Doreen Nabwire: Traumdebüt in Grün-Weiß

Von am 1. Oktober 2009 – 10.31 Uhr

Monatelang hat das Tauziehen gedauert – nun hat Zweitligist Werder Bremen die kenianische Nationalspielerin Doreen Nabwire Omondi (22) an Land gezogen. Sie wurde wegen ihres sozialen Engagements verpflichtet, Fußball spielt sie aber auch. Wie gut, bewies sie bereits bei ihrem ersten Einsatz in Grün-Weiß am vergangenen Sonntag.

Im zweiten Saisonspiel der 2. Frauenfußball-Bundesliga Nord lag Werder zur Halbzeit noch mit 0:2 gegen den Hamburger SV zurück, doch Doreen Nabwire rettete den Hanseatinnen mit zwei Treffern beim 2:2 noch einen Punkt und feierte einen traumhaften Einstand.

Straßenfußball-Weltmeisterin
Im Märchensommer 2006 hatte die talentierte Mittelfeldspielerin Furore in Berlin gemacht und mit ihrem gemischten Team von Mathare Youth als Slum-Kickerin den ersten Weltcup im Straßenfußball gewonnen. Die junge Spielerin aus dem Elendsviertel in Nairobi stand zudem bereits für die FIFA-Initiative „Football for Hope“ auf der Weltbühne.

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Seite an Seite mit „Kaiser“ Franz
Sie loste an der Seite von George Weah und Franz Beckenbauer als einzige Frau vor einem Millionenpublikum die Qualifikationsgruppen für die WM 2010 in Südafrika aus. Doreen hatte jedoch wenig von ihrem Engagement: Nach den Unruhen in Kenia gab es keine Frauenliga mehr. Für Doreen, genannt „Dodo“, gab es keine Spielmöglichkeit, ihr Talent schien zu versauern.

Doreen Nabwire (Mi.) feierte beim 2:2 gegen den Hamburger SV II ein gelungenes Debüt. ©Werder Bremen

Doreen Nabwire (Mi.) feierte beim 2:2 gegen den Hamburger SV II ein gelungenes Debüt. ©Werder Bremen

Unterstützung durch Willi Lemke
Das vorläufige Happy-End gelang nun auf Vermittlung von UN-Sonderberater Willi Lemke, der Doreen im Juni in Nairobi traf. Lemke ist vor allem von Doreens Persönlichkeit und ihrem sozialen Engagement überzeugt. „Sie ist ein echtes Rollenmodell!“ Dodo leistet unter anderem ehrenamtliche Arbeit in der Aids-Prävention ihres Clubs in ihrem Slum.

Soziales Engagement
Nun soll sie als Botschafterin des größten afrikanischen Fußballprojektes, der Mathare Youth Sports Association (MYSA), im Rahmen des sozialen Großprojekts „Werder Worldwide“ Schülern und Jugendlichen im Bremer Raum die Probleme junger Frauen in Ostafrika vermitteln und Brücken zu Brücken in der Dritten Welt schlagen. Sie wird in Bremen im Team Sozialmanagement arbeiten. Bei Werders Aufsteigern freut man sich über den Neuzugang. „Dodo ist eine Klasse-Fußballerin“, jubelt Trainerin Birte Brüggemann.

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Vertrag bis 2010
Im Frühjahr stellte sich Doreen mit Unterstützung der Berliner Sportinitiative „play!ya“ bereits bei diversen Bundesligisten vor und hinterließ durchweg einen starken Eindruck. Aber niemand fand Mittel und Wege, das Mittelfeld-Ass nach Deutschland zu holen. Werder erhofft sich mit der spielintelligenten Verstärkung aus Kenia zumindest den Klassenerhalt. Doreen Omondi hat einen Vertrag bis zum Sommer 2010.

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