf AFC- und FIFA-Ebene gegeben habe.

Keine herausragende Spielerin?
Die Ehrung wird normalerweise einer herausragenden Spielerin zuteil, die „in einem AFC- oder FIFA-Wettbewerb basierend auf dem Feedback der Technischen Studiengruppe konstant ausgezeichnete Leistungen“ erbracht hat. Noch am Samstag hatte Vorsitzender Worawi Makudi auf dem siebten Treffen des AFC Frauenfußball-Komitees die Fortschritte des Frauenfußballs sowie das Engagement der Verbände bei der Entwicklung des Sports in ganz Asien gelobt.

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Umso erstaunlicher, dass man gerade im Jahr 2009 auf die öffentlichkeitswirksame Auszeichnung verzichtet. Zumal immer mehr asiatische Spielerinnen auch im Ausland für Furore sorgen und es inzwischen auch abseits von großen Turnieren genug Möglichkeiten gibt, die Leistung asiatischer Spielerinnen in den diversen Ligen oder auch bei Turnieren und Testspielen zu bewerten.

Wie etwa die Japanerinnen Mami Yamaguchi (Umeå IK), Homare Sawa (Washington Freedom), Eriko Arakawa (FC Gold Pride) oder auch Aya Miyama (Los Angeles Sol), die in ihren jeweiligen Ligen positive Akzente setzten. Und auch die asiatischen Nationalmannschaften sind regelmäßig im Einsatz, sei es China beim Vier-Nationen-Turnier, Algarve Cup, oder auch Japan, das in diesem Jahr eine Europa-Tournee austrug. Und so wurde zwar bedauerlicherweise keine „Fußballerin des Jahres“ gekürt, wohl aber eine beste „Nachwuchsfußballerin des Jahres“.

Iwabuchi erneut beste Nachwuchsfußballerin
Den Titel sicherte sich wenig überraschend die Japanerin Mana Iwabuchi, die auch zur Wahl der Weltfußballerin des Jahres nominiert ist. Das gerade einmal 16 Jahre alte Ausnahmetalent hatte sich den Titel bereits im Vorjahr gesichert. Diesmal verwies sie Ji-So yun aus Südkorea und Kim Da-Hey aus Nordkorea auf die Plätze zwei und drei. Iwabuchi erzielte im Finale der asiatischen U19-Meisterschaft in der 87. Minute den entscheidenden Treffer beim 2:1 gegen Südkorea. Auch im Halbfinale gegen Nordkorea hatte sie mit ihrem Treffer den 1:0-Sieg sichergestellt.

Im vergangenen Jahr war sie bereits bei der ersten U17-Weltmeisterschaft in Neuseeland zur besten Spielerin des Turniers ausgezeichnet worden. In der laufenden japanischen Meisterschaft hat sie für ihren Verein NTV Beleza in 17 Spielen fünf Treffer erzielt. Laut japanischen Medienberichten will der spanische Verein Espanyol Iwabuchi nach Europa holen.

Japan großer Gewinner
Weitere Auszeichnungen im Frauenfußball gingen an Japan (Verband des Jahres, Fairplay), die japanische U19 wurde darüber hinaus zur besten Nationalmannschaft des Jahres ausgezeichnet – eine Ehre, die nur selten einer Junioren-Auswahl gewährt und ohne die Leistung schmälern zu wollen wohl mehr der Tatsache geschuldet war, dass man schlecht eine A-Nationalmannschaft ehren konnte, ohne in Erklärungsnotstand zu kommen, warum man dann keine „Fußballerin des Jahres“ küren konnte.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.