Kann Wolfsburg auch Duisburg überraschen?

Von am 6. November 2009 – 14.00 Uhr 1 Kommentar

Der achte Spieltag der Frauenfußball-Bundesliga steht am Sonntag im Zeichen der Partie VfL Wolfsburg gegen den FCR 2001 Duisburg. Beim 4:0-Sieg gegen den FC Bayern München vor zwei Wochen konnten die Wölfinnen einen der Großen ärgern, doch gegen Duisburg dürfte die Aufgabe ungleich schwieriger werden.

Wolfsburgs Stürmerin Martina Müller hofft, dass man erneut eines der Spitzenteams ärgern kann, doch die Leistungsfähigkeit des eigenen Teams kann sie selbst nicht hundertprozentig einschätzen.

Mangelnde Konstanz
„Wir sind vielleicht noch nicht soweit, um mit den großen Vier mitzuhalten“, räumt sie ein. So gut die Leistung beim Sieg gegen München war, der personell geschwächte Gegner präsentierte sich an diesem Tag eben nicht wie eines der Topteams der Liga. Und so bleibt abzuwarten, ob das Team von Trainer Ralf Kellermann gegen den FCR 2001 Duisburg zu einer ähnlichen Leistung fähig ist. Beim 2:2 in Hamburg zeigte sich das Team nicht von seiner Schokoladenseite, noch immer ist die Leistung des Teams durch mangelnde Konstanz geprägt. Die Unberechenbarkeit ist allerdings auch eine Stärke des Teams, gleich sieben verschiedenen Spielerinnen erzielten die bisherigen 16 Saisontore.

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Duisburg will sieglose Serie brechen
Unter Trainerin Martina Voss-Tecklenburg kamen die Gäste zweimal über ein 2:2 nicht hinaus. „Diese kleine Serie wollen wir jetzt sehr gerne beenden und im dritten Anlauf unter meiner Regie endlich einen Sieg mit nach Hause nehmen“, so Voss-Tecklenburg. Die Duisburger werden weiterhin auf Marina Hegering und Jennifer Oster verzichten müssen.

Potsdam klarer Favorit
Meister 1. FFC Turbine Potsdam steht vor einer Pflichtaufgabe gegen Aufsteiger Tennis Borussia Berlin. Alles andere als ein Dreier wäre trotz des möglichen Ausfalls von Anja Mittag und Kapitänin Jennifer Zietz eine herbe Enttäuschung. Auch wenn TeBe am vergangenen Wochenende gegen einen indisponierten SC Freiburg den ersten Saisonsieg landen konnte, bei den heimstarken Potsdamerinnen dürfte es kaum Zählbares zu holen geben. Vor etwas mehr als einem Jahr trafen die beiden Teams in der 2. Hauptrunde des DFB-Pokals aufeinander, damals hatte Turbine beim 6:1-Erfolg keine Mühe. „TeBe hat nichts zu verlieren und wird bis zum letzten kämpfen und die Punkte nicht verschenken“, warnt Turbine-Trainer Bernd Schröder dennoch vor der Aufgabe.

Frankfurt hofft auf Krieger-Comeback
Der 1. FFC Frankfurt empfängt nach dem furiosen 8:3-Auswärtssieg bei der SG Essen-Schönebeck den auswärts in dieser Saison noch ungeschlagenen FF USV Jena. Keine leichte Aufgabe für das Team von Trainer Sven Kahlert, auch wenn die Thüringerinnen in dieser Saison in den Duellen gegen die Großen bisher jeweils den Kürzeren zogen. „Wir wollen zuhause wieder zu einer Macht werden und da fangen wir gegen Jena am Besten gleich mit drei Punkten an”, so Kahlert, in dessen Team möglicherweise Alexandra Krieger ihr Comeback feiern kann. Jenas Trainerin Heidi Vater meint: „Wir wollen ein ordentliches Spiel abliefern und so lange wie möglich das torlose Unentschieden halten. Vielleicht können wir den Favoriten sogar ein wenig ärgern.“

Freiburg ohne Druck zum Erfolg?
In der vergangenen Saison ärgerte der SC Freiburg den FC Bayern München beim 5:5 in Aschheim, nach einer bisher verpatzten Saison erhofft man sich im Breisgau, im achten Spiel endlich die ersten Punkte einzufahren. Frei nach der Devise „schlimmer geht’s nimmer“ setzt Freiburgs Trainer Günter Rommel darauf, dass seiner Elf die Außenseiterrolle möglicherweise entgegenkommt. „Vielleicht ist gerade das der Schlüssel zum Erfolg, nicht mit aller Gewalt gewinnen zu müssen, wie das in den letzten beiden Spielen der Fall war und wir dann völlig verkrampft aufgetreten sind“, so Rommel, der auf den Einsatz von Susanne Hartel hofft.  Bayern-Trainer Günther Wörle warnt: „Das damalige Endergebnis von 5:5 sollte uns Warnung genug sein.“

Essen will freien Fall stoppen
Die SG Essen-Schönebeck hofft nach zwei herben Klatschen in Folge, beim SC 07 Bad Neuenahr den Abwärtstrend stoppen zu können. „Für uns kann es in dieser Saison nur darum gehen, Zehnter zu werden”, schwört Essens Trainer Ralf Agolli seine Spielerinnen schon jetzt auf Abstiegskampf pur ein. Nach 15 Gegentreffern in den vergangenen beiden Partien gilt es vor allem, die Abwehr zu stabilisieren. Bei den Gastgeberinnen hofft man auf das Debüt von Peggy Kuznik. „Wir müssen 100 Prozent bringen, wenn wir gegen Essen gewinnen wollen“, so Neuenahrs Trainer Thomas Obliers, dessen Team auf eigenem Platz noch ohne Gegentreffer ist.

Saarbrücken will HSV knacken
Der 1. FC Saarbrücken will nach der herben 2:6-Niederlage beim FC Bayern München gegen den Hamburger SV in die Erfolgsspur zurückkehren. „Es wird ein Spiel, das von Willens- und Nervenstärke geprägt sein und am Ende auch entschieden wird. Ich bin optimistisch, dass meine Mannschaft das angenommen hat und sich entsprechend auf dem Platz präsentieren wird“, so Saarbrückens Trainer Stephan Fröhlich. Doch der HSV ist auswärts bisher ein unbequemer Gegner, verlor bisher nur beim 1. FFC Turbine Potsdam, gewann in Essen und spielte remis in Bad Neuenahr. HSV-Trainer Achim Feifel muss allerdings auf Silva Lone Saländer verzichten. Die Mittelfeldspielerin hat
muskuläre Probleme in der Wade. DFB-TV zeigt am Sonntagabend eine Zusammenfassung des Spiels.

Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

1 Kommentar »

  • schmiddi sagt:

    Die Antwort ist nein! 😉

    (0)