Frankfurt hat Spaß, aber keine Punkte

Von am 25. Oktober 2009 – 20.48 Uhr 8 Kommentare

Auch im fünften Aufeinandertreffen in Folge hatte der 1. FFC Frankfurt gegen den FCR 2001 Duisburg das Nachsehen. Da half es auch nichts, dass sich der FFC nach den eher schwachen Auftritten in der vergangenen Saison, heute deutlich verbessert und engagierter zeigte. In einer hochklassig geführten Partie behielt der FCR mit 3:2 die Oberhand. Dennoch sprach man im FFC-Lager im Anschluss von einer „positiven Atmosphäre“.

Frankfurts Manager Siegfried Dietrich setzte sogar noch nach und erklärte, dass er seine Mannschaft schon lange keinen so guten Fußball mehr habe spielen sehen. Dennoch wurde der neue FFC-Trainer Sven Kahlert nach den beiden 4:0-Siegen gegen Bad Neuenahr und den Hamburger SV in die Realität zurück geholt – gegen Spitzenmannschaften fehlt den Frankfurterinnen weiterhin das entscheidende Etwas. Auch gegen den FC Bayern München musste sich der dreimalige UEFA-Cup-Sieger vor zwei Wochen mit 2:3 geschlagen geben. Die kämpferische Einstellung hatte dort schon gestimmt, heute legten die Frankfurterinnen zusätzlich auch spielerisch nach. „Wir wollten dem Gegner unser Spiel aufzwingen“, erklärte Kahlert die offensive Ausrichtung seiner Elf und war mit der Leistung auf dem Platz zufrieden. „Es war ein sehr, sehr gutes Spiel meiner Mannschaft.“

Petra Wimbersky (l.) brachte den FFC zurück ins Spiel.

Petra Wimbersky (l.) brachte den FFC zurück ins Spiel.

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Der Spaß entscheidet
Der Trainer geizte nicht mit Komplimenten an seine Mannschaft, die nach dem frühen Rückstand durch Alexandra Popp nach sieben Minuten „überragenden Fußball“ geboten und alles gezeigt habe, was in den letzten Partien gefehlt habe. Tatsächlich ließ sich der FFC vom Gegentreffer nicht beeindrucken, zeigte sich spritzig, bot schöne Kombinationen und überzeugte mit Laufbereitschaft. Warum der FFC so auftrete, habe für Kahlert nur einen einzigen Grund: Der Spaß am Spiel sei am Brentanobad wieder eingekehrt.

„Wir haben sehr gut angefangen“, kommentierte Gästetrainerin Martina Voss-Tecklenburg den optimalen Start ihrer Mannschaft, aber „das Tor hat uns nicht die nötige Sicherheit gegeben.“ Der FFC erarbeitete sich Feldvorteile, „es wurde immer gefährlich, wenn Frankfurt am Ball war.“ Folgerichtig fiel nur zehn Minuten später der Ausgleichstreffer durch Petra Wimbersky.

Spontane Umstellungen beim FCR
Chancenlos blieben die Duisburgerinnen in der ersten Hälfte dennoch nicht. Über Konter waren die Möglichkeiten, noch vor dem Halbzeitpfiff erneut in Führung zu gehen, durchaus vorhanden. Dabei hatten die Gäste gleich zu Beginn der Partie personelle Umstellungen und Ausfälle zu verkraften. Beim Aufwärmen verletzte sich Marina Hegering, die ursprünglich für die Anfangsformation vorgesehen war. Nach 17 Minuten musste Jennifer Oster mit einer Muskelverletzung vom Feld. „Die Mannschaft hat alles weggesteckt“, lobte Voss-Tecklenburg. Junge Spielerinnen, wie Luisa Wensing und Eunice Beckmann bekamen ihre Chance und überzeugten mit engagierten Auftritten.

Gewohnt treffsicher: Inka Grings (l.) enteilt der Abwehr um Christina Zerbe.

Gewohnt überragend: Inka Grings (l.) enteilt der Abwehr um Christina Zerbe.

Doppelschlag von Inka Grings
Obwohl die zweite Halbzeit für die Frankfurterinnen gut begann und sie den Gegner früh unter Druck setzten, war es der FCR, der erneut in Führung ging. „Duisburg nutzt ein, zwei Schwächen aus“, haderte Kahlert. Dabei war das Defensivverhalten der Frankfurterinnen deutlich verbessert zum letzten Heimspiel gegen den FC Bayern München. Obwohl Neuzugang Sara Thunebro wegen eines Länderspieleinsatzes mit der schwedischen Nationalmannschaft fehlte, stand die Viererkette souveräner. Dennoch bleibt die Defensive das Problemkind im Frankfurter Spiel, auch gegen den FCR schaute sie des öfteren hinterher. „So viele Torchancen darf man nicht zulassen“, kritisierte der neue Trainer die zweite Hälfte. Insbesondere die seit Monaten überragend spielende Inka Grings machte der Frankfurter Abwehrreihe zu schaffen, immer wieder hängte die Nationalspielerin Christina Zerbe im Laufduell ab.

Zweimal wurde das engagierte Spiel der Stürmerin belohnt, mit einem Doppelschlag brachte sie den FCR mit 3:1 in Führung. Doch obwohl den Frankfurterinnen nur 13 Minuten blieben, um diesen Zwei-Tore-Rückstand aufzuholen, boten sie weiterhin eine engagierte Partie und erarbeiteten sich auch in der Schlussphase Chancen. Zu Recht fiel der Anschlusstreffer durch Birgit Prinz, zu mehr reichte es für den FFC nicht mehr.

Duisburg übernimmt Tabellenführung
„Es war ein total intensives Spiel“, so Voss-Tecklenburg, die, wie ihr Trainerkollege, gleich beiden Mannschaften ein Kompliment aussprach. Dass in einer solchen Partie auch die Zweikämpfe engagiert und zeitweise am Rande der Fairness geführt wurden, war für die Duisburgerin normal. Das Tempo sei höher, die Athletik habe zugenommen. Entsprechend wirke sich dies auch auf Zweikämpfe und eventuelle taktische Fouls aus.

Auswirkungen hatte das Spiel in Frankfurt auf die Tabellensituation. Durch das Unentschieden des SC 07 Bad Neuenahr gegen den Hamburger SV, hat sich Duisburg, nun punktgleich mit dem SC, an die Tabellenspitze katapultiert. Der Rückstand des FFC auf das Spitzenduo beträgt nun schon vier Punkte.

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8 Kommentare »

  • till sagt:

    Ich hatte beim live zusehen aber den Eindruck, dass Duisburg absolut verdient gewonnen hat und gerade zwischen der 50.-78. Minute deutlich überlegen war, wo von Frankfurt eigentlich gar nix kam.
    Die erste Halbzeit war sehr ausgeglichen, wobei die Frankfurterinnen mehr Spielanteile hatten, aber die Duisburgerinnen die besseren Chancen.
    In der zweiten Halbzeit war das Tempo auch sehr hoch und ein sehr schön an zu sehendes Fussballspiel. Wenn beide Mannschaften auf diesem Niveau weiterspielen bzw. sich noch steigern werden die Zuschauer weiterhin sehr schöne Spiele geboten bekommen.

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  • uwe sagt:

    Ich habe nur die Zusammenfassung auf Dfb.Tv gesehen. Aber alleine die Qualität der Chancen ( Maas , Grings, Laudehr) zeigt mir das die Duisburger absolut verdient gewonnen haben.
    Sicherlich, mit ein wenig Glück hätten die Frankfurter auch ein Punkt holen können. Nur wenns ganz dumm läuft aus Frankfurter Sicht, hätte mann sich auch über eine richtige böse Klatsche nicht beschweren dürfen.
    Ich als Duisburger hatte Spass,freut mich das die Verantwortlichen von Frankfurt auch welchen hatten, macht sie direkt sympatisch.

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  • Sarah sagt:

    Kann Till nur zustimmen, habe es auch live gesehen. Duisburg kann 5 oder 6 Tore schießen (muss es sogar bei der Qualität der Chancen) Frankfurt hat gut und temporeich mitgespielt, aber keine weiteren klaren Torchancen gehabt, sondern Fernschüsse und Standards. Doch es war ein Klassespiel und mit dieser Frankfurter Leistungssteigerung werden auch bald wieder Siege in Spitzenspielen folgen. So macht Ligafussball Spaß!

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  • Tanja sagt:

    an dem absolut verdienten Sieg von Duisburg gibts nichts zu bezweifeln. war erschreckend, wie die Frankfurter in der zweiten Halbzeit abgebaut haben…

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  • Steffen sagt:

    Duisburg hat verdient gewonnen, aber das Ergebnis entspricht auch der Leistung. Mehr als ein Tor besser waren sie nicht bzw. Frankfurt war nur ein Tor schlechter. Frankfurt wird stärker. Wenn die Abwehr noch besser steht, dann schießt Duisburg keine 2 Kontertore und dann gewinnt wieder Frankfurt.

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  • Steffen sagt:

    Ach ja, und es freut mich zu sehen, dass Conny Pohlers endlich wieder Fussball spielt!

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  • SCW sagt:

    Schließe mich Steffen an. Connys Rückkehr erfreut mich einfach riesig, gerade weil ich nicht mehr daran geglaubt habe, nachdem immer wieder neue negativ Meldungen über ihr Knie kamen!
    Mich freut es jedenfalls zu sehen, wie der Spaß am Fußball wieder eingekehrt ist in Frankfurt und man wieder als Team fungiert. Die letzten Spiele in Duisburg in 2008 (ich war live vor Ort, sowohl im Uefa-Cup, als auch in der Liga) waren ja reine Vorführungen und ich bin froh, dass Frankfurt sich wieder gefangen hat in dem Vergleich. Ich hoffe auf eine spannende Saison. Mal schauen wie es wird, wenn Alexandra Krieger wieder fit ist und Kahlert in der Abwehr wieder auf Gina Lewandowski + Sara Thunebro zurückgreifen kann.

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  • Detlef sagt:

    Endlich hat CONNY es geschafft!!!
    Auch ich war lange Zeit sehr skeptisch, was ihre Rückkehr in die Oberklasse des FF betrifft!!!

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