DFB-Elf: Gegen Italien darf nichts anbrennen

Von am 3. September 2009 – 23.03 Uhr 2 Kommentare

Auch wenn sich Bundestrainerin Silvia Neid und die Spielerinnen in den Tagen vor dem EM-Viertelfinale gegen Italien am Freitag in Lahti bemühten, den Gegner stark zu reden, wäre alles andere als der erfolgreiche Einzug ins Halbfinale eine herbe Enttäuschung.

Denn wenngleich die Italienerinnen zwei ihrer drei Gruppenspiele gewannen (2:1 gegen England, 2:0 gegen Russland) und mit einem gewissen Selbstvertrauen in die Partie gehen werden, spricht der stärkere Kader ganz klar zugunsten des aktuellen Titelträgers. Es wird dabei vor allem darum gehen, sich von der nickligen Spielweise der Italienerinnen nicht aus dem Rhythmus bringen zu lassen.

Nicht der angenehmste Gegner
„Sie ziehen gerne am Trikot und stehen einem auf den Füßen. Man muss ihnen lassen, dass sie das sehr geschickt machen, für uns ist das aber sehr unangenehm“, beschreibt Deutschlands Mittelfeldspielerin Melanie Behringer, warum es nie leicht ist, gegen Italien zu spielen. Doch wenn es der DFB-Elf gelingt, wie in den Spielen gegen Norwegen und Frankreich von Beginn an Druck zu entfachen, dürften die Italienerinnen kaum dazu kommen, eigene Angriffe oder Konter einzuleiten.

Anzeige

Pini in Startformation
Dass die italienische Startformation Nachteile gegenüber der deutschen haben sollte, belegt auch die Tatsache, dass Carolina Pini, Teamkollegin von Behringer bei Bayern München, es in der vergangenen Saison nicht geschafft, einen Platz in der ersten Mannschaft zu erkämpfen, auch wenn sie für die kommende Saison dort vorgesehen ist. In Finnland gehört sie der Startelf der italienischen Nationalmannschaft an.

Shopping-Tour
Den Tag vor dem Spiel nutzten die Spielerinnen beider Teams noch einmal dafür, Lahtis mit kleinen Geschäften übersäte Hauptstraße Aleksanterinkatu zu einem Einkaufsbummel zu nutzen. Und auch Neid schloss Bekanntschaft mit dem hohen finnischen Preisniveau. „Man kauft nur das Nötigste, ein Haargel, das in Deutschland 1,99 Euro kostet, gibt es hier für 6,30 Euro.“ Für die Italienerinnen stand das Abschlusstraining im Lahti-Stadion bereits am frühen Morgen auf dem Programm, die Deutschen absolvierten ihre letzte Trainingseinheit am Nachmittag, begleitet von einigen sehenswerten Sprüngen auf der in Sichtweite gelegenen größten von drei Sprungschanzen.

Ghedin: „Noch nicht begriffen, wie gut wir sind“
Italiens Trainer Pietro Ghedin versucht die bevorstehende Partie realistisch zu sehen: „Deutschland ist Welt- und Europameister und hat eine Menge Erfahrung, das ist der Unterschied. Von den Teams, gegen die wir bereits gespielt haben, kommt ihnen vielleicht Schweden am nächsten. Sie haben ein ähnliches Potenzial und ein vergleichbares technisches Niveau.“ Italien tat sich vor allem zu Beginn seiner Spiele immer schwer. „Das lag vielleicht daran, dass wir noch nicht richtig begreifen, wie gut wir eigentlich sind“, so Ghedin. „Bisher hatten wir immer am Anfang Probleme, wenn wir dies ablegen können, können wir vielleicht ein Wörtchen mitreden.“

Tags:

Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

2 Kommentare »

  • pizarro sagt:

    Neid ist „darling.“ Werde die Preisen die höchste Problemen im EM für Deutschland! 🙂

    Btw in Ungarn ist ein gutes Haargel etwa 3 euro.

    (0)
  • Ralf sagt:

    Ba bene!!! 🙂
    Jot, dat wir dat Inka han.

    (0)