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Die EM-Teilnehmer im Formcheck, Teil 3

Von am 22. August 2009 – 9.23 Uhr 3 Kommentare

Von morgen bis zum 10. September wird in Finnland die Frauenfußball-Europameisterschaft ausgetragen und Womensoccer unterzieht alle Teams einem Formcheck. Den Abschluss bildet Teil 3 und die die Gruppe C  mit Italien, Schweden, England und Russland.

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Gruppe C

Schwere Aufgabe für Italien
Die italienische Frauenfußball-Nationalmannschaft hat sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich verbessert, der Europameistertitel der U19-Juniorinnen im vergangenen Jahr belegt, dass auch im Nachwuchsbereich inzwischen gut gearbeitet wird. Als einzige der zwölf Mannschaft nahm Italien bisher an allen neun Europameisterschaften teil, zweimal stand man im Finale, aber man verlor jeweils gegen Norwegen 0:1 (1993) und Deutschland 0:2 (1997). Trainer Pietro Ghedin, der nach der EM 2005 Carolina Morace ablöste, hat das Viertelfinale als Minimalziel ausgegeben. „Ich habe meine Spielerinnen für die Endrunde nach Kriterien wie Erfahrung und Mannschaftsdienlichkeit ausgewählt. Wir haben einige Führungsspielerinnen, aber wichtig ist, dass wir eine starke Gruppe bilden.“ Er ist voller Hoffnung, bei der EM eine gute Figur abgeben zu können, in diesem gab es unter anderem Siege gegen Australien und Schottland, aber auch Ende Mai eine Niederlage in Finnland. „Wenn man sich nicht mit den besten Teams misst, wird man sich nie verbessern“, so sein Credo. Ghedin setzt auf eine Mischung aus erfahrenen Kräften wie Patricia Panico oder Tatiana Zorri, aber auch hoffnungsvollen Talenten wie etwa Sara Gama, die im Vorjahr mit der U19 den EM-Titel holte. Dennoch dürfte es für Italien auch diesmal schwer werden, die Vorrunde zu überstehen.

Kader Italien
Tor: Michela Cupido (ASD Torres Calcio), Sara Penzo (CF Venezia 1984), Anna Maria Picarelli (Los Angeles Legends).

Abwehr: Roberta D’Adda (ASD CF Bardolino Verona), Sara Gama (UPC Tavagnacco), Alia Guagni (ACF Firenze), Raffaella Manieri (ASD Torres Calcio), Giorgia Motta (ASD CF Bardolino Verona), Laura Neboli (AC Reggiana Femminile), Viviana Schiavi (ASD CF Bardolino Verona), Elisabetta Tona (ASD Torres Calcio).

Mittelfeld: Marta Carissimi (Torino CF), Pamela Conti (Levante UD), Giulia Domenichetti (ASD Torres Calcio), Alice Parisi (ASD CF Bardolino Verona), Carolina Pini (FC Bayern München), Alessia Tuttino (ASD CF Bardolino Verona), Tatiana Zorri (UPC Tavagnacco).

Sturm: Silvia Fuselli (ASD Torres Calcio), Melania Gabbiadini (ASD CF Bardolino Verona), Patrizia Panico (ASD Torres Calcio), Evelyn Vicchiarello (AC Reggiana Femminile).

Womensoccer-Tipp: Italien scheidet nach der Vorrunde aus

Schweden mit toller Visitenkarte
Nach den tollen Ergebnissen im Jahr 2009 gilt die schwedische Frauenfußball-Nationalmannschaft zwangsläufig zum Favoritenkreis. Unter anderem Siege gegen Deutschland, USA, Brasilien, Norwegen und China machen das Team von Trainer Thomas Dennerby zu einem heißen Titelkandidaten. Durch die Qualifikation marschierte man mit acht Siegen in acht Spielen und einem Torverhältnis von 31:0. Im letzten Test vor der EM gab es allerdings eine 0:1-Heimniederlage gegen die Norwegerinnen. Angeführt von der routinierten Kapitänin Victoria Sandell Svensson und Topstürmerin Lotta Schelin will man sich endlich den großen Traum erfüllen, einmal ganz oben auf dem Podest zu stehen. Dennerby muss allerdings verletzungsbedingt auf Stürmerin Linda Forsberg verzichten, genauso wie auf Linda Sembrant. Für die beiden rutschten Petra Larsson und Karin Lissl ins Aufgebot. Sara Thunebro, bald in Diensten des 1. FFC Frankfurt, weist die Favoritenrolle von sich: „Natürlich glaube ich an unser Team, wir wollen um den Titel mitspielen, aber wir zählen nicht zum Favoritenkreis.“ Man darf gespannt sein, wie die jungen Spielerinnen im Team, wie etwa Kosovare Asllani oder Louise „Lollo“ Fors mit der Drucksituation bei einem großen Turnier umgehen werden.

Kader Schweden
Tor: Kristin Hammarströn (KIF Örebro DFF), Hedvig Lindahl (Kopparbergs/Göteborg FC), Ulla-Karin Rönnlund (Umeå IK).

Abwehr: Sara Larsson (St Louis Athletica), Lina Nilsson (LdB FC Malmö), Anna Paulson (Umeå IK), Charlotte Rohlin (Linköpings FC), Stina Segerström (Kopparbergs/Göteborg FC), Karin Lissel (Hammarby IF DFF), Sara Thunebro (1. FFC Frankfurt).

Mittelfeld: Kosovare Asllani (Linköpings FC), Lisa Dahlkvist (Umeå IK), Louise Fors (AIK Fotboll) Nilla Fischer (LdB FC Malmö), Caroline Seger (Linköpings FC), Therese Sjögran (LdB FC Malmö), Victoria Svensson (Djurgårdens IF FF).

Sturm: Linda Forsberg (LdB FC Malmö), Jessica Landström (Linköpings FC), Sara Lindén (Kopparbergs/Göteborg FC), Lotta Schelin (Olympique Lyonnais), Linnea Liljegärd (Kopparbergs/Göteborg FC).

Womensoccer-Tipp: Schweden kommt ins Halbfinale

England auf dem Vormarsch
Seit mehr als zehn Jahren hat es sich Englands Nationaltrainerin Hope Powell zur Aufgabe gemacht, ihr Team an die Weltspitze zu führen. Und diesem Ziel ist sie bereits ein gutes Stück näher gekommen. „Die jungen Spielerinnen setzen die arrivierten zunehmend unter Druck. Dadurch werden wir konkurrenzfähiger“, so Powell, die ihr Team für stärker hält als bei der EM vor vier Jahren im eigenen Land, wo man unglücklich nach der Vorrunde ausschied. Sechs Spielerinnen, darunter Kelly Smith, haben in der gerade zu Ende gehenden ersten Saison der neuen US-Profiliga WPS Spielpraxis auf höchstem Niveau sammeln können, was auch der Nationalmannschaft zu Gute kommen wird. Bei der EM 2005 und er WM 2007 konnte das Team Turniererfahrung sammeln, 17 der 22 Spielerinnen waren bereits in China dabei. Neben Smith gehören auch Abwehrchefin Faye White und Mittelfeldspielerin Katie Chapman zu den Führungsfiguren im Team. Seit sich England im letzten Oktober für die Endrunde qualifiziert hat, bestritt man einige Vorbereitungsturniere und Freundschaftsspiele, die sehr positiv verliefen. So gab es unter anderem überzeugenden Siege gegen Kanada, Norwegen und Dänemark. Powell setzt auf einen erfahrenen Kader, und will mit ihrem Team im Finnland den großen Coup landen.

Kader England
Tor: Rachel Brown (Everton LFC), Siobhan Chamberlain (Chelsea LFC), Karen Bardsley (Sky Blue FC)

Abwehr: Alex Scott (Boston Breakers), Casey Stoney (Chelsea LFC), Faye White (Arsenal LFC), Rachel Unitt (Everton LFC), Lindsay Johnson (Everton LFC), Anita Asante (Sky Blue FC), Laura Bassett (Arsenal LFC).

Mittelfeld: Jill Scott (Everton LFC), Fara Williams (Everton LFC), Kelly Smith (Boston Breakers), Emily Westwood (Everton LFC), Katie Chapman (Arsenal LFC), Danielle Buet (Chelsea LFC).

Sturm: Sue Smith (Leeds Carnegie LFC), Karen Carney (Chicago Red Stars), Lianne Sanderson (Chelsea LFC), Eniola Aluko (Saint Louis Athletica), Jessica Clarke (Leeds Carnegie LFC), Jody Handley (Everton LFC).

Womensoccer-Tipp: England ist ein heißer Kandidat auf den EM-Titel

Russland: Robuste Konkurrenz
Die physisch starken und kompakten Russinnen machten zuletzt dem deutschen Team bei der 1:3-Niederlage in Bochum das Leben schwer. Zweimal nahm man bisher an einer Europameisterschaft teil (1997, 2001), zweimal kam das Aus bereits in der Vorrunde. Das Team des früheren Duisburger Profis Igor Shalimov hofft, dass die am Knie verletzten Elvira Todua (Tor) und Natalia Barbashina (Sturm) rechtzeitig fit werden, nachdem Stürmerin Elena Danilova nach ihrem Comeback deutliche Fortschritte macht. „Wir haben noch kein offizielles Ziel. Wir können uns nicht den Titelgewinn als Ziel setzen, wie es Schweden und Deutschland machen – dafür fehlt uns die Erfahrung. Das Wichtigste ist, dass wir uns von Spiel zu Spiel verbessern“, so Shalimov. In neun Testspielen gegen starke Gegner konnte man wertvolle Erfahrungen für das Turnier in Finnland sammeln. Zuletzt konnte das Team beim psychologisch wichtigen 1:0-Sieg gegen die Niederlande ein wenig Selbstvertrauen tanken. Das Team kann nicht in Bestbestzung antreten, Maria Dyachkova muss ebenso kurzfristig verletzungsbedingt passen wie Elena Suslova, so dass gleich zwei wichtige Abwehrstützen fehlen werden. Die Russinnen sind ein unbequemer Gegner, dürften sich an der starken Konkurrenz aber die Zähne ausbeißen.

Kader Russland
Tor: Elena Kochneva (ShVSM-Izmaylovo Moskva), Elvira Todua (WFC Rossiyanka), Galina Vazhnova (WFC Rossiyanka).

Abwehr: Nadezhda Myskiv (WFC Rossiyanka), Ksenia Tsybutovich (Zvezda-2005), Anna Kozhnikova (WFC Rossiyanka), Olga Poryadina (WFC Rossiyanka), Oksana Shmachkova (WFC Rossiyanka), Alla Rogova (ShVSM-Izmaylovo Moskva), Natalia Pertseva (WFC Rossiyanka).

Mittelfeld: Elena Morozova (WFC Rossiyanka), Tatiana Skotnikova (WFC Rossiyanka), Elena Terekhova (WFC Rossiyanka), Valentina Savchenkova (Zvezda-2005), Elena Fomina (ShVSM-Izmaylovo Moskva), Svetlana Tsydikova (FC Energia Voronezh), Ekaterina Sochneva (ShVSM-Izmaylovo Moskva), Nadezhda Kharchenko (WFC Rossiyanka), Olga Petrova (WFC Rossiyanka).

Sturm: Natalia Barbashina (Zvezda-2005), Olesya Kurochkina (Zvezda-2005), Elena Danilova (WFC Rossiyanka).

Womensoccer-Tipp: Russland scheidet nach der Vorrunde aus.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

3 Kommentare »

  • djane sagt:

    was ist eigentlich mit Madeleine Edlund, spielt die garnicht mehr für die schwedische Natio ?

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  • Markus Juchem sagt:

    Sie hat aus persönlichen Gründen auf eine EM-Teilnahme verzichtet, wäre aber sicher dabei gewesen.

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  • djane sagt:

    ok, danke Markus. Gut für uns, sie ist ne unbequeme Spielerin- trotzdem schade, hätte sie gerne gesehen.

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