Wer kann Serienmeister SV Neulengbach stoppen?

Von am 9. August 2009 – 11.29 Uhr

Am gestrigen Samstag startete die österreichische Frauenfußball-Bundesliga in ihre neue Saison. Serienmeister SV Neulengbach peilt erneut das Double an, doch die Konkurrenz schläft nicht. In der Liga ist erstmals eine Japanerin aktiv, ein Aufsteiger wagt ein mutiges Experiment.

Der SV Neulengbach, „Abonnement“-Meister der vergangenen Jahre, gilt trotz Aufrüstung der Konkurrenz wieder als klarer Favorit. Vereinsboss Bruno Mangl hat die Verteidigung des Doubles als Ziel ausgegeben, doch er räumt ein, dass es „jedes Jahr schwieriger“ wird. Die slowakische Nationalspielerin Alexandra Biroova von Duslo Sala soll das Team verstärken, verschmerzt werden muss der Abgang von Nationalspielerin Nadine Prohaska zum FC Bayern München.

Vizemeister FC Wacker Innsbruck will „wenn möglich, den Abstand zu Neulengbach verringern“ (Trainer Robert Martini) und „sich mittelfristig unter den Top 3 etablieren“ (Sportlicher Leiter Horst Braun). Den Tirolerinnen gelang die spektakulärste Neuverpflichtung. Yukario Tanahari von Urawa Red Diamonds ist die erste Japanerin in der österreichischen Frauenfußball-Bundesliga. Darüber hinaus wechselte Gabriele Fiedler an den Inn, die frühere Nationalspielerin Doris Adamovics verließ den Verein.

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Der USC Landhaus aus der Hauptstadt Wien will nach Aussage von Bundesliga-Urgestein Gerhard Traxler, der seit 1968 die Geschicke des Vereins leitet, „auf jeden Fall das obere Play-off erreichen“. Bei diesem Unterfangen sollen die Neuverpflichtungen Verena Aschauer, U17-Nationalspielerin Deniz Kuyucaklioglu, Katharina Haiden, Silke Schmidt und Zehra Demir helfen, eine Mischung aus jungen Talenten und erfahrenen Kräften. Sie sollen die Abgänge von Jasmin Eder, Virginia Kirchberger (beide FC Bayern München), Andrea Stadlhuber (Union-Kleinmünchen) und Gabriele Fiedler (Wacker Innsbruck) kompensieren.

Der FC KELAG Kärnten/Frauen (früher FC St. Veit), Tabellenvierter der Vorsaison, hat sich mit der slowenischen Nationalspielerin Aja Milenkovic, Nike Winter, Melanie Schurgast (beide früher FF USV Jena), Torhüterin Katharina Schemitsch (ASV St. Margarethen) und Tatjana Sabitzer (SC Feldkirchen) verstärkt, so dass die Zielsetzung „oberes Play-off“ von Cheftrainer Hans Gröss für den neutralen Beobachter wie Tiefstapelei aussieht.

Nach dem Abgang von sieben Stammspielerinnen heißt das Ziel für LUV Graz „auf jeden Fall Klassenerhalt, wenn möglich oberes Play-off“, so der sportliche Leiter Franz Schwab. In Anja Puggl (Kärnten) und Miriam Schlögl (Askö Doppl) hat das Team nur zwei Neuzugänge zu verzeichnen. Sarah Puntigam  wechselte zum FC Bayern München,  Alexandra Veronik beendete ihre Karriere und startet eine Laufbahn als Schiedsrichterin, Katharina Haiden und Silke Schmidt schließen sich dem USC Landhaus an.

Die USG Laskaj Ardagger Neustadtl will nach den Worten der sportlichen Leiterin Brigitte Aichinger „endlich das obere Play-off erreichen“, nachdem das Team in der vergangenen Saison an seiner Abschlussschwäche scheiterte. Als Zugänge melden die Niederösterreicherinnen Kerstin Koppler (U. Kleinmünchen), Isabella Köck, Viktoria Madl (beide Lask Ladies) und Julia Schneider (ÖFB U17, ATSV Steyr). Die routinierte Kapitänin Evelyn Bader legt eine Babypause ein.

Der FC HOCO Südburgenland peilt wie viele andere Teams das obere Play-off an, „allerdings haben unsere Konkurrentinnen stark aufgerüstet“, so Pressesprecherin Kerstin Weber. Personell tat sich nicht allzu viel, zum Verein stießen Anna Tauschmann (Therme Loipersdorf) und Júlia Horváth (FC Viktória Szombathely), den Verein verlassen hat Viola Braun (SKV Altenmarkt).

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Der ASK Erlaa möchte sich nach dem geglückten Klassenerhalt nach Worten des sportlichen Leiters Thomas Rauch „im Herbst in Richtung oberes Play-off orientieren“. Dem Abgang von Demir Zehra (USC Landhaus) stehen einige Neuverpflichtungen gegenüber: Sandra Mayer (Neulengbach), Nicole Bauer (Siebenhirten), Alexandra Baumann (Breitenfurt) und Anita Stangl (Wiener Neudorf).

Salzburgs USK Hof schaffte in der Vorsaison gegen Union Kleinmünchen gerade noch den Klassenerhalt. „Nach dem Lehrjahr setzen wir uns das obere Play-off zum Ziel. Unser Vorhaben ist schwierig, aber nicht unmöglich“, erklärt Trainer Hans Enzinger. Eine 1b-Mannschaft mit 14 jungen Spielerinnen aus dem gesamten Bundesland soll dafür sorgen, dass die erste Mannschaft mit Talenten versorgt wird.

fcstategmannschaftNeuling FC Stattegg (Bild) beschleunigte von Null auf Hundert, binnen eines Jahres schaffte Erfolgstrainer Arnold Freiberger mit ehemaligen LUV-Graz-Talenten und einem neuen Team den Sprung aus der 2. Liga Süd in Österreichs höchste Spielklasse. „Klare Vorgabe: wir wollen uns in der Klasse halten, werden zwar viel Lehrgeld zahlen, aber die Mannschaft soll gemeinsam wachsen, deshalb haben wir auf Neuerwerbungen verzichtet.“

„Rohdiamant“ Stefanie Schachner verließ  Stattegg und schloss sich ebenfalls dem deutschen Vizemeister Bayern München an.  Die 15-Jährige wird dem Team aus der Grazer Umgebung fehlen, aber: „wir alle  vergönnen ihr diesen Karrieresprung“,  so Freiberger. Mit einem Durchschnittsalter von nur 16,6 Jahren startet das „Experiment Stattegg“ in die neue Saison.

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