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DFB-Elf: Chancenverwertung muss besser werden

geschrieben von – 6. September 2009, 8:41 Uhr | 1.926 Leser6 Kommentare

Beim 2:1-Sieg gegen Italien im Viertelfinale der Frauenfußball-Europameisterschaft am Freitag in Lahti hätte sich die deutsche Mannschaft trotz klarer Überlegenheit fast zum zweiten Mal in diesem Turnier noch um die Früchte der eigenen Arbeit gebracht. Beim zweiten Aufeinandertreffen mit Norwegen binnen zwei Wochen wird man sich am Montag (18.00 Uhr in ARD und Eurosport) diese Nachlässigkeiten nicht mehr leisten dürfen, will man erneut ins EM-Finale einziehen.

Bundestrainerin Silvia Neid meinte: „Wir sind froh, dass wir Angerer haben und sie den entscheidenden Ball herausgeholt hat, denn sonst hätte es 2:2 gestanden und wir wären vielleicht im Elfmeterschießen ausgeschieden, weil wir es nicht geschafft haben, aus unseren Chancen die entscheidenden Treffer zu machen.“

Nervös und müde
Die Spielerinnen fanden ganz verschiedene Erklärungen dafür, warum sich die DFB-Elf das Leben in der zweiten Halbzeit dermaßen schwer gemacht hat. „Nach dem Gegentreffer wurden wir etwas nervös“, so die Einschätzung von Annike Krahn. Und die eingewechselte Simone Laudehr meinte: „Zum Ende hin hat man gemerkt, dass bei beiden Mannschaften teilweise die Kräfte nachgelassen haben.“

Déjà-vu mit Norwegen
Nun geht es Halbfinale für die Mehrheit der deutschen Spielerinnen überraschend erneut gegen Norwegen, das Team, gegen das man zum EM-Auftakt in Tampere dank dreier Tore in der Nachspielzeit mit 4:0 gewann, nachdem man zuvor gleich reihenweise beste Chance ausgelassen hatte und kurz vor Schluss ebenfalls fast den Ausgleich kassiert hätte, hätte Angerer nicht mit einer Parade gegen Cecilie Pedersen die Führung gehalten.

Verbessertes Norwegen statt Schweden
So naiv wie in der Schlussphase des ersten Duells werden sich die jungen Norwegerinnen, die sich im Turnierverlauf gesteigert haben, nicht noch einmal präsentieren, auch wenn Neid weiterhin denkt, dass Norwegen „zwar auch robust und zweikampfstark, aber nicht so gefährlich in ihrem Spiel nach vorne“ ist wie Schweden. Zum Zeitpunkt dieser Einschätzung wusste sie allerdings noch nicht, dass Norwegen seinen skandinavischen Kontrahenten mit 3:1 nach Hause schicken würde. Und so rieb sich auch manch deutsche Spielerin die Augen, ob der Steigerung des Teams von Bjarne Berntsen, das nach erreichter Zielsetzung ohne Druck in die Partie gegen den Favoriten wird gehen können.

Fuss oder Bartusiak?
Nach dem Ausfall von Ariane Hingst wird Neid die Hintermannschaft umbauen müssen, eine unangenehme Aufgabe während eines Turniers, denn auf die Sprengung des bereits das dritte große Turnier bestreitenden Innenverteidigerinnen-Duos Hingst/Krahn und die Erfahrung von Hingsts 165 Länderspielen hätte man im Normalfall in der entscheidenden Phase des Turniers nur ungern verzichtet. Und so dürfte die Wahl entweder auf Sonja Fuss oder Saskia Bartusiak fehlen, die aber beide ihren bisherigen Einsätzen nicht überzeugen konnten.

Fehler analysieren
Krahn bleibt optimistisch: „Wir werden die Fehler aus dem Italien-Spiel und auch Norwegen analysieren, dann werden wir auch wieder topvorbereitet ins Halbfinale gehen.“ Vermutlich dann mit Teamkollegin Fuss in der Innenverteidigung an ihrer Seite. Dann hofft auch Laudehr wieder mitmischen zu dürfen. „Vielleicht lässt die Trainerin taktisch so spielen wie in der zweiten Halbzeit gegen Italien. Doch wir sind eine Mannschaft und hier darf keiner sauer sein, wenn er auf der Bank sitzt.“

Schlagwörter:
Markus Juchem

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6 Kommentare »

  • Ralf sagt:

    Die Chancenverwertung, das ewig alte und leidige Thema.
    Was mir immer wieder auffällt, ist der letzte ‘unnötige’ Querpass oder Ableger im 16er. Im Strafraum gibt’s nur eine Richtung für den Ball – auf’s Tor!
    Es sei denn, man steht selbst zu ungünstig oder der Winkel ist zu spitz, aber selbst das ist kein Grund nicht mal mit Schmackes draufzuhalten.
    Schnörkeln kann man beim Kalligrafieren, aber nicht beim Fußball spielen!
    Wenn es gelungen ist, mit schönen und schnellen Kombinationen den Ball in des Gegners Strafraum zu befördern – Abschluß suchen. Zielstrebig und ohne Umwege!

    Im VF gegen ITA gab’s so ein paar Situationen, die einem die Haare grau werden lassen. Eine der kleinsten Personen auf’m Feld war die italienische Torfrau – und die macht ‘volare’, weil sie mit halbhohen Bällen gefüttert durch ihren Strafraum fliegen kann. Dank deutscher Hilfe. Das Tor hat auch oben, links und rechts, zwei Winkel!!!

    Jetzt noch ganz persönlich:
    Es muss nicht schön aussehen – wichtiger isses Ergebnis!

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  • Markus Juchem sagt:

    Die deutsche Startaufstellung gegen Norwegen:

    Angerer – Schmidt, Krahn, Bartusiak, Peter – Bresonik, Kulig – Garefrekes, Prinz, Behringer – Grings

    Bartusiak also für Hingst in der Innenverteidigung. Viel Glück!

  • eisbär sagt:

    Hoffentlich geht das mit Bartusiak nicht nach hinten los. Man sollte das Spiel in Norwegens Hälfte verlagern, damit hinten nichts anbrennen kann :-)

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  • Ralf sagt:

    :-)
    Nochmal so ‘ne erste Halbzeit – ‘dann krieg isch Kreislauf’, Du! Weisse Bescheid!

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  • laasee sagt:

    Hi Ralf

    Congratulations to Neid for changing matters at half-time.

    I told you the ‘Duisburg style’ was the correct way forward.

    15 goals : 12 from Duisburg and 0 from Frankfurt.

    There is a new football style emerging and the ‘old order’ is now history.

    The DFB might not like it but Inka/Voss/FCR football philosophy is the way forward.

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  • Dirk sagt:

    hi Laasee,

    we all realized already that you are a big fan of the FCR Philosophy and the Duisburg style, but it’s not that easy…

    First of all, it’s a question of players quality, and here is the answer..

    To my opinion, FFC players don’t have the same quality anymore, not Prinz, not Garefrekes and the others neither…

    And now, the young guns are coming up, that’s a change of many things, not only a clubs philosophy…

    Even yesterday we had more than FCR players who made us safe in the second half…

    And, by the way, Lira isn’t a Duisburg cutie anymore ;-) :-)

    Dirk

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