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DFB-Pokal: Nächste Bayern-Pleite, Turbine locker weiter

Von am 15. November 2009 – 18.45 Uhr

Vizemeister FC Bayern München hat sich nach dem Aus in der UEFA Women’s Champions League auch aus dem DFB-Pokal verabschiedet. Gegen den VfL Wolfsburg und die dreifache Torschützin Martina Müller schieden die Münchnerinnen sang- und klanglos aus. Meister 1. FFC Turbine Potsdam qualifizierte sich hingegen locker für das Viertelfinale.

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Vor 365 Zuschauern im Sportpark Aschheim sorgte Nationalspielerin Müller beim 3:1 (1:1)-Sieg mit ihren drei Kontertoren (15., 47., 90.+1) im Alleingang für die Entscheidung. Stefanie Mirlach hatte kurz vor der Pause mit dem zwischenzeitlichen Ausgleich (44.) für einen Hoffnungsschimmer gesorgt.

Saft- und kraftlose Bayern
„Unser Substanzverlust nach 5 Spielen in 15 Tagen war einfach zu groß“, analysierte Bayern-Trainer Günther Wörle, der nach dem 0:4 in der Bundesliga binnen weniger Wochen bereits zum zweiten Mal gegen die Niedersachsen den Kürzeren zog. Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann erklärte: „Das war eine tolle Leistung der gesamten Mannschaft und ein verdienter Sieg. Wir waren kämpferisch und leidenschaftlich dabei. Vor allem Martina Müller war mit ihrem Dreierpack überragend.“

Turbines Tormaschine
Einem Spaziergang gleich kam hingegen der Viertelfinaleinzug des 1. FFC Turbine Potsdam. Gegen den überforderten Zweitligisten Holstein Kiel schoss Turbine beim 7:0 (7:0)-Sieg sieben Tore binnen 38 Minuten, Stefanie Draws (1.), Jennifer Zietz (6., 29. Foulelfmeter), Leni Larsen Kaurin (10.), Fatmire Bajramaj (16., 38.) und Nadine Keßler (19.) sorgten für gute Laune unter den 1 012 Zuschauern, ehe man sich im weiteren Verlauf der Partie gnädig mit dem Gast erwies, nicht gerade zur Freude von Turbine-Trainer Bernd Schröder.

Kiel überrollt
Schröder meinte: „Wir haben in der ersten Halbzeit tollen Fußball gespielt, es hätten noch mehr Tor fallen können. Der Unterschied zwischen der 1.und 2. Liga sind Welten.“ Kiels Trainer Guido Gehrke erklärte: „Wir wollten heute so viel es geht mitnehmen, aber dass wir nach der ersten halben Stunde so dermaßen überrollt worden sind, sowas ist mir neu.“

Leverkusen verkauft sich teuer
In der BayArena von Leverkusen hatten sich imposante 3 000 Zuschauer eingefunden, die beim 2:0 (1:0)-Auswärtssieg des FCR 2001 Duisburg gegen Bayer 04 Leverkusen eine interessante Partie geboten bekamen. Luisa Wensing per Kopf (14.) und ein verwandelter Foulelfmeter von Linda Bresonik (80.) sorgten per Standardsituationen für die Entscheidung zugunsten des UEFA-Pokal-Siegers.

Reichlich Spaß vor großer Kulisse
Duisburgs Trainerin Martina Voss-Tecklenburg erklärte: „Wir wussten, dass wir es nicht leicht haben werden nach all den vielen Spielen und gegen einen motivierten Gegner, der im Rahmen seiner Möglichkeiten extrem gut agiert hat.“ Leverkusens Trainerin Doreen Meier war nach dem Pokalfight zufrieden: „Heute hat es einfach nur Spaß gemacht. Ich bin superstolz auf meine Mädels.“ Und wer weiß, wie die Partie gelaufen wäre, hätte Leverkusens Stürmerin Lisa Schwab nach 70 Sekunden nicht nur den Innenpfosten getroffen.

Überragende Defterli
Wenig Mühe hatte der 1. FC Köln, um sich bei Wattenscheid 09 mit 4:0 (3:0) durchzusetzen. Einmal mehr avancierte Bilgin Defterli mit drei Treffern (1., 19., 70.) zur Spielerin des Tages, Nicole Bender (43.) steuerte den vierten Kölner Treffer bei.

Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.