Aufregung um Hope Powell

Von am 22. Oktober 2009 – 2.38 Uhr 5 Kommentare

Vor wenigen Wochen führte Englands Nationaltrainerin Hope Powell ihr Team ins Finale der Frauenfußball-Europameisterschaft in Finnland. Doch schon bald könnte die 42-Jährige einem Zeitungsbericht zufolge Trainerin eines englischen Viertligavereins bei den Männern werden.

Wie das „Lincolnshire Echo“ berichtete, soll Powell eine Kandidatin auf den Trainerposten bei Viertligist Grimsby Town sein. Dort wurde Trainer Mike Newell am vergangenen Sonntag nach der 0:2-Niederlage gegen Rochdale entlassen, sein Team war auf den 23. Platz der Liga zwei abgerutscht.

Powell nicht abgeneigt
Bereits 2007 hatte Powell ihr Interesse daran bekundet, einmal einen Männerverein zu trainieren, eine Verpflichtung würde Fußballgeschichte über die englischen Grenzen hinaus schreiben. Doch der englische Fußballverband (FA) dementiert: „Es gab weder von Grimsby noch von einem anderen Verein eine Anfrage. Wir wissen nicht, woher das kommt, soweit wir wissen, steckt kein Körnchen Wahrheit dahinter.“

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Powell seit elf Jahren Nationaltrainerin
Seit 1998 trainiert Powell die englische Frauenfußball-Nationalmannschaft, bei der EM in Finnland musste man sich erst im Finale gegen Deutschland mit 2:6 geschlagen geben. Ein Grimsby-Sprecher erklärte: „Wir haben noch nicht alle Bewerbungen gesichtet, das machen wir nächste Woche. Wenn sich Hope bewerben würde, würden wir das genauso ernst nehmen, wie jede andere Bewerbung.“

Grimsby dementiert
Grimsby-Vorsitzender John Fenty erklärt: „Es ist ermutigend, dass wir bereits rund 40 Bewerbungen erhalten haben. Ich habe aber niemals mit dieser Frau gesprochen, auch wenn ich mich angeblich mit ihr in einem Restaurant nahe Scunthorpe getroffen haben soll.“ Er fügt augenzwinkernd an: „Hätte ich das wirklich gemacht, wäre meine Frau wohl nicht allzu begeistert.“

Heißer Flirt oder pures Gerücht?

Heißer Flirt oder pures Gerücht?

Willkommene Publicity
Doch ganz unrecht scheint Grimsby die Publicity nicht zu sein, auf der vereinseigenen Homepage prangte gestern den ganzen Tag ein Powell-Foto als Aufmacher. Im englischen Fußball hat bisher erst ein einziges Mal eine Frau, einen Männerverein trainiert. Donna Powell durfte kurzzeitig den Sechstligaverein Fisher Athletic trainieren, als Belohnung dafür, dem Verein neue Geldquellen erschlossen zu haben.

Vorbild Carolina Morace
Die einzige Frau, die bisher ein professionelles Männerteam trainierte, war die Italienerin Carolina Morace, heute Nationaltrainerin der kanadischen Frauenfußball-Nationalmannschaft. Sie betreute 1999 den italienischen Serie-C-Verein Viterbese, doch auch ihr Gastspiel war nur kurz, bereits nach zwei Spieltagen trat sie unter dem wachsenden Druck der Medien zurück.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

5 Kommentare »

  • laasee sagt:

    Grimsby are shit.

    Hope Powell is a very good coach.

    So she will not go there.

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  • moya sagt:

    Hm, ich hab ja keine Ahnung, wie attraktiv es sein kann, unterklassige Männerteams zu trainieren im Vergleich zu einer Nationalmannschaft. Irgendwas scheint jedenfalls dranzusein. Aber vielleicht sollte Powell vorher noch mit Sissy Raith telefonieren: [Notiz am Rande: Mal abgesehen davon, dass auf fussball.de weder ein Autor noch das Datum des Erscheinens noch sonst eine Quelle ersichtlich sind, find ich den Artikel ziemlich snappy geschrieben. Respekt.]

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  • Rainer sagt:

    Hier in Schweden sucht man zur Zeit ja einen neuen Coach für die Herrennationalmannschaft nach dem (kläglichen) Scheitern in der WM-Qualifikation für Südafrika. Nachdem der Hauptkandidat Sven-Göran („Svennis“) Eriksson abgesagt hat, weil sein jetziger Verein Notts County dem Vorschlag nicht zugestimmt hat, dass Eriksson (ähnlich wie Gus Hidddink) sowohl Notts County wie auch die schwedische Natio coachen könnte, sucht man nach weiteren Alternativen.

    Die Tageszeitung „Dagens Nyheter“ forderte durch ihren Kommentator Johan Esk, dass man nun ernsthaft die Nationaltrainerin der USA Pia Sundhage kontaktieren sollte. In der Internet-Umfrage nach den beliebtesten Nachfolgern des zurückgetretenen Lars Lagerbäck liegt Sundhage tatsächlich mit 32% Zustimmung vor allen Männern.

    Aber realistisch wird das wohl kaum werden. Der Widerstand der männlichen Fangemeinde würde überbordend sein und Pia Sundhage wird sicher nicht ihren Vertrag in den USA auflösen, um mit einer außer Zlatan Ibrahimovic mittelmäßigen Truppe schon nach 2-3 schlechten Spielen von einem „Lynchmob“ aus Fans und Boulevardzeitungsjournalisten in den schmählichen Rücktritt getrieben zu werden.

    Unsere Gesellschaften sind leider noch nicht reif für solche Lösungen. Und Fußballkreise sind konservativer als die Gesellschaft im Allgemeinen.

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  • laasee sagt:

    @Rainer

    Ich bin 100% mit lhnen einverstanden.

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