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Die EM-Teilnehmer im Formcheck, Teil 1

Von am 18. August 2009 – 12.27 Uhr

Vom 23. August bis 10. September wird in Finnland die Frauenfußball-Europameisterschaft ausgetragen und Womensoccer unterzieht alle Teams einem Formcheck.

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Den Anfang macht die Gruppe A mit Finnland, Ukraine, Dänemark und Niederlande.

Gruppe A

Finnland: Gastgeber ohne große Illusionen
Finnland war die große Überraschung der Frauenfußball-Europameisterschaft 2005. In England stieß das Team von Trainer Michael Käld damals überraschend bis ins Halbfinale vor, wo man sich aber einer überlegenen deutschen Mannschaft klar mit 1:4 geschlagen geben musste. In den vergangenen Jahren konnten die finnischen Spielerinnen an diesen Erfolg nicht mehr richtig anknüpfen, bei internationalen Turnieren wie dem Algarve Cup gab es jeweils nur wenig zu holen. In diesem Jahr reichte es in Portugal gerade mal zum siebten Platz nach einem hart erkämpften Erfolg im Elfmeterschießen gegen Gastgeber Portugal. In den letzten Testspielen setzte es zunächst eine 1:3-Niederlage gegen Schweden, danach gab es einen 4:0-Sieg gegen Nordirland. Käld erklärt: „Ich denke nicht so sehr an diese Endrunde. Auch danach werden Frauen in Finnland Fußball spielen, junge Spielerinnen können immer mehr Erfahrung sammeln.“

Kader Finnland
Tor: Minna Meriluoto (Hammarby IF DFF), Tinja-Riikka Korpela (FC Honka Espoo), Petra Häkkinen (HJK Helsinki).

Abwehr:
Petra Vaelma (Klepp IL), Sanna Valkonen (KIF Örebro DFF), Miia Niemi (Amazon Grimstad FK), Tuija Hyyrynen (HJK Helsinki), Maija Saari (Umeå IK), Tiina Salmén (Amazon Grimstad FK), Heini Tiilikainen (KMF Kuopio).

Mittelfeld: Anne Mäkinen (AIK Fotboll), Jessica Julin (Stattena IF), Anna-Kaisa Rantanen (Djurgårdens IF FF), Susanna Lehtinen (KIF Örebro DFF), Sanna Malaska (Amazon Grimstad FK), Anna Westerlund (FC Honka Espoo), Essi Sainio (AIK Fotboll), Katri Nokso-Koivisto (VfL Wolfsburg).

Sturm: Laura Österberg-Kalmari (AIK Fotboll), Sanna Talonen (KIF Örebro DFF), Linda Sällström (Djurgårdens IF FF), Annica Sjölund (AIK Fotball).

Womensoccer-Tipp: Für Finnland ist im Viertelfinale Schluss

Ukraine: Unbequemer Außenseiter
„Das Rückgrat des Teams steht schon seit langer Zeit fest“, sagt Ukraines Nationaltrainer Anatoliy Kutsev. Einige der bekanntesten Spielerinnen im Team verdienen ihr Geld in Russland, wie etwa Nadezhda Baranova, Vira Dyatel, Alla Lyshafay, Nataliya Zinchenko und Daryna Apanaschenko, die mit Zvezda-2005 im Finale des UEFA-Pokals gegen den FCR 2001 Duisburg standen. In Tetiana Romanenko wurde auch eine Debütantin nominiert. Ein Vorteil des Teams ist, dass zahlreiche Spielerinnen auf eine lange Erfahrung zurückgreifen können und bereits mehrere Jahre zusammenspielen. In Bestbesetzung kann die Ukraine aber nicht antreten, da Mittelfeldspielerin Svitlana Vanyushkina wegen einer Verletzung passen muss, für sie wurde die erst 16-jährige Stürmerin Oksana Yakovyshyn ins EM-Aufgebot berufen, die im Vorjahr in der Qualifikation zur UEFA-U17-Europameisterschaft mit zehn Toren die beste Torschützin war. Die Elf stimmte sich mit einem 9:0-Sieg gegen Legend-Chekseal Chernigov, eine der führenden ukrainischen Frauenfußball-Mannschaften, auf die Endrunde ein. In der EM-Qualifikation deutete das Team unter anderem beim 1:0-Sieg gegen Dänemark seine Leistungsfähigkeit an.

Kader Ukraine
Tor: Nadezhda Baranova (Zvezda-2005), Iryna Zvarych (WFC Rossiyanka), Kateryna Samson (FC Legend Chernigov).

Abwehr: Yuliya Vaschenko (Zhilstroy-1 Kharkiv), Maryna Masalska (Zhilstroy-1 Kharkiv), Inessa Tytova (Zhilstroy-1 Kharkiv), Valentyna Kotyk (ShVSM-Izmaylovo Moskva), Alla Lyshafay (Zvezda-2005), Olena Mazurenko (1. FC Nürnberg), Olena Khodyreva (FC Legend Chernigov).

Mittelfeld: Iryna Vasylyuk FC Illichivets Mariupol), Vira Dyatel (Zvezda-2005), Nataliya Zinchenko (Zvezda-2005), Lyudmyla Lemeshko (ShVSM-Izmajlovo Moskva), Lyudmyla Pekur (WFC Rossiyanka), Tetyana Chorna (WFC Rossiyanka), Nataliya Sukhorukova (Zhilstroy-1 Kharkiv), Tetiana Romanenko (FC Energia Voronezh).

Sturm: Daryna Apanaschenko (Zvezda-2005), Olga Boychenko (FC Legend Chernigov), Svitlana Frishko (Zhilstroy-1 Kharkiv), Oksana Yakovyshyn (FC Legend Chernigov).

Womensoccer-Tipp: Die Ukraine hat Chancen aufs Viertelfinale

Dänemark, die skandinavische Wundertüte
An einem guten Tag kann die dänische Frauenfußball-Nationalmannschaft jedes Team der Welt schlagen, an einem schlechten aber auch gegen durchschnittliche Konkurrenz klar den Kürzeren ziehen. Welches Gesicht werden die Däninnen bei der Endrunde in Finnland zeigen? Zuletzt zeigte sich das Team beim 5:2-Sieg im Testspiel gegen Schottland von seiner Schokoladenseite, auch die deutsche Mannschaft bekam die Stärke der Däninnen in diesem Jahr schon zu spüren, bei der 0:1-Niederlage im Spiel um Platz 3 beim diesjährigen Algarve Cup. In der Vorbereitung gab es zudem einen 2:1-Sieg gegen Island und eine 0:1-Niederlage gegen England. Trainer Kenneth Heiner-Møller musste jedoch den Rücktritt von Merete Pedersen verkraften, die in 136 Länderspielen 65 Tore erzielte und beste Torschützin in der Qualifikation war. Mariann Gajhede und Christina Ørntoft können zudem wegen Verletzungen nicht an der EM teilnehmen. Mit intensiven Lehrgängen trotz einer kürzeren Vorbereitungszeit als vor zwei Jahren bei der WM hat man sich auf das Turnier vorbereitet und hofft, endlich einmal konstanter als in der Vergangenheit aufzutreten.

Kader Dänemark 
Tor: Heidi Johansen (Fortuna Hjørring), Mia Kjærsgaard-Andersen (IK Skovbakken), Tine Cederkvist (LdB Malmö FC).
Abwehr: Camilla Sand Andersen (Fortuna Hjørring), Katrine Pedersen (Stabæk FK), Line Røddik Hansen (Brøndby IF), Marianne Pedersen (IK Skovbakken), Marie Bjerg (IK Skovbakken), Mia Brogaard (Brøndby IF).

Mittelfeld: Cathrine Paaske Sørensen (Linköpings FC), Ditte Larsen (Brøndby IF), Janne Madsen (Fortuna Hjørring), Katrine Veje (Odense BK), Mette Jensen (Fortuna Hjørring), Nanna Christiansen (Brøndby IF), Tina Rasmussen (IK Skovbakken).

Sturm: Johanna Rasmussen (Umeå IK), Lene Jensen (Brøndby IF), Nadia Nadim (IK Skovbakken), Sanne Troelsgaard Nielsen (Brøndby IF), Maiken Pape (Stabæk FK), Julie Rydahl Bukh (Linköpings FC).

Womensoccer-Tipp: Dänemark erreicht das Halbfinale

Niederlande: Gekommen, um zu lernen
Mit einer Mischung aus im In- und Ausland tätigen Spielerinnen will die Niederlande bei ihrem EM-Debüt eine gute Figur abgeben. Im letzten Testspiel vor der Endrunde gelang dem Team ein 2:0-Sieg gegen Polen. Zuvor musste das Team eine 0:1-Niederlage gegen Russland und eine bittere 0:6-Klatsche gegen Deutschland einstecken. Das Team von Trainerin Vera Pauw hat sich in den vergangenen Jahren stetig weiterentwickelt, die Einführung einer neuen Liga vor zwei Jahren hat dem Frauenfußball zusätzlichen Schwung verliehen. Beim Zypern-Pokal im Frühling und dem Vier-Nationen-Turnier in Amsterdam vor einigen Wochen konnte das Team ein wenig Turniererfahrung sammeln. Die mangelnde internationale Erfahrung dürfte für die Niederländerinnen im Duell gegen starke Konkurrenz dennoch ein Nachteil sein, auch wenn die Elf einige internationale Spitzenkräfte wie Annemieke Kiesel von UEFA-Pokalsieger FCR 2001 Duisburg oder Manon Melis von LdB FC Malmö in ihren Reihen hat.

Kader Niederlande
Tor: Loes Geurts (AZ Alkmaar), Angela Christ (FC Utrecht), Petra Dugardein (Willem II).

Abwehr: Dyanne Bito (AZ Alkmaar), Daphne Koster (AZ Alkmaar), Marije Brummel (SC Heerenveen), Petra Hogewoning (FC Utrecht), Jeanine van Dalen (ADO Den Haag), Manoe Meulen (Willem II), Marloes de Boer (FC Twente).

Mittelfeld: Sylvia Smit (SC Heerenveen), Sherida Spitse (SC Heerenveen), Anouk Hoogendijk (FC Utrecht), Lianne de Vries (FC Utrecht), Kirsten van de Ven (Willem II), Annemieke Kiesel-Griffioen (FCR 2001 Duisburg), Marlous Pieëte (FC Twente).

Sturm: Claudia van den Heiligenberg (AZ Alkmaar), Chantal de Ridder (AZ Alkmaar), Shanice van de Sanden (FC Utrecht), Karin Stevens (Willem II), Manon Melis (LdB FC Malmö).

Womensoccer-Tipp: Die Niederlande scheitert bereits in der Vorrunde

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.