Wie der Fußball aufs Herz schlägt

Von am 3. November 2009 – 16.54 Uhr

Bundesliga, DFB-Pokal, Champions League, Länderspiele – seit der Ball wieder rollt fiebern Millionen Menschen im Stadion oder vor dem Fernseher mit ihren Fußball-Helden. Für viele Fans ist der Fußball eine Herzensangelegenheit. Doch der Sport hat auch direkte Auswirkungen auf unser Pumporgan.

na_alleswas_dunkel_200x62Der Fußball zieht viele in seinen Bann. Von Politikern über Schriftsteller, Künstler bis hin zu Philosophen macht sich jeder Gedanken rund um das runde Leder. Da ist es auch kein Wunder, dass viele Mediziner den Zusammenhang zwischen dem Fußball und bestimmten Krankheiten untersucht haben. Die Herz-Spezialisten machen da keine Ausnahme. In verschiedenen Studien haben Kardiologen die Auswirkungen vom Fußball schauen auf das Herz untersucht.

Erfolg verhindert Herzbeschwerden
Fußball schauen muss nicht zwangsläufig schlecht fürs Herz sein. Das hat der spanische Kardiologe Ricard Serra herausgefunden. Allerdings gibt es dafür eine wichtige Voraussetzung: Die eigene Mannschaft muss gewinnen. Serra dokumentierte für seine Studie alle registrierten Herzbeschwerden im Stadion des FC Barcelona der letzten 10 Jahre. Dabei stellte er einen klaren Zusammenhang zwischen dem Erfolg der Katalanen und der Zahl der Herzbeschwerden fest. In der Saison 2008/2009, als Barcelona das Triple aus spanischer Meisterschaft, spanischem Pokal und der Champions League feierte, musste kein Fan wegen Herzbeschwerden behandelt werden. Anders sah es in den Jahren 2001 bis 2003 aus, als Barca keinen Titel feiern konnte. In den zwei Jahren mussten Mediziner bei sieben Fans helfen, die wegen Herzbeschwerden zusammengebrochen waren. Vier Fans erlitten in dieser Zeit auf der Tribüne das Camp Nou einen Herzinfarkt, bei einem Zuschauer endete dieser sogar tödlich.

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Je spannender, desto mehr leidet das Herz
Gerade wenn es richtig spannend wird, leidet das Herz vermehrt. Münchner Kardiologen haben während der Fußball WM 2006 die Fälle der Herzpatienten in der Notfallaufnahme gezählt. Bei jedem Spiel der deutschen Mannschaft war die Zahl der Herzpatienten in den Notaufnahmen dreimal so hoch wie an Tagen, an denen die Klinsmann-Elf spielfrei hatte. Es ist nicht verwunderlich, dass besonders die Zahl der männlichen Herzpatienten stark anstieg. Ähnliches hatten britische Herzspezialisten während der WM 1998 festgestellt.

Die Fußball-Ernährung
Auch die Ernährung kann sich negativ auf das Herz auswirken. Denn für viele Couch-Kicker gibt es nichts Schöneres, als sich mit einem (oder mehreren) Bier(en), einer Tüte Chips oder Salzgebäck in den Lieblingssessel zu setzen und ein spannendes Spiel anzusehen. Diese Form der Ernährung ist für das Herz aber alles andere als positiv.

Letztendlich tut man sich und seinem Herzen etwas Gutes, wenn man auch nach einem verlorenen Spiel der Lieblingsmannschaft selber eine Runde kicken geht. Denn nichts hilft dem Herzen mehr, als selber Sport zu treiben.

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