Niederlandes WM-Traum so gut wie geplatzt

Von am 23. November 2009 – 13.16 Uhr 2 Kommentare

Mit zehn Spielen wurde in der vergangenen Woche die europäische Qualifikation für die Frauenfußball-Weltmeisterschaft 2011 in Deutschland fortgesetzt. Dabei feierte Österreich seinen ersten Sieg, drei favorisierte Teams kamen nicht über Unentschieden hinaus. Für einen EM-Halbfinalisten ist die WM-Teilnahme bereits in weite Ferne gerückt.

Die österreichische Frauenfußball-Nationalmannschaft gewann ihr Qualifikationsspiel auf der Mittelmeerinsel Malta mit 2:0 (1:0).

Beide Treffer beim Pflichtsieg erzielte vor 750 Zuschauern in Ta’Quali Bayern Münchens Stürmerin Nina Aigner, die in ihrer Heimat zur Spielerin des Jahres ausgezeichnet wurde.

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Spielplan und Ergebnisse

Tabellen

Sonja Spieler sah die Gelbe Karte, womit sie im Auswärtsspiel in England Ende März 2010 gesperrt sein wird. „Das waren drei hart erarbeitete Punkte“, so das Fazit von Nationaltrainer Ernst Weber.

Bitter enttäuscht: Niederlandes Nationaltrainerin Vera Pauw ©Nora Kruse/FF-Archiv

Bitter enttäuscht: Niederlandes Nationaltrainerin Vera Pauw ©Nora Kruse/FF-Archiv

Oranje enttäuscht
Drei andere favorisierte Teams musste in ihren Spielen herbe Enttäuschungen hinnehmen und kamen über Unentschieden nicht hinaus. So musste sich EM-Halbfinalist Niederlande und Duisburgs Annemieke Kiesel im Heimspiel gegen Weißrussland mit einem 1:1 (1:0) begnügen. Die Führung von Renée Slegers (23.) glich Yekaterina Aukhimovich (63.) überraschend aus. Ein Patzer, der die Niederlande im Kampf um den Gruppensieg mit Norwegen teuer zu stehen kommen dürfte. Niederlandes sprachlose Trainerin Vera Pauw erklärte nach der Partie: „Es hätte nach einer Viertelstunde 3:0 und am Ende 6:0 stehen müssen, aber wenn man die Tore nicht macht, braucht man sich nicht wundern. Unsere WM-Chance ist damit auf null gesunken, man muss realistisch sein.“ Denn nach der 0:3-Niederlage in Norwegen und dem Remis gegen Weißrussland sind die WM-Chancen der Niederländerinnen wohl nur noch theoretischer Natur. Das sehen auch zwei Drittel in einer aktuellen Umfrage so.

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Belgien und Ukraine nur remis
Belgien mit Duisburgs Femke Maes kam in Aserbeidschan, das bereits mit einem 2:1-Heimsieg gegen Wales überrascht hatte, nicht über ein 0:0 hinaus. Fünf Punkte beträgt der Rückstand der Belgierinnen in Gruppe 8 nun bereits auf Spitzenreiter Schweden, auch in dieser Gruppe dürfte somit bereits eine Entscheidung gefallen sein. EM-Teilnehmer Ukraine leistete sich nach der sang- und klanglosen 1:4-Niederlage in Polen einen weiteren Patzer, in Ungarn musste sich das Team mit einem 1:1 begnügen, was vor allem den überraschenden Spitzenreiter Polen gefreut haben dürfte. Zsanett Jakabfi vom VfL Wolfsburg brachte die Gastgeberinnen in Führung (16.), Tetyana Chorna (63.) rettete den Ukrainerinnen zumindest einen Punkt. Die Ukraine hat nach drei Spielen nur enttäuschende vier Punkte auf der Habenseite, fünf Punkte hinter Tabellenführer Polen, der allerdings bereits ein Spiel mehr ausgetragen hat.

Favoritensiege
In den anderen Partien hatten die Favoriten nur wenig Mühe. Russland gewann sein Auswärtsspiel in Israel mit 6:1 (2:0). Beste Torschützin war mit zwei Treffern Elena Fomina. Spanien gewann in der Türkei ebenso ungefährdet mit 5:0 (0:0). Stürmerin Adriana brachte ihr Team zu Beginn der zweiten Halbzeit mit einem Blitz-Hattrick binnen sechs Minuten (47., 50., 53.) auf die Siegerstraße. Gaëtane Thiney (27.) und Camille Abily (45. +3) schossen Frankreich zu einem 2:0 (2:0)-Sieg in Serbien, so dass das Team in Gruppe 1 weiterhin ohne Gegentreffer ist und sich über den vierten Sieg im vierten WM-Qualifikationsspiel freuen durfte. Beim 7:0 (5:0)-Sieg Finnlands gegen Armenien erwies sich Laura Österberg-Kalmari mit drei Toren als treffsicherste Spielerin. In weiteren Spielen gewann Portugal in Slowenien mit 4:0 (0:0), Bulgarien hatte wenig Mühe, sich mit 5:0 (2:0) gegen Georgien durchzusetzen.

Weitere Spiele
In den kommenden Tagen werden einige weitere Partien ausgetragen. So tritt England zum Auswärtsspiel in der Türkei an, Italien hat im Heimspiel gegen Armenien ebenso bereits fest drei Punkte einkalkuliert. Belgien möchte beim Gastspiel in der Tschechischen Republik Wiedergutmachung betreiben, Griechenland bestreitet am 26. November ein Heimspiel gegen Georgien, bevor die WM-Qualifikation bis zum 21. März 2010 in die Winterpause geht.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

2 Kommentare »

  • Markus Juchem sagt:

    Ergebnis von heute:

    Italien – Armenien 7:0 (2:0)
    Tore: Tona (1.), Conti (40.), Gabbiadini (50., 80.), Panico (52., 90.+4), Camporese (77. Elfmeter)

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  • Markus Juchem sagt:

    Ergebnisse von heute:

    Türkei – England 0:3 (0:0)
    Tore: Alex Scott (77.), Lianne Sanderson 81.), Rachel Unitt (85.)

    Tschechische Republik – Belgien 1:2 (0:2)
    Tore: Adéla Pivoňková 69.); Kristel Verelst (24.), Femke Maes (27.)

    Griechenland – Georgien 5:0 (2:0)
    Konstantina Katsaiti (31. Elfmeter), Kalomoira Kontomichi (42., 67., 70.), Anastasia Papadopoulou (53.)

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