Mädchenfußball ja, Frauenfußball nein

Von am 7. November 2009 – 12.41 Uhr

Manchester United verfügt als einzige der vier englischen Top-Mannschaften über keine Frauenfußballabteilung. Arsenal, Chelsea und Liverpool spielen in der ersten und zweiten Liga, in Manchester ist es Lokalrivale City, bei dem Frauenfußball gespielt wird. Dies wird sich auf absehbare Zeit auch nicht ändern, doch zumindest im Mädchenfußball gehört man bei „ManU“ jetzt zur nationalen Spitze.

Mädchenfußball bei „ManU“ ist nicht neu. Über die Manchester United Foundation, die sich der Ausbildung junger Menschen in der Region widmet, gab es bereits vor dieser Saison eine erfolgreiche U15-Mannschaft, die die nationale Meisterschaft gewann.

Mädchenfußball professionalisiert

Ende September erhielt die Foundation vom Englischen Fußballverband allerdings Centre-of-Excellence (CoE)-Status und kann das Angebot im Mädchenfußball nun deutlich ausbauen. Dreimal Training pro Woche, Spiele gegen andere CoE-Mannschaften. Die Spielerinnen absolvieren regelmäßige Fitnesstest und bekommen Online-Logbücher mit individuellen Plänen sowie der Pflicht, dort über ihr Training buchzuführen. Das Angebot richtet sich von der U10 bis zur U18.

U18 nimmt Spielbetrieb auf
Mit der laufenden Saison meldete die Foundation die erste Mannschaft im Spielbetrieb. Die U18 tritt in der Manchester und Cheshire Liga an. „Wir wollen den Spielerinnen aus dem Centre of Excellence heraus eine weitere Möglichkeit bieten“, sagt Emma Gaynon von der Foundation, „und außerdem eine Alternative für Mädchen schaffen, für die der Schritt in eine Frauenmannschaft noch zu groß ist.“

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Kein Wiedereinstieg in den Frauenfußball
„Wir sehen den Mädchenfußball als eine Ausweitung unserer Aktivitäten in der Gemeinde –und die sind an junge Leute gerichtet“, sagt Gaynon. Eine Frauenmannschaft müsste vom Hauptverein gegründet werden, doch es ist gerade fünf Jahre her, da ereilte die Frauen bei „ManU“ das gleiche Schicksal, wie so viele namhafte Vereine im englischen Frauenfußball: Aus finanziellen Gründen wurde die Abteilung vom Hauptverein geschlossen. Besonders kontrovers damals: die Frauen wurden vom Verein erst informiert, als sie bereits vom Spielbetrieb abgemeldet waren.

Die Basisarbeit in Manchester stimmt durchaus positiv, bereits jetzt verfügen die Mädchenmannschaften über Nationalspielerinnen – doch mit 18 Jahren ist Schluss bei „ManU“. „Wir helfen allen unseren Mädchen, Frauenmannschaften zu finden, wenn zu alt für unsere Teams werden“, so Gaynon. Und so bleibt einer der erfolgreichsten Fußballvereine der Welt weiter ohne Frauenabteilung – aber, zum Glück für die Mädchen, ist der Weg zum Lokalrivalen City ja nicht weit.

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