Die Tops und Flops der Woche 47/2009

Von am 23. November 2009 – 15.16 Uhr 1 Kommentar

Die vergangenen sieben Tage waren ereignisreich. Diesmal stehen überraschende Punktgewinne in Deutschland und England im Mittelpunkt sowie ein erfolgreiches Comeback in der Zweiten Bundesliga. Ebenso aber auch eine wahre Kartenflut am Wochenende, eine bittere Verletzung in Frankreich sowie die Erkenntnis, dass der 1. FFC Frankfurt gegen die Spitzenteams der Liga derzeit das Nachsehen hat.

Top 5

1. Kleine ganz groß
Sie standen auf den Listen vieler ganz oben, wenn es um den Abstieg aus der Ersten Bundesliga ging: 1. FC Saarbrücken und TeBe Berlin. Die Aufsteiger sind alles andere als aus der Gefahrenzone, doch die vermeintlichen „Underdogs“ haben die „Großen“ am Wochenende ganz schön geschockt. Saarbrücken rang dem FCR 2001 Duisburg ein 1:1-Unentschieden ab, 2:2 endete die Partie zwischen den Berlinerinnen mit ihren bayrischen Gästen aus München.

Anzeige

2. Freiburg erstmals erfolgreich
Des einen Top ist des anderen Flop: Im neunten Anlauf hat der SC Freiburg am Sonntag seinen ersten Saisonsieg gefeiert. Mit 1:0 siegten die Breisgauerinnen im ersten Spiel unter dem neuen Trainer Ede Beck beim Hamburger SV. Der SC verkürzte seinen Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz auf drei Zähler. Nur noch zwei Punkte Vorsprung haben dagegen die Hamburgerinnen auf die Abstiegsränge. Wiederholt haben die Hanseatinnen gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte Punkte lassen müssen.

3. Meisterschaft in England offen wie nie
In England ist man seit der vergangenen Saison ja maximal einen Zweikampf zwischen Arsenal und Everton um die Meisterschaft gewöhnt. Beide können sich gegenseitig schlagen, verlieren aber nicht gegen die anderen. Damit ist vorerst Schluss. Chelsea hat sich dem Führungsduo nicht nur angenähert, sondern Everton vergangene Woche sogar geschlagen. Dennoch ist alles offen, sowohl Chelsea als auch Arsenal verloren ihre Spiele am Sonntag. Die „Blues“ unterlagen den Doncaster Rover Belles, Arsenal hatte gegen Aufsteiger Sunderland das Nachsehen, die „Black Cats“ gewannen mit 2:1.

 

In der vergangenen Saison hatten Maren Wallenhorst (l.) und Kristina Gessat noch gemeinsam gejubelt. Gestern waren sie Gegner.

4. Maren Wallenhorst stoppt Werders Negativserie
Fünf Spiele in Serie war der SV Werder Bremen sieglos geblieben und hatte in dieser Zeit nur zwei Punkte gewonnen. Doch gegen den FSV Gütersloh 2009 endete die Negativserie, Werder kam zu einem 5:3-Sieg. Besonders überraschend: Vor Wochenfrist hatten die Bremerinnen im DFB-Pokal noch mit 1:5 gegen den FSV verloren. Damals hatte Maren Wallenhorst den Ehrentreffer erzielt, am gestrigen Sieg gegen Gütersloh war sie gleich mit drei Toren beteiligt. Eindrucksvolles Comeback des Neuzugangs, der vor Saisonbeginn ausgerechnet aus Gütersloh an die Weser gewechselt war – für Wallenhorst war es nach einmonatiger Verletzungspause (Bänderriss) erst das zweite Pflichtspiel.

Schlagwörter:

5. Sindelfingen punktet in Köln
Sie waren gehörig unter Druck – haben ihm aber standgehalten. Der VfL Sindelfingen kam beim 1. FC Köln zu einem 1:0-Erfolg und fügte den Kölnerinnen damit die erste Saisonniederlage zu. Der Rückstand des VfL auf Köln hat sich auf fünf Punkte verringert, zu Tabellenführer Leverkusen beträgt er sieben Zähler. Das ist nicht wenig, doch der Sindelfinger Sieg hat gezeigt, dass es in der Südstaffel der Zweiten Bundesliga nicht zwangsläufig auf einen Zweikampf an der Tabellenspitze hinauslaufen muss – es bleibt spannend.

Flop 5

1. Frankfurt verliert Anschluss
Drei Niederlagen hat der 1. FFC Frankfurt in der laufenden Saison kassiert – allesamt gegen Spitzenteams. Nach den verlorenen Heimspielen gegen den FC Bayern München und den FCR 2001 Duisburg unterlagen die Hessinnen am Sonntag beim 1. FFC Turbine Potsdam mit 1 :4. Mit viel Hoffnung und Optimismus hatte man am vergangenen Wochenende noch zum Gipfeltreffen mit den „Turbinen“ geschaut, die Hochstimmung mit dem neuen Trainer Sven Kahlert war groß. Doch Potsdam hat den Frankfurterinnen einmal mehr aufgezeigt, dass sie zur Zeit nicht mit der nationalen Spitze mithalten können.

 

53 Gelbe Karten - allein in Wörrstadt griff Schiedsrichterin Ülfet Car sechs Mal zum Karton.

2. Über fünfzig gelbe Karten
Fair Play stand am Wochenende auf der Prioritätsliste der Mannschaften und Spielerinnen definitiv nicht an erster Stelle. Insgesamt mussten die Unparteiischen in der Ersten und Zweiten Bundesliga 53 Gelbe Karten verteilen. An der Spitze stand das Nordderby zwischen Holstein Kiel und dem FFC Oldesloe, bei dem Schiedsrichterin Sinem Turac gleich sieben Verwarnungen aussprach. Wiederholungstäterinnen gab es drei, wegen wiederholten Foulspiels mussten Melanie Hoffmann und Laura Kill vom Feld. Inka Grings wurde wegen Meckerns vorzeitig zum Duschen geschickt – sollte sich eine erfahrene Nationalspielerin eigentlich verkneifen können.

3. Wörrstadt gibt Sieg aus der Hand
Fest eingeplant habe man die drei Punkte gegen den FFC Wacker München, vermeldete der Stadionsprecher in Wörrstadt vor dem Kellerduell der Zweiten Bundesliga Süd. Doch die TuS gab den Sieg aus der Hand. In der 82. Minute erzielte Madeleine Kurek nach überlegener zweiten Halbzeit das 2:1, der Jubel war riesig. Doch scheinbar jubelten die Wörrstädterinnen innerlich etwas zu lang – nahezu im Gegenzug schaffte Hélène Brévart den Ausgleich. Die TuS hatte geschlafen, wertvolle Punkte im Kampf um den Klassenverbleib verloren – nicht einmal zehn Minuten vor dem Abpfiff darf das auf heimischem Rasen nicht passieren.

4. Sandrine Dusang erneut verletzt
Unglück ereilte auch die Französin Sandrine Dusang – allerdings im Sinne von tragisch und bedauerlich. Die Verletzung, die sich die Nationalspielerin in der vergangenen Woche zugezogen hatte, entpuppte sich nach eingehender Untersuchung als partieller Riss der Achillessehne. Die 25-jährige Spielführerin von Olympique Lyonnais wird damit aller Voraussicht nach etwa fünf Monate pausieren müssen, wodurch sie auch das Viertelfinale in der Champions League verpassen wird. Besonders tragisch: Dusang hatte sich gerade erst von einer im Januar zugezogenen Knieverletzung erholt – wegen dieser hatte sie schon auf die Europameisterschaft in Finnland verzichten müssen.

5. Niederlande haben ausgeträumt
Belgien und Wales hatten sich in der laufenden Qualifikation zur Weltmeisterschaft schon gegen Aserbaidschan blamiert, jetzt traf es auch die Niederlande. Der EM-Halbfinalist dieses Jahres kam gegen Weißrussland nicht über ein 1:1-Unentschieden hinaus. Da die „Oranje“ bereits ihr Spiel in Norwegen verloren hatten, glaubt selbst Nationaltrainerin Vera Pauw nicht mehr an Qualifikationschancen für die Titelkämpfe in Deutschland.

Tags:

Sie haben eine Frage zum Beitrag? Dann kontaktieren Sie mich doch per Mail! Oder folgen Sie uns einfach via RSS, Facebook oder Twitter!

1 Kommentar »

  • mrx sagt:

    Flop 6

    Persönliche Beleidigungen in Potsdam gegen Gästespielerinnen. Echte Fans feuern die eigene Mannschaft an. Leidenschaftliche Fans pfeifen auch mal den Gegner oder buhen bei einer unglücklichen Entscheidung die Schiedsrichterin aus. Nur Idioten beleidigen, sowas hat mit Sport nichts mehr am Hut. Beleidigungen sind weder am Spielplatz, im Supermarkt noch im Stadion tolerierbar.

    Flop 7

    Hoyzer-Rufe in Duisburg (gegen Saarbrücken).

    Wie tief möchtest Du noch sinken, geliebter Frauenfußball?

    (0)