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Buchtipp: „Frauenfußball – der lange Weg zur Anerkennung“

Von am 13. November 2009 – 11.46 Uhr 9 Kommentare

Wer sich in der Vergangenheit ohne Vorkenntnisse dem Thema Frauenfußball nähern wollte, hatte es nicht leicht. Denn die Literatur war dünn gesät, in mühsamer und aufwändiger Kleinarbeit musste man sich Zahlen, Fakten und Informationen im Internet zusammensuchen. Doch damit ist jetzt Schluss.

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Denn das vor wenigen Wochen erschienene Buch „Frauenfußball – der lange Weg zur Anerkennung“ ist für Einsteiger wie Kenner gleichermaßen gut geeignet und hat sich sofort als Standardwerk etabliert.

Geballtes Wissen
Auf fast 400 Seiten schildern die Autoren Daniel Meuren und Rainer Hennies in elf Kapiteln detailliert und fachkundig, wie der Frauenfußball in Deutschland erst langsam, und in den vergangenen Jahren mit zunehmender Geschwindigkeit Fuß gefasst hat. Doch auch das internationale Geschehen kommt nicht zu kurz.

Umfangreiche Statistiken
Ob Weltmeisterschaften oder Europameisterschaften, Interviews, Porträts oder Statistiken – der Frauenfußball-Fan findet sogar Antworten auf Fragen, die er bisher noch gar nicht gestellt hat. So erfährt er etwa von den Anfängen des Sports in England zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Und auch Bundesliga, Meisterschaften und Pokale, die verbotene Zeit, Vereine und Nationalteams kommen nicht zu kurz – die interessante und breit gefächerte Zusammenstellung wie Aufbereitung der Themen macht das Buch aus dem Göttinger Werkstatt-Verlag zu einem Juwel in der Szene als kulturelles Gedächtnis des Frauenfußballs.

Daniel Meuren (li.) und Rainer Hennies, Autoren des Buchs "Frauenfußball"

Daniel Meuren (li.) und Rainer Hennies, Autoren des Buchs "Frauenfußball"

Fundiert und kritisch
Darüber hinaus gibt es viel Wissenswertes über den Frauenfußball in der ehemaligen DDR, frei Haus bekommt der Leser zahlreiche Anekdoten rund um den Sport geliefert. Fundiert und kritisch setzten sich die Autoren auch mit den aktuellen Entwicklungen auseinander, etwa dem zunehmenden Engagement von Männer-Bundesligisten, die den Frauenfußball als neue Spielwiese entdeckt haben.

Reich bebildert
Doch das Buch wäre wohl nur halb so gut, würden nicht zahlreiche Bilder aus der Vergangenheit das Werk erst richtig zum Leben erwecken. Ob die heutige WM-OK-Präsidentin Steffi Jones in jungen Jahren als Fan mit Trommel, Ex-Bundestrainer Gero Bisanz  oder weitere zahlreiche Schwarz-Weiß-Fotos – hier wird der Frauenfußball erst richtig greifbar gemacht. Ein umfangreicher Statistikteil und ein Ausblick auf die Weltmeisterschaft 2011 in Deutschland runden das gelungene Werk ab.

Fazit: Dieses Buch sollte in keinem Bücherschrank fehlen!

Gewinnspiel
Aufgepasst: Womensoccer verlost zwei Exemplare von „Frauenfußball – der lange Weg zur Anerkennung“, mitmachen kann jeder, der folgende Frage beantwortet: „Wo findet 2011 die Frauenfußball-Weltmeisterschaft statt?“ Bitte sendet die richtige Lösung unter Angabe von Name und Adresse bis spätestens Dienstag, 1. Dezember, an folgende E-Mail-Adresse: gewinnspiel[at]womensoccer.de

Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

9 Kommentare »

  • schmiddi sagt:

    Insbesondere das Kapitel über den FCR Duisburg ist lieblos dahingeschmiert und erreicht mit Ach und Krach „ff-news“-Niveau!

    Ich zitiere: „…Vor zwei Jahren war es dann so weit. Wieder einmal ist hochgradig Unruhe in dem längst als Zirkus- und Karnevalsverein bekannten FCR Duisburg, in dem manches anders läuft als sonst in der Republik.”

    Vergleiche hierzu auch den Artikel aus der NRZ vom 28.10.2009

    Also ich habe den Kauf des Buches bereut!

    Letztlich ist es nur eine teure Ansammlung bereits bekannter Geschichten, ein wenig FFC Frankfurt Werbung und gespickt mit schlecht recherchierten Fakten. ( Beispiel/ Seite 81: Prominenteste Neuzugänge des 1.FC Köln: die Nationalspielerinnen Sonja Fuss vom FCR Duisburg und Ex-Nationalspielerin Melanie Hoffmann von der SG Essen.)
    Zwei Fehler in einem Satz! 1. Einen Verein mit dem Namen SG Essen gibt es nicht! Und eine Melanie Hoffmann hat schon gar nicht gewechselt!!!

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  • uwe sagt:

    @schmiddi

    Als FCR Fan werd ich mir das Buch mit Sicherheit auch nicht kaufen.
    Sicherlich kein Zufall das der Herr Meuren aus Frankfurt kommt.

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  • djane sagt:

    oh nein, nicht schon wieder Verschwörungstheorien…
    M.E. gibt es einfach zu wenig Journalisten, die sich mit FF auskennen und Interesse daran haben. Bei einem Großteil habe ich eher das Gefühl, das sie in das Ressort strafversetzt wurden…
    Also Markus, schreib doch mal ein Buch 🙂

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  • schmiddi sagt:

    @djane

    Das hat mit Verschwörungstheorien nichts zu tun!
    Wer solche Sätze, wie oben zitiert, in ein Buch schreibt, der möchte nichts anderes als gezielt den Verein zu diskreditieren!

    Seriöser Journalismus sieht i meinen Augen anders aus!

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  • djane sagt:

    schmiddi, das bestreite ich auch nicht, aber ewig auf etwaigige Querverbindungen nach Frankfurt hinzuweisen bringt den FF auch nicht weiter !

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  • schmiddi sagt:

    Noch ein kleines Zitat gefällig?

    „…Doch 2009 patzt Frankfurt auf dem Weg ins Halbfinale, ist bereits ausgeschieden Umea noch nicht. Die deutschen Farben vertritt weiterhin der FCR Duisburg, der als Vizemeister dabei sein darf, weil Frankfurt als Pokalverteidiger im Wettbewerb war und als Deutscher Meister diesen Startplatz an den Vize weitergeben durfte.“

    Kein Wort von der eindeutigen Niederlage gg. den „Vize“, der die Frankfurterinnen in Hin-und Rückspiel zeitweise vorführte! Es war halt nur ein Patzer! 😉

    Frankfurt „durfte“ den Startplatz weitergeben! *lol*
    Regelwerk ist Regelwerk!

    Ich habe ja auch nur von „ein wenig FFC-Werbung“ gesprochen, mehr nicht. Ich kann mich nur wiederholen, das Buch ist ganz nett, aber man sollte es eben kritisch unter die Lupe nehmen!
    Als objektiver FF-Almanach für den Frauenfußball-Novizen ist es halt nicht geeignet!

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  • djane sagt:

    da er (Meuren) laut Kurz-Bio nicht nur für die FR, die Financial Times und den Tagespiegel schreibt sondern auch für 11Freunde, hoffe ich, daß er da objektiver ist- deren Artikel fand ich eigentlich bisher ganz ok.

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  • mercator03 sagt:

    Ich hatte das Buch bereits vor rd. 14 Tagen gekauft und gelesen – und war eher enttäuscht. Die bisherigen Kommentare zeigen mir, dass ich mit meiner Kritik nicht alleine stehe.

    Man hat offenbar auf einen professionellen Lektor verzichtet, sonst wären die Fehler und Schwächen unerklärlich:

    Die Kapitel sind unzureichend aufeinander abgestimmt, so dass es zu nervigen Wiederholungen kommt (wenn man zum dritten und vierten Mal liest, wie wichtig das EM-Endspiel 1989 war, verdreht man nur noch die Augen).

    Verstreut über das Buch finden sich Deutschfehler (fehlende Kommas, falsche Artikel, mangelhafter Satzbau).

    Im Statistik-Teil fehlen Spielergebnisse (UEFA-Cup).

    Die Passagen über die EM 2009 sind offensichtlich mit „heißer Nadel“ hineingestrickt worden, ohne das Kapitel dann nochmal auf „Stimmigkeit“ zu prüfen.

    Nimmt man zu diesen Kritikpunkten noch die Vorwürfe wegen schlechter Recherche und mangelnder Objektivität hinzu, die man aus den anderen, bereits abgegebenen Meinungen herausliest, kann man den Autoren/Herausgebern nur empfehlen, das Werk dringend nochmal zu überarbeiten. In der jetzigen Form wird es den Anforderungen und Erwartungen an ein Sachbuch für immerhin rd. 25 € (= 50 DM!) nicht gerecht.

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  • Tiro sagt:

    N`Abend,

    also, habe mir erst heute das Buch bestellt; kann mir also noch keine persönliche Meinung zum Buch erlauben.

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    schmiddi: <<>>

    Hmm … vielleicht stellt es für Dich als absoluten Insider nur eine Ansammlung bekannter Tatsachen dar. ABER FÜR ANDERE? So wie für mich (der ich absolut kein Kenner der Materie Frauenfußball/{FF} bin) und unzählig viele andere? FF ist (leider!) halt noch nicht in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung gerückt ;-). Und WER kennt sich schon bzgl. dieses Themas profunde aus?! Ein gründliches Nachschlagewerk, und zudem das erste, ist es doch allzumal – lt. der bisher vernommenen Rezensionen. Und sowas braucht der FF, ja – der MARKT.
    Deshalb: … schön, daß dieses schon lange fällige Kompendium nun existiert!

    schmiddi: <<>>

    Könnte damit etwa „SG Essen-Schönebeck“ bzw. „SG Schönebeck“ gemeint sein? (Wie gesagt, mich büdde ned lynchen, kenn mich mit FF nicht so aus.) Wenn ja, wäre doch diese Abkürzung zulässig …

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    Uwe: <<>>

    Kauft man sich denn solch ein NACHSCHLAGEWERK wegen eines EINZIGEN Vereins, *grübel“? Es geht doch hier um eine Gesamtdarstellung und Zusammenfassung des deutschen FF
    überhaupt.

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    djane: <<>>

    Ja eben – dieses Gebiet ist halt eben NOCH Neuland. Da sind Anfangsfehler nicht nur zu verzeihen, sondern einfach sogar … zu erwarten.

    djane: <<>> ´

    Seit kurzem nun auch Sportredakteur der FAZ … wo der sich überall rumtreibt.

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    mercatoro3: <<>> DAS verwundert mich allerdings schon ein wenig …

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