WM-Quali: Favoriten geben sich keine Blöße

Von am 1. November 2009 – 9.35 Uhr

In allen acht Qualifikationsgruppen zur Weltmeisterschaft 2011 wurde in der vergangenen Woche gespielt, 31 Partien insgesamt. Für manche Teams war es der letzte Auftritt in diesem Jahr – es lohnt also ein Blick auf die Tabellensituation. Denn auch wenn sich die Favoriten keine wirkliche Blöße gaben, so sorgte doch der ein oder andere Außenseiter für einen Fingerzeig.

Gruppe 1: „Rekorde sind da, um gebrochen zu werden“
Frankreich liegt nach drei Spielen mit neun Punkten, 21 Toren und keinem Gegentreffer auf dem ersten Tabellenrang. Zwei Heimspiele gegen Island und Estland hatten die Französinnen in der vergangenen Woche, im Mittelpunkt stand Spielführerin Sandrine Soubeyrand. Die 36-Jährige kam zu ihrem 143. Länderspieleinsatz – so viel, wie niemand sonst in Frankreich, auch ihren männlichen Kollegen Lilian Thuram hat sie überholt. „Rekorde sind da, um gebrochen zu werden“, so Soubeyrand.

Wichtiger war für die Französinnen allerdings der 2:0-Erfolg gegen Island. Der Gruppensieg wird sich zwischen diesen beiden Teams entscheiden, zur Zeit liegen sie punktgleich vorn – die Nordeuropäerinnen haben allerdings bereits eine Partie mehr absolviert.

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Gruppe 2: Eli Landsem gelingt erfolgreiches Debüt
Einen wichtigen Sieg haben auch die Norwegerinnen eingefahren. Der Weltmeister von 1995 gewann gegen die Niederlande mit 3:0 und verschaffte seiner neuen Nationaltrainerin Eli Landsem einen erfolgreichen Einstand. Diesem Erfolg am vergangenen Samstag ließ Norwegen nur vier Tage später einen knappen 1:0-Sieg gegen die Slowakei folgen, der die Tabellenführung bedeutet.

Auf dem zweiten Rang liegen die Niederländerinnen, die sich mit einem 13:1 gegen Mazedonien rehabilitierten. Für die Mazedonierinnen war es bereits die dritte Klatsche in Folge, auch gegen die eher schwächeren Teams aus der Slowakei und Weißrussland verloren sie mit 0:9 und 1:6.

Gruppe 3: Dänemark verliert wertvolle Punkte
Unentschieden gespielt und wichtige Punkte verloren. Völlig überraschend kam Dänemark am Mittwoch nicht über ein 0:0 gegen Bulgarien hinaus. Da ein enger Kampf mit Schottland um den ersten Platz zu erwarten ist, dürfte der Punktverlust geschmerzt haben – vor allem, weil die Schottinnen mit zwei Siegen einen optimalen Einstand in die WM-Qualifikation feierten. In Athen taten sich die „Bravehearts“ beim knappen 1:0 gegen Griechenland schwer, gegen Georgien ließen sie ein 3:1 folgen.

Gruppe 4: Ukraine rehabilitiert sich
Nach der Auftaktniederlage der Ukraine gegen Polen hat der EM-Teilnehmer mit einem 7:0-Erfolg gegen Bosnien-Herzegowina zurück auf die Erfolgsspur gefunden. Angeführt wird die Tabelle allerdings von Polen, die den Bosnierinnen die zweite Niederlage binnen einer Woche zufügten und in Sarajewo 4:0 gewannen. Bis auf Bosnien hat in der Gruppe jede Mannschaft Punkte auf dem Konto, der Kampf um den ersten Platz scheint völlig offen.

Gruppe 5: England startet mit 8:0
Drei Siege in drei Spielen, 16 Tore erzielt, keines erhalten – Spanien führt Gruppe 5 souverän an. Zu einem Aufeinandertreffer mit England ist es allerdings noch nicht gekommen. Der Vize-Europameister hat in dieser Woche sein erstes Qualifikationsspiel absolviert. Obwohl viele Stammspielerinnen eine Pause erhielten, gewannen die „Three Lions“ gegen Malta mit 8:0. Auch die U19-Europameisterinnen Jessica Clarke und Emily Westwood konnten sich in die Torschützenliste eintragen.

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Spanien und England sind die einzigen Mannschaften der Gruppe, die bislang punkten konnten. Malta und Österreich verloren ihre beiden Spiele, die Türkei hat noch gar nicht ins Geschehen eingegriffen.

Gruppe 6: Russland souverän
Wichtige Punkte konnte die russische Nationalmannschaft im Kampf um den ersten Gruppenplatz einfahren. Nach dem Sieg im September gegen den vermeintlich schärfsten Konkurrenten aus der Schweiz, siegte der EM-Teilnehmer in der vergangenen Woche mit 3:0 gegen Irland. Nach zwei Siegen aus zwei Spielen, und das gegen die direkten Verfolger, führen die Russinnen die Gruppe an. Die Schweiz kam zu einem knappen 2:1-Erfolg gegen die bislang einzige punktlose Mannschaft aus Kasachstan.

Gruppe 7: Finnland tut sich schwer
Bislang sind die Finninnen ungeschlagen, doch gegen Portugal tat sich der EM-Gastgeber schwer und gewann nur knapp mit 1:0. Das entscheidende Tor gelang Maija Saari in der 49. Minute – nur drei Minuten nach ihrer Einwechslung. Nach drei absolvieren Spielen zeichnet sich ein enger Zweikampf mit Italien ab. Beide Teams liegen an der Tabellenspitze und haben bereits einen Abstand von sechs Punkten auf Slowenien, gegen die Finnland vor Wochenfrist mit 3:0 gewann. Italien siegte bei den punktlosen Armenierinnen mit 8:0.

Gruppe 8: Schweden enteilt
Jede Mannschaft scheint in der Lage, die andere zu schlagen – nur gegen Schweden schauen sie hinterher. Neun Punkte haben die Skandinavierinnen auf dem Konto, alle anderen Teams haben drei. In dieser Woche wurden Siege gegen Aserbaidschan (3:0) und Belgien (4:1) eingefahren. Der schärfste Verfolger dürfte Belgien werden. Bislang stehen zwar zwei Niederlagen zu Buche, doch die musste die Mannschaft beide gegen Schweden hinnehmen.

Während Wales im vergangenen Monat gegen Tschechien gewann, mussten sie im zweiten Spiel am vergangenen Sonntag eine 1:2-Niederlage einstecken. Noch bitterer dürfte für die Waliserinnen allerdings das überraschende 1:2 drei Tage später in Aserbaidschan gewesen sein. Trotz Führung durch Arsenals Helen Lander wurde der Sieg noch aus der Hand gegeben.

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