Die neue Rolle der Birgit Prinz

Von am 1. September 2009 – 14.30 Uhr 16 Kommentare

Die 47. Minute im Spiel gegen Frankreich am vergangenen Donnerstag in Tampere trug Symbolkraft. Frankreichs Abwehrspielerin Sonia Bompastor hatte den Ball im eigenen Strafraum mit der Hand gespielt, und die ukrainische Schiedsrichterin Kateryna Monzul ohne zu zögern auf den Elfmeterpunkt gezeigt. Birgit Prinz wollte den Elfmeter schießen, doch Linda Bresonik hörte die deutsche Spielführerin nicht, trat selber an und verwandelte zum 4:0.

Vorbei die Zeiten, in denen alleine Prinz zuständig dafür zu sein schien, die Tore im deutschen Team zu erzielen. Allein in den Jahren 2003 bis einschließlich 2008 erzielte sie im Nationalteam 77 Tore, im Jahr 2009 bisher nur eines beim 6:0-Testspielsieg gegen die Niederlande vor der EM in Sinsheim. „Stürmer werden an ihren Toren gemessen“, heißt eine altbekannte Fußballweisheit. Ist Prinz also nur noch ein Schatten früherer Tage und ein Relikt aus einer anderen Frauenfußball-Ära?

Immer noch wertvoll
Mitnichten, denn wer die Beurteilung der 195-fachen Nationalspielerin auf diese Floskel reduziert, verkennt, wie wertvoll die Frankfurterin für das Team nach wie vor ist. Das bewies sie eindrucksvoll im April beim 1:1 gegen Brasilien in Frankfurt, als sie ihre Mannschaft mit raumgreifenden Schritten nach vorne trieb und Spielfreude pur versprühte, bevor sie ein Rippenbruch in Tränen versetzte und zu einer längeren Pause zwang.

Anzeige

Torvorbereiterin par excellence
Und auch in Finnland ist Prinz nicht so schlecht, wie manche sie beurteilen. Gegen Norwegen war sie ein steter Unruheherd, auch wenn sie eine gute Torchance vergab, doch ihrem Einsatz war es zu verdanken, dass Deutschland beim Stand von 0:0 einen Elfmeter zugesprochen bekam. Und auch gegen Frankreich bereitete sie das wichtige 1:0 vor, als sie sich kraftvoll gegen Laura Georges durchsetzte und sich bei ihrer Maßflanke auf Inka Grings auch nicht dadurch beeindrucken ließ, dass ihr Frankreichs Nummer 4 noch etwas auf die Knochen mitgab. Am Ende bereitete sie gar einen weiteren Treffer von Simone Laudehr vor.

Neid hofft auf Tore
Auch wenn Prinz gegen Frankreich und Island noch nicht hundertprozentig ins Spiel fand, weiß Bundestrainerin Silvia Neid, was sie an ihr hat: „Sie ist absolut wichtig für unsere Mannschaft. Sie ist unglaublich laufstark und schafft Räume für andere. Sie macht das richtig gut, und ich wünsche ihr, dass mal ein Tor hinzu kommt.“ Schon in der Vorbereitung präsentierte sich Prinz in einem sehr guten Zustand und hatte wieder richtig Lust auf Fußball.

Wandel der Zeit
Dass sie anders als in der Vergangenheit immer weniger als Vollstreckerin glänzt, hat mehrere Gründe. Zum einen ist der Frauenfußball in den vergangenen Jahren deutlich schneller und athletischer geworden. Sehenswerte Antritte, bei denen Prinz in der Vergangenheit ihre Gegenspielerinnen einfach stehen zu lassen schien, werden seltener, die Qualität der Abwehrspielerinnen hat sich in der Breite deutlich verbessert.

Probleme für Stürmerinnen
Beleg für die zunehmenden Schwierigkeiten der Stürmerinnen ist auch, dass nach der EM-Gruppenphase gleich sieben Spielerinnen mit nur zwei erzielten Treffern die Torschützenwertung anführen. Zum anderen hat Prinz in der Nationalmannschaft nun in Inka Grings auch wieder eine klassische Vollblutstürmerin an ihrer Seite, so dass sie meist als hängende Spitze die Lücken reißt, von denen Grings oder auch Flügelspielerinnen wie Melanie Behringer oder Kerstin Garefrekes profitieren.

Steigerung möglich
Doch noch immer strahlt die 31-Jährige auf dem Platz eine Aura und Präsenz aus, von der andere Spielerinnen weit entfernt sind. Doch Spielerinnen werden heute nicht nur viel zu schnell nach oben gejubelt, sondern eben auch viel zu schnell in Frage gestellt. Bei der EM in Finnland hat Prinz sicherlich noch nicht ihre optimale Leistung gezeigt, doch die beste Leistung gilt es in den entscheidenden Spielen der K.-o.-Runde abzurufen. „Wenn ich jetzt völlig grottig spielen würde, dann nicht treffen würde, dann wäre es kritisch“, kann Prinz die Aufregung um ihre Person nicht verstehen.

Schlagwörter:

Genervt von den Fragen
„Ehrlich gesagt, geht mir das auf die Nerven. Nach zwei Spielen geht die Diskussion los, warum ich nicht treffe. Ich habe dann das Gefühl, ich muss mich rechtfertigen, warum ich nicht getroffen habe.“ Eine Situation, die nicht gerade förderlich ist. „Da habe ich selbst auf dem Spielfeld das Gefühl, ich fange noch mehr an, darüber nachzudenken.“ Offensichtlich ist, dass sich Prinz in der Vergangenheit zu wenige Regenerationspausen gegönnt hat.

Weitere Spielpraxis sammeln
Zweimal gewann sie die WM, viermal die EM, dreimal den UEFA-Pokal, neunmal die deutsche Meisterschaft und neunmal den DFB-Pokal. Verbunden mit den Triumphen am Fließband waren aber auch unglaublich hohe Belastungen, denen ihr Körper zunehmend Tribut zollen muss. Bundesliga, DFB-Pokal, UEFA-Pokal, Länderspiele, Trainingseinheiten, Lehrgänge, dazu seit Jahren strapaziöse Reisen zu Turnieren und während der Turniere – da blieb nur wenig Zeit, um den leeren Akku wieder aufzuladen. Hinzu kam nach dem Rippenbruch eine längere Zwangspause. „Sicherlich fehlt mir ein bisschen Spielpraxis“, räumt sie ein.

Tor gegen Italien?
Wenn es am Freitag im EM-Viertelfinale in Lahti gegen Italien richtig ernst wird, werden Prinz und ihre Mitspielerinnen aber sicherlich noch einmal eine Extraportion Leistung abrufen können. Und vielleicht platzt ja gerade im ersten K.-o.-Spiel der Knoten und Prinz kann ihren bisher 123 Länderspieltreffern weitere hinzufügen.

Tags:

Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

16 Kommentare »

  • laasee sagt:

    Gute Arbeit Markus.

    Erhalten Sie Neid um lhren Artikel zu lesen.

    (0)
  • Dirk sagt:

    Hallo Markus,

    es ist schön, dass Du hier eine Lanze für BP brichst und unsere Kritik ein wenig in die Schranken weist. Das hat sie aufgrund Ihrer Historie sicherlich verdient, und das meine ich toternst und keinesfalls ironisch.

    Ich gehöre sicherlich zu ihren Kritikern und der Kritik muss sich halt auch eine BP stellen, es wäre ja zu einfach, sich immer nur feiern zu lassen.

    Eine offensive Spielerin hervorzuheben, weil sie ein Tor vorbereitet oder einen Elfmeter „heraus geholt“ hat, kann doch nicht der Gradmesser für die Beurteilung einer ehemaligen Weltfussballerin sein. Anja Mittag hat das 2:0 gegen Frankreich ebenfalls grandios vorbereitet, aber hier wird doch deswegen auch nicht hervorgehoben, wie unfassbar wichtig sie für das deutsche Spiel ist. Das ist ihr Job, ebenso, wie es u.a. der Job einer BP ist, Tore zu erzielen und ab und zu mal eins vorzubereiten.

    Ihre Präsenz, ja, da bin ich bei Dir, die ist wichtig und sie bindet oft mehr als einen Gegenspieler. Das ist wichtig, aber bei weitem nicht alles. Inka hat das Tor gegen Island erzielt, als BP schon unter der Dusche war…

    Und wenn ihr Körper nicht mehr der Alte ist, was mehr als nachvollziehbar ist, dann ist das nur der Beweis dafür, dass bei aller glorreicher Vergangenheit, der Stern einer BP langsam aber sicher erloschen ist, oder besser, dabei ist, zu erlischen. Das ist nicht schlimm oder tragisch, das ist normal und leider der Lauf der Zeit.

    Sie hat 195 Länderspiele und sicherlich unheimlich wertvoll für den Frauenfussball in Deutschland gewesen. Sie wird wohl immer ein Symbol für frauenfussball in Deutschland sein. Die Lichtgestalt, quasi der Beckenbauer des FF. Aber auch Kaiser Franz musste irgendwann mal einsehen, dass nichts ewig währt.

    Ich will ihr nichts Böses, ich habe nur Angst, dass sie allein aufgrund ihres Namens bis zur WM quasi mitgeschleppt wird und dies mit Leistung nicht mehr rechtfertigen kann. Das sollte eigentlich auch ihr Stolz nicht zulassen.

    Man hat ja schon in der Bundesliga gesehen, dass es mittlerweile viele Defensive gibt, die BP „im Griff haben“ und sie bei weitem nicht mehr die Dominanz alter Zeiten besitzt.

    Ich wünsche ihr wirklich, dass sie Europameister wird, gerne auch das goldene Tor in der 89. Minute erzielt und dann wirklich selbstkritisch mit den Verantwortlichen ananlysiert, ob das bis 2011 noch reicht, um unantastbar zu sein….

    Liebe Grüße und ncihts für ungut…

    Dirk

    (0)
  • Ralf sagt:

    Unsere Ladies, und besonders Birgit, sollten sich nicht gaga machen lassen: ‚Poker Face‘!!!
    Mal ’n bisschen Musik hören und nicht soviel über nicht erzielte Tore nachdenken! 🙂

    (0)
  • laasee sagt:

    @Dirk

    (traurig, wenn mein Deutsch nich gut ist)

    Neid ist das Problem, fur das organisieren nicht der Mannschaft um BP in einer neuen Rolle zu spielen.

    Fussball in Deutschland hat eine grosse Anderung der Richtung mit der Duisburg Club – gewinnend in Russland 6 – 0 und in Berlin 7 – 0 gehabt.

    In Finnland 10 tor und 8 von den Duisburgers (Lira also).

    Neid ist sehr langsam, wenn er versteht, dass die Duisburg-Weise jetzt und Frankfurt ist.

    Spiel der Duisburg style.

    (0)
  • Mosan sagt:

    Treffende Analyse. Besonders der „Wandel der Zeit“ wird oft ausser Augen gelassen. Einen Punkt sollte man eventuell noch hinzufügen. Bei aller Skepsis und Kritik an B.Prinz stellt sich den Verantwortlichen in der Konsequenz die Frage nach Alternativen. Das ist meiner Meinung nach der Knackpunkt, den viele Fans vernachlässigen.

    Ich sehe weder Mittag, Müller noch Celia als zwingend überlegen. Je nach Form, Taktik oder Spielverlauf wäre Neid gut beraten Prinz nicht als heilige Kuh zu behandeln, aber grundsätzlich hat Prinz keiner eindeutig Besseren einen Platz in der Mannschaft verwehrt. Da gibbet andere Positionen/Spielerinnen von denen man nicht dasselbe behaupten kann.

    (0)
  • Steffen sagt:

    Immer nur nörgeln, und dass vor wichtigen Spielen, ist kontraproduktiv, auch wenn man will, dass Deutschland Europameister wird.

    (0)
  • Steffen sagt:

    Dir stimme ich zu, Mosan.

    (0)
  • SCW sagt:

    GuterArtikel Markus. Danke!

    @Dirk: Ich finde deine sachliche Kritik sehr gut und denke, dass Birgit sich nicht wirklich bis zur WM mitschleifen lässt, sollte sie es nicht mehr bringen. Dazu ist sie zu selbstkritisch.

    Anyway… alles Gute Birgit und darauf, dass der Knoten bald platzt!

    (0)
  • Ulf sagt:

    Mit dem von der Trainerin ausgesuchten Personal muß man halt jetzt über die Runden kommen. Für 2011 steht dann schon mal Frl. Maroszan bereit. Und vielleicht wird dann ja auch schon eine Hasret Kayikci eine paar Tore beisteuern dürfen.
    Ich hoffe,daß,zumindest wenn die deutsche Mannschaft frühzeitig scheitert,der Rentenvertrag mit Frau Neid geschreddert wird,wo mir dann auch gleich der Name Peter von der U17 einfällt…

    (0)
  • Dirk sagt:

    Guten Morgen allerseits,

    ich bin erst mal froh, dass Ihr offensichtlich verstanden habt, dass es mir nicht darum ging, hier Frau P. zu beleidigen…

    Ich hoffe, dass man sich selbstkritisch mit der Situation auseinandersetzt, nicht um BP abzusägen, sondern um der Entwicklung zu folgen. Ausser DM gibt es ja auch noch Kyra und viele andere, die in den Nachwuchsteams heranwachsen…

    Es stimmt natürlich, dass es ausser BP noch ein paar andere gibt, für die die selbstkritische Auseinandersetzung mit der Spielberechtigung in Frage kommt, aber in Markus‘ Artikel ging es ja um BP.

    Frankfurt ist seine Vormachtstellung im deutschen Damenfussball los. Das hat sicherlich seine Gründe und hängt logischerweise ja auch mit der Qualität seiner Spielerinnen zusammen. Das hat man überall bereits gemerkt, ausser vielleicht in der Führungsetage unserer Nationalmannschaft 🙂

    Ich jedenfalls bin davon überzeugt, dass der 1.FFC auch in diesem Jahr keine große Rolle in der Buli spielen wird, daran wird auch DM nichts ändern.

    Ich freue mich jedenfalls auf eine Fortsetzung dieser interessanten Diskussion mit Euch. nette Kultur hier, ohne Aggressivität und Anfeindungen. Klasse Markus, das hast Du gut hinbekommen…

    Liebe Grüße und Euch allen einen schönen Tag…

    Dirk

    (0)
  • Rainer sagt:

    Wenn man sich den bisherigen Verlauf der EM anschaut, dann weiß ich überhaupt nicht, warum man in Deutschland so heftig diskutiert. Ich war beim Spiel gegen Frankreich in Tampere und habe nach der Begegnung sowohl Birgit Prinz wie auch Melanie Behringer und Annike Krahn sagen hören, dass man nicht zufrieden sei. Das Gegentor habe nicht fallen dürfen, so Krahn. Birgit sagte, dass man in der Videoanalyse sehen werde, dass die Französinnen immer wieder Räume in der deutschen Hälfte gehabt hätten usw.

    Hey, Leute!: Deutschland hat 5:1 gegen Frankreich gewonnen, wollte ich fast schreien… Wenn Schweden, England, Norwegen die Französinnen mit 5:1 wegputzen würden, gäbe es nur noch unbändigen Freudentaumel.

    Der deutsche Drang zur Perfektion kann in ausländischen Ohren fast ein wenig arrogant wirken, auch wenn es vielleicht gar nicht so gemeint ist. Muss man Frankreich denn 12:0 schlagen?

    Hier in Schweden ist man allenthalben sicher, dass Deutschland Italien nicht den Hauch einer Chance lassen wird. Das Halbfinale gegen Schweden oder Norwegen wäre sicher eine Spur schwieriger, aber insgeheim zweifelt kaum jemand daran, dass Deutschland in Finnland seinen fünften EM-Sieg in Folge einfahren wird.

    Und wenn nicht, wäre das sicher auch keine Katastrophe, sondern eher (sorry) gut für den europäischen Frauenfußball, wenn der Pokal mal in ein anderes Land wandern sollte.

    Im außereuropäischen Vergleich sind die USA und Brasilien sicher den Deutschen ebenbürtig, aber auf unserem Kontinent ist die deutsche Mannschaft die Nummer 1 und wird das auch erst einmal bleiben.

    Birgit Prinz, um die es hier geht, ist nach wie vor eine brillante Fußballspielerin. Silvia Neid sollte sich allerdings schon überlegen, ob sie 2011 die WM im eigenen Land mit einer Kerntruppe spielen will, die deutlich über 30 Jahre alt sein wird. Aber wir müssen ihr wohl glauben, wenn sie sagt, dass nicht der Name sondern nur die Leistung zählt.

    (0)
  • laasee sagt:

    Deutschland hat die besten Spieler und sollte EM leicht gewinnen.

    Mein nur Interesse ist Neid und die Taktiken und die Fussballphilosophie.

    (0)
  • moya sagt:

    Hach ja, das Mysterium deutschen Fußballspiels.. Schlecht spielen und gewinnen. 😉 Ich frage mich immer, an was es liegt, dass vernünftige Mannschaften gegen Deutschland so einbrechen. Frankreich hat zum Beispiel nur Müll gespielt, die ganze Technik vergessen, die sie in anderen Spielen an den Tag gelegt hat. Und am brillianten Zweikampfverhalten und Zusammenspiel der Deutschen hat’s sicher nicht gelegen. Da war genug Platz in der gegnerischen Hälfte.
    Ich warte auf den Tag, an dem eine Manschaft mit besserer Technik, schnellerem Spiel und ansehnlichem Kombinationsfußball Arsch in der Hose entwickelt und das eigene Können präsentiert. Mit Glück ist es Schweden im Halbfinale. Deren Spiel gegen Russland war das beeindruckendste, was ich seit langem im Frauennationalfußball gesehen hab. Aber gut, im Fußball gewinnt halt nicht immer die bessere Mannschaft. Das macht es ja interessant. Ich finde die Selbstkritik der deutschen Spielerinnen da auch eher ermutigend und vielleicht geht das Turnier ja wirklich erst morgen los.

    Wegen Birgit Prinz versteh ich die Aufregung nicht. Ich traue ihr von allen Spielerinnen am ehesten zu, dass sie selber merkt, wann Schluss ist und das dann durchzieht. Da hab ich echt keine Sorge.
    Dazu kann ich mich nur der Meinung anschließen, dass sie keiner besser Qualifizierten den Platz weggenommen hat und an ihr auch nicht die meisten Spielzüge scheitern. Problemzonen hat die Mannschaft wahrlich woanders.

    (0)
  • KarlMai sagt:

    Die Frage von Dirk, welche Leistung Birgit Prinz 2011 bringen kann und wird, ist natürlich nicht unberechtigt; das ist ein Gesichtspunkt. Auch andere kritische Beiträge hier zielen ja in die Richtung. Aber für das aktuelle Turnier EM 2009 ist das IMHO nicht relevant, da zählt mehr, ob Birgit Prinz zum aktuellen Zeitpunkt in den Kader und in die Elf gehört. Und da sehe ich es genau wie ebenfalls schon einige Vorredner: den Platz einer Besseren weggenommen hat Prinz nicht.

    Prognosen, wie sich selbst hochgelobte Talente entwickeln, sind übrigens sehr oft sehr spekulativ. Nach Anja Mittags U-19 WM 2004 dachte man auch, dass damit auch im A-Team eine Goalgetterin auf Jahre gefunden sein müsste. Insofern drücke ich Maroszan oder Kayikci absolut die Daumen für ihre weitere Laufbahn, aber dass sie uns 2011 zum WM-Titel schießen und Prinz dafür möglichst bald zurücktreten muss, damit sie sich dafür im A-Team einspielen können (ja, zugespitzt, ich weiß, aber so ähnlich klang es ^^;), ist Spekulation. Bis dahin können wir noch viele Bundesligaspiele und Länderspiele ansehen und die Leistungskurven verfolgen.

    Die Nationalmannschaft ist weiterhin für gute junge Spielerinnen zugänglich und durchlässig, ohne dass sie Jahre warten müssen, Kulig zeigt es, Schmidt zeigt es. Also sollte man dann darauf vertrauen, dass es auch im Sturm so sein wird, WENN die Leistung es erzwingt.

    (0)
  • Zaunreiter sagt:

    Ich muß auch mal wieder hier in dieser guten Stube meinen Senf abgeben 😉

    Auch wenn BP bisher noch nicht getroffen hat, so finde ich sie doch wichtig in der ersten Elf zu stehen. Allein schon ihr Name und ihre Erscheinung auf dem Platz wird dafür sorgen, daß sie immer mind. 2 Spielerinnen auf sich ziehen wird und damit die Räume für andere Mitspielerinnen frei macht.

    Ich finde, die Clubdebatten, ob der FFC Frankfurt eine hervorragende Rolle spielt oder nicht, oder die Duisburgerinnen oder die Potsdamerinnen besser sind oder nicht, sind alles Käse. Die haben in dieser Diskussion nichts zu suchen. Das ist erst alles wieder ab dem 20. September relevant. Jetzt nicht. Jetzt ist Nationalmannschaft.

    Viel wichtiger finde ich es, daß die Mannschaft auch noch in der 90. Minute und in der Nachspielzeit die Power und den Willen besitzt, Tore vorzubereiten und zu schießen. Das ist ein weiter Weg, um da erst mal hinzukommen, wo andere Mannschaften nicht mehr die Energie haben. Was das angeht, haben mich heute die Engländerinnen, die Finninnen und die Holländerinnen beeindruckt. 90 Minuten haben Aluko, S. Smith und co. gekämpft, haben die Holländerinnen 120 Minuten lang ihr Tor mit Kampfkraft sauber gehalten und haben dann auch noch das Elfmeterschießen gewonnen.

    Und was das ganze hochgelobte junge Gemüse wie Kayikci, Maroszan, Kulig angeht. Die sind noch sehr jung und in dem Alter gibts halt auch noch Leistungsschwankungen. Da würde ich nicht soviel Vorschußlorbeeren verteilen. In Anbetracht ihrer Jugend seh ich Babett Peter und Bianca Schmidt stabiler als die anderen jungen Wilden.

    (0)
  • Schuh sagt:

    Der Grund warum hier hervorgehoben wird, warum Birgit Prinz (Es ist tatsächlich möglich diesen Namen auszuschreiben. Bei Birgit Prinz ist die Abkürzung ja noch recht einfach zu erraten, aber wenn dann weitaus weniger bekannte Spielerinnen zB Kayikci erwähnt werden, ist es teils sehr lästig, wenn dann auf Abkürzungen etc. zurückgegriffen wird. Um es mit „Ein seltsames Paar“ zu sagen: „Ich habe 3 Stunden gebraucht um herauszufinden, das FU Felix Unger heißt“, aber das nur am Rande) immer noch so wichtig für das deutsche Spiel ist, ist doch, dass sie (zumindest hier) schwer in der Kritik steht, obwohl ihre Leistung nicht so schlecht ist, wie manche glauben machen wollen.

    Sie ist sicherlich Welten von der Form entfernt, wegen der sie 3 mal Weltfußballerin des Jahres geworden ist, aber bei allem was ich von der EM gesehen habe spielt ihre Rolle in der Mannschaft sehr solide und hat sich ihren Platz in der Mannschaft verdient. Zugegebenermaßen wird die Luft langsam zu den anderen langsam dünner, und für weitere Turniere sollte man schauen, ob es da nicht bessere Alternativen gibt, aber das sind doch Dinge über die man sich dann aufregen kann. Die Sorgen von morgen heißen ja nicht umsonst Sorgen von morgen und nicht Sorgen von heute.

    (0)