SC 07 Bad Neuenahr neuer Spitzenreiter

Von am 18. Oktober 2009 – 16.57 Uhr

Der SC 07 Bad Neuenahr hat seine Erfolgsserie in der Frauenfußball-Bundesliga fortgesetzt. Bei Vizemeister FC Bayern München feierte das Team von Trainer Thomas Obliers einen Überraschungserfolg, der die Kurstädterinnen nach fünf Spieltagen an die Tabellenspitze beförderte.

Ein früher Treffer der erst im August 16 Jahre alt gewordenen Marie Pyko nach acht Minuten sicherte dem Team einen 1:0-(1:0)-Auswärtserfolg im Sportpark Aschheim und erst zum zweiten Mal nach dem zweiten Spieltag der Saison 2003/2004 die Tabellenführung in der eingleisigen Frauenfußball-Bundesliga..

Verdienter Sieg
„Wir hatten zwar nicht die meisten Spielanteile, aber wir hatten die besseren Torchancen und darum ist der Sieg heute unterm Strich verdient“, freute sich Obliers über den neuerlichen Dreier. Bayern Münchens Trainer Günther Wörle meinte: „Neuenahr stand in der Defensive sehr gut. Wir waren nach den vielen Spielen einfach platt und überspielt.“

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Einfallslose Bayern
Aus halbrechter Position hatte Pyko bei ihrem Treffer Bayern-Torhüterin Kathrin Längert überwunden. Den Bayern fiel gegen die kompakt agierende Defensive aus Bad Neuenahr nur wenig ein. Und auch die taktischen Umstellungen der zweiten Halbzeit – Katharina Baunach ging ins Mittelfeld, Carina Wenninger auf Baunachs vorherige Außenverteidigerposition – brachten nicht den gewünschten Erfolg.

Bürki vergibt Ausgleichschance
Ganz im Gegenteil: Pyko vergab im Alleingang gegen Längert die Chance zur Entscheidung. Mandy Islacker und Baunach versuchten es mit Fernschüssen, die ihr Ziel jedoch verfehlten. Vanessa Bürki vergab kurz vor Schluss nach einem Freistoß von Sandra de Pol die beste Gelegenheit zum Ausgleich.

Erfolgreiche Umstellungen
Nach den verletzungsbedingten Ausfällen von Claudia Götte, Anne-Kathrin Westphal und Nadine Hagmann waren Obliers‘ Umstellungen von Erfolg gekrönt, der seine Spielführerin Lena Goeßling in die Innenverteidigung und Celia Okoyino da Mbabi vor die Abwehr beordert. „Die beiden spielen sicherlich lieber weiter vorne, aber sie sind jetzt auf den Positionen hinten wichtiger“, so Obliers.

Zwei Prinz-Treffer bei Frankfurt-Sieg
Zwei Treffer von Birgit Prinz ebneten dem 1. FFC Frankfurt den Weg zum 4:0 (2:0)-Auswärtssieg beim Hamburger SV und den Sprung auf Tabellenplatz drei. Die erneut von Beginn spielende Laura del Rio Garcia (71.) und Petra Wimbersky (90.) machten den Erfolg perfekt. Für die Hanseatinnen war es im dritten Heimspiel bereits die dritte Pleite.

Freiburg weiter im Tabellenkeller
Der VfL Wolfsburg gewann ebenfalls sein Gastspiel beim SC Freiburg mit 3:1 (1:0) und vergrößerte damit die Sorgen der Breisgauerinnen, die weiter auf den ersten Saisonsieg in der Liga warten. Zsanett Jakabfi (42.), Navina Omilade per Foulelfmeter (48.) sowie die eingewechselte Eve Chandraratne (88.) sorgten für den ungefährdeten Erfolg, Julia Zirnstein (85.) gelang nur der Ehrentreffer. „Nach den turbulenten Tagen, die wir hinter uns haben bin ich erleichtert und hochzufrieden, dass wir heute gewonnen haben und drei ganz wichtige Punkte mitnehmen konnten“, so Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann.

Essen erkämpft Remis
Die SG Essen-Schönebeck kam gegen den FF USV Jena nicht über ein 3:3 (1:3) hinaus. Stefanie Weichelt hatte bereits in der vierten Minute für die frühe Führung der Gastgeberinnen gesorgt, doch Susann Utes (22.) und zweimal Sylvia Arnold (30., 45.) drehten die Partie zunächst zugunsten der Gäste. Stephanie Goddard (55.) und Melanie Hoffmann (76.) sorgten mit ihren Treffer in der zweiten Halbzeit zumindest dafür, dass ein Punkt in Essen blieb.

Remis im Aufsteiger-Duell
Keinen Sieger gab es beim 2:2 (1:2) im Duell der Aufsteiger zwischen Tennis Borussia Berlin und dem 1. FC Saarbrücken. Maike Trach brachte die Gäste vor immerhin 131 Zuschauern in Führung (8.), Anna Fechner gelang der Ausgleich (26.). Saarbrücken ging durch Selina Dambier erneut in Führung (40.), doch Jana Teodoridis bescherte den Hauptstädtern den zweiten Punkt (47.).

Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.