Sportlich ein Zwerg, doch im Web ein Riese

Von am 16. Oktober 2009 – 13.18 Uhr 17 Kommentare

Sportlich spielen die Fußballerinnen des SC Pöcking-Possenhofen zwar nur in der Kreisklasse Zugspitze, doch mit ihrem Internetauftritt brauchen sie sich vor den großen Frauenfußball-Vereinen in Deutschland nicht verstecken.

50 000 Besucher und 415 973 Seitenaufrufe in zwei Jahren mögen auf den ersten Blick in der weiten Welt des Internets nicht berauschend klingen – doch für die Fußballerinnen aus dem Landkreis Starnberg vor den Toren Münchens ist es eine eindrucksvolle Erfolgsgeschichte.

Liveticker, Tippspiel, Videos und Bildergalerie
Neben News, Spielerinnenporträts, Gästebuch, Spielplänen un Tabellen bieten die Pöckingerinnen schon seit 2007 einen eigenen Liveticker sowie eine hochwertige Bildergalerie an. „Selbst bei den Bundesliga-Mannschaften ist so ein Service heute noch eher die Ausnahme als die Regel“, so Pöckings Trainer Sascha Assmann nicht ohne Stolz.

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Stolze Zuschauerzahlen
Seit der vorigen Saison wird ein Tippspiel zur eigenen Liga gut angenommen und in der aktuellen Spielzeit experimentiert der Sportclub mit Videos vom weiblichen Kick. Insgesamt lohnt sich laut Assmann der Einsatz in die Internetarbeit: „Wir können, auch dank der großen Leidenschaft unserer Spielerinnen auf dem Rasen, immer wieder zwischen 40 bis 85 Fans und Zuschauer pro Heimspiel begrüßen. Für die unterste Spielklasse in Oberbayern ein sensationeller Wert!“ 

Sascha Assmann, Trainer des SC Pöcking-Possenhofen

Sascha Assmann, Trainer des SC Pöcking-Possenhofen

Sportliche Ziele
Bemerkenswert soll es auch im sportlichen Bereich weitergehen: „Wir sind jetzt in der dritten Saison und peilen aktuell den Aufstieg in die Kreisliga an“, äußert sich Co-Trainer Philipp Schwarz zu den weiteren Zielen.

Auch so eine Erfolgsgeschichte à la Pöckinger Art: Im Sommer 2007 gab es beim SC Pöcking keine einzige Fußballerin, jetzt über zwei Jahre später stehen allein bei den Frauen insgesamt 30 aktive Spielerinnen im Kader. Den regen Zulauf führt Schwarz nicht nur auf die guten Rahmenbedingungen in Pöcking zurück.

„Uns haben auch die Titelgewinne der Nationalmannschaft bei der Welt- und Europameisterschaft geholfen und natürlich wirft die WM 2011 hier in Deutschland ihren Schatten voraus.

Mit Leidenschaft in die Zukunft
Und bis zur FIFA-Weltmeisterschaft haben sich die Pöckinger ein weiteres Ziel gesetzt: die Besucherzahlen der Internetseite sollen dann schon die sechsstellige Sphäre erreicht haben. In und um Pöcking zweifelt daran niemand mehr, denn mit viel Einsatz und Leidenschaft lässt sich auch lokal der Frauenfußball weit nach vorne bringen.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

17 Kommentare »

  • Jarmusch sagt:

    Dieser Internetauftritt spricht nicht nur für den SC Pöcking-Possenhofen, sondern mindestens genauso stark gegen viele Präsenzen der Erst- und Zweitligisten.
    Ich kann mich nur wiederholen, habe es an anderer Stelle schon einige Male formuliert. So wahnsinnig viel gehört eigentlich gar nicht zu einer guten Homepage.

    Was dann aber teilweise die hochklassigen Vereine anbieten ist schon fast als Frechheit zu bezeichnen. Bei manchen gibt’s ein Mannschaftsfoto mit den Namen unten drunter, aber kein Einzelfoto, kein Steckbrief, geschweige denn Geburtsdatum, Position oder Rückennummer. Für den Interessierten ist das einfach zu wenig. Warum sollte er dann ein Spiel besuchen, wenn die Spielerinnen auf dem Platz für ihn allesamt namenlos sind.

    Ich will hier jetzt nicht alle Vereine mit schwachen Internetauftritten auflisten, aber ein Negativbeispiel kann ich mir nicht verkneifen.
    Beim mittlerweile in die Regionalliga West abgestiegenen FFC Heike Rheine, der ja sportlich immer noch durchaus ambitionierte Ziele ausruft, ist die Internetseite seit etwa 1 Jahr! nicht mehr aktualisiert worden. Die aktuellste Meldung datiert vom 20.11.08 mit dem Hinweis, dass am Totensonntag keine Spiele stattfinden. Da möchte man dem Verein zurufen: ‚Nehmt die Seite um Gottes Willen vom Netz!‘ So wie jetzt ist es lediglich ein furchtbar peinlicher Offenbarungseid.

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  • Ralf sagt:

    @Jarmusch

    Beim FFC hat eben niemand Spaß, an dem was er tut.
    Da quält sich das Personal eben grade so durch.
    Und weil das so ist, gibt es auch KEINEN Grund zur Freude!!!

    Die sind dann wahrscheinlich Alle(z) in Duisburg!!!

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  • Bernhard sagt:

    <>

    Diese Meinung kannst Du nur haben, wenn Du noch nie eine Website selber betrieben hast…

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  • Bernhard sagt:

    „Ich kann mich nur wiederholen, habe es an anderer Stelle schon einige Male formuliert. So wahnsinnig viel gehört eigentlich gar nicht zu einer guten Homepage.“

    Diese Meinung kannst Du nur haben, wenn Du noch nie eine Website selber betrieben hast…

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  • Ralf sagt:

    @Bernhard

    Wen meinst Du jetzt genau?

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  • Ralf sagt:

    @Jarmusch

    Du sagst, dass es gar nicht so schwierig ist, eine Website zu gestalten!

    Du weißt es nicht, ich weiß es auch nicht, eigentlich weiß es keiner so richtig, an was das jetzt im Detail liegt warum in Rheine der Net-Auftritt nicht so ist, wie Du es Dir gerne wünschst!
    Uns beiden fehlt Erkenntnis!

    Du sagst, sie sollen es besser machen oder den Stecker ziehen!

    Würdest Du denn dort mal vorbeischauen, und ihnen helfen?

    Vorher machst Du aber sicher eine Kosten-Nutzen-Analyse (für Dich).

    Abwägen von Aufwand und Ertrag!

    Und wenn Dein Angebot nicht deren Nachfrage entspricht, dann kommt es auch zu keinem Geschäftsabschluß!

    Das ist das Grundprinzip der Marktwirtschaft!

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  • Jarmusch sagt:

    @Ralf
    Ich spreche doch gar nicht von einer professionell gestalteten Website, die einen Haufen Geld kostet und deren Aktualität zumeist daran scheitert, dass Programmierer (Erstellerfirma) und Vereinsleute nur mit Zeitverzögerung kommunizieren. Das Gesamtergebnis ist dabei nämlich nicht immer gut, eine professionell erscheinende Optik täuscht oft über fehlende Inhalte hinweg.
    Ich rede davon, dass im Umfeld der Spielerinnen (Brüder, Freunde, andere Verwandte), oder anderer Vereinsmitglieder mit Sicherheit Leute zu finden sind, die das aus Spaß an der Freud‘ und ehrenamtlich (gegen eine angemessene Aufwandsentschädigung) leisten können und wollen.
    Es gibt so viele Beispiele aus unteren Ligen, wo das genau so funktioniert.

    @ Bernhard & Ralf
    Obwohl ich selber nur über sehr bescheidene Kenntnisse verfüge, was das Programmieren von Websites betrifft, habe ich über mehrere Jahre eine EA-Sports-Liga betrieben. D.h., ich habe die komplette Website erstellt und gepflet. Natürlich war das anfangs viel Aufwand, aber mit der Zeit wurde der immer geringer. Und das ist schon einige Jahre her. Heute gibt es doch für wenig Geld fertige Baustein-Websites für jedwede Aktivität (gerade im Bereich Sport).
    Wie gesagt, für mich muss eine Website auch gar nicht optisch vollendet daherkommen, mir reicht’s wenn sie inhaltlich aktuell ist.

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  • Jarmusch sagt:

    Ralf schrieb: ‚Würdest Du denn dort mal vorbeischauen, und ihnen helfen?

    Vorher machst Du aber sicher eine Kosten-Nutzen-Analyse (für Dich).

    Abwägen von Aufwand und Ertrag!‘

    Nein, ich würde nicht dort vorbeischauen. Aber der Grund ist ein anderer, als von Dir vermutet. Darüber nachdenken würde ich erst, wenn ich a) räumlich näher am Verein wohnen würde und b) ich eine emotionale Nähe zum Verein hätte, wenn vielleicht meine Schwester oder Freundin dort spielen würde, oder ich ein Fan des Vereins wäre. Dann würde ich meine Hilfe sogar kostenlos anbieten.

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  • Ralf sagt:

    @Jarmusch

    Ok, dann wäre das ja geklärt!

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  • Ralf sagt:

    Jarmusch schrieb: „…. Aber der Grund ist ein anderer, als von Dir vermutet. …“

    Und um es noch klarer zu stellen, meine Nachfrage entspricht auch nicht dem, was Du vermutest.

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  • Bernhard sagt:

    Was Arbeit macht ist ja nicht die Technik. Das war bis vor einigen Jahren die Hürde.
    Die Inhalte zu erfassen und aufzubereiten ist eine zeitintensive Arbeit.

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  • Ralf sagt:

    @Bernhard

    Ja, das ist nämlich nicht wirklich einfach, sich ständig was einfallen zu lassen, um einen Sachverhalt pointiert auf die Spitze zu treiben, damit es beim Lesen für Alle Spaß macht!

    Und jeder ist halt mal dran, mit dem ‚Derblecken‘!
    Inklusive meiner Wenigkeit!

    Und weil schon so viel von ‚Fairplay‘ (in diesem Jahr) die Rede war, immer alles im Rahmen des Erlaubten, und wenn man(n)/frau Behauptungen aufstellt, dann müssen diese auch mit validen Fakten belegt werden!!!

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  • Jarmusch sagt:

    Bernhard schrieb: ‚Was Arbeit macht ist ja nicht die Technik. Das war bis vor einigen Jahren die Hürde.
    Die Inhalte zu erfassen und aufzubereiten ist eine zeitintensive Arbeit.‘

    Klar habt ihr beim FC Bayern diesbezüglich einen hohen eigenen Anspruch an die Inhalte. Und klar macht das auch richtig Mühe. Und ihr seid von meiner Kritik ja fast vollständig ausgenommen. Blöd wäre es bei einem größeren Verein allerdings insbesondere dann, wenn die ganze Arbeit an 1 oder 2 Leuten hängenbleibt.
    Und genau da setzt ja meine Intention an. Man muss die Möglichkeiten, den Nutzen und die Wichtigkeit einer Homepage innerhalb des Vereins ausreichend (und immer wieder) kommunizieren.
    Man kann auch die Spielerinnen motivieren mehr aus ihrer Welt für die Homepage beizutragen. Zum Beispiel auf der Busfahrt, auf der Massagebank, beim Warten auf Busfahrt, Training, am Treffpunkt, etc. Einfach mal ein paar lose Gedanken in ein digitales Diktiergerät gesprochen und schon hat der Webmaster was an der Hand. Dikitiergeräte gibt’s als Aktionsware (bei Tchibo oder Discountern) immer wieder mal für rund 20 Euro. Also ist das kein echter Kostenfaktor, falls jemand das als Gegenargument hervorbringen möchte.
    Auch wage ich jetzt mal die Behauptung, dass auf Busfahrten immer mal die eine oder andere Spielerin (und nicht nur bei hochklassigen Vereinen) ein Note- oder Netbook dabei hat. Das würde dann auch dem Webmaster noch einiges an Arbeit abnehmen.
    Nur müssen die Spielerinnen begreifen, dass auch und gerade sie für ihr eigenes Glück (Verdienst, Vermarktung, TV-Zeiten) mit verantwortlich sind.
    Und in Zeiten von Turbo-DSL können auch von privat Inhalte an den Verein geschickt werden. Ich weiss, jetzt kommt der Hinweis auf die vielfache Doppelbelastung der Spielerinnen mit Beruf oder Studium. Aber das sind wiederum auch nicht alle, manch eine könnte da sicher Zeit und Lust aufbringen.

    Vielleicht liegt’s aber auch an den Webmastern (Vereinsmitgliedern, Marketingmenschen, ..wer immer im Verein für’s Internet zuständig sein soll) selbst, dass nicht mehr Inhalte kommen. So nach dem Motto: ‚Das ist mein Steckenpferd, da lass ich keinen anderen ran!‘ Ist jetzt einfach mal eine provokante These von mir, ohne Anspruch auf Wahrheitsgehalt.

    Und, lieber Bernhard, bitte beziehe meine Kritik nicht auf Deine Arbeit. Die ist soweit ich das aus der Ferne überhaupt beurteilen kann sicher sehr gut. Vielleicht fehlt Dir bei einem solch großen Verein wie dem FC Bayern nur ein wenig Wertschätzung dafür, so wie Du sie bei kleineren Vereinen sicher verstärkt erfahren dürftest.

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  • Jarmusch sagt:

    Ein besonders gelungenes Beispiel für das eigeninitiative Gelingen einer Website bieten für mich die Frauen der Offenbacher Kickers. Wer was kann oder weiß, bringt sich ein. Der Trainer Lutz Kammermeier überträgt seine Fähigkeiten als langjähriger Comic-Zeichner aus Spaß an der Freud‘ auf seine Mädels und erstellt einen Comic-Kader…Klasse!!! – Nur mal als Beispiel. Auch die Videoberichte ’60 Sekunden aus 90 Minuten‘ sind wirklich gut.
    Und ich glaube nicht, dass der stets krisengeschüttelte OFC-Gesamtverein die Damenabteilung finanziell nennenswert unterstützt.
    Die OFC-Damen spielen übrigens in der Kreisoberliga (Kreis Gelnhausen). Das ist meines Wissens gerade einmal die 7.Liga.
    Der Link:

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  • mrx sagt:

    Schon toll, was die Kreisklasse da mit Pöcking zu bieten hat. *Daumen hoch*

    :mrgreen:

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  • Jarmusch sagt:

    Am 16.10.2009 bemängelte ich den desaströsen Internetauftritt des FFC Heike Rheine.

    Nun finde ich auf dortiger Präsenz folgende Meldung vom 23.10.2009:
    „Der Internetauftritt des FFC Heike Rheine wird in den kommenden Wochen vollständig überarbeitet. Wir freuen uns darauf allen Fans und Freunden des Vereins zu Beginn des neuen Jahres umfangreiche und aktuelle Informationen in einem dynamischen Design zu präsentieren.“

    Na bitte! – Der Verein scheint also noch zu leben.

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