Bayern München auf Champions-League-Kurs

Von am 31. Juli 2009 – 9.38 Uhr

Die raue europäische Fußballluft hinterließ bei den Frauen des FC Bayern München schnell Spuren. Katharina Würmseer erwischte es am Kopf, Isabell Bachor und Mandy Islacker am Sprunggelenk, doch am Ende stand ein hart erkämpfter, aber verdienter 5:2 (2:0)-Sieg gegen die unbequemen Schottinnen von Glasgow City LFC. Auch die anderen Favoriten siegten zum Auftakt.

Würmseer mit dem ersten Tor des neuen Wettbewerbs und Julia Simic schienen die Weichen schon nach einer guten halben Stunde auf Sieg gestellt zu haben, doch der Schein trog. „Nach der Zwei-Tore-Führung hatten wir das Spiel eigentlich im Griff, haben uns dann aber in der zweiten Hälfte sehr schwer getan, sind teilweise richtig geschwommen und haben folgerichtig dann auch den Ausgleich bekommen“, so Simic.

2:0-Führung verspielt
Denn die Schottinnen kamen mit mehr Aggressivität aus der Kabine, die Bayern wollten offenbar schon Energie für die kommenden beiden Partien sparen. Treffer von Leanne Ross und der eingewechselten Ruesha Littlejohn schienen die bayerischen Champions-League-Träume frühzeitig ins Wanken zu bringen, denn Glasgow war nun Spiel bestimmend.  „Mein 3:2 im direkten Gegenzug war wohl extrem wichtig“, so Simic, die dem Gegner attestierte, „extrem zweikampfstark“ gewesen zu sein.

Anzeige

„Durchwachsenes Spiel“
Bei sommerlichen Temperaturen in Siauliai hatten es die Bayern-Frauen in der ersten Halbzeit versäumt, weitere Treffer nachzulegen. „Zur Halbzeit hätte es gut und gern 5:0 oder 6:0 stehen müssen“, so Bayerns Frauenfußball-Koordinatorin Karin Danner. „Für uns war es ein sehr durchwachsenes Spiel“, so das Gesamtfazit. Ganz so schwierig hatten es sich die Münchenerinnen offenbar nicht vorgestellt.

Favoritensiege am ersten Tag
Im zweiten Spiel der Gruppe A setzte sich Gastgeber Gintra Universitetas klar mit 7:1 gegen den nächsten Bayern-Gegner Norchi Dinamoeli durch. Auch in den anderen sechs Gruppen behielten am ersten Spieltag die favorisierten Teams die Oberhand. In Gruppe B musste Montpellier Hérault SC, Halbfinalist der UEFA-Pokal-Saison 2005/06, aber kämpfen, um den 2:0-Sieg gegen den Meister der Färöer-Inseln, Klaksvíkar Ítrottarfelag KÍ, sicherzustellen. Zwei Treffer von Elodie Ramos sorgten für den Sieg der Französinnen.

Panico lässt Torres jubeln
Der zweimalige Halbfinalist Brøndby IF feierte in Gruppe C ein klaren 5:0-Sieg gegen Cardiff City LFC, Portugals Vertreter SU 1° Dezembro kam gar zu einem 10:0-Sieg gegen Maltas Birkirkara, gleich acht verschiedenen Spielerinnen konnten sich über einen Treffer freuen. Italiens ASD Torres Calcio musste lange um den Sieg bangen, ehe Neuverpflichtung Patrizio Panico in der 88. Minute für einen 1:0-Sieg gegen FK Slovan Duslo aus der Slowakei sorgte. Trabzonspor startete mit einem 2:0-Sieg gegen Gastgeber ŽNK Krka.

Zweistellige Erfolge
Für Linköping war in Gruppe E Auftaktgegner FC Roma Calfa aus Moldawien nur Kanonenfutter, 11:0 hieß das Endergebnis, Ida Brännström erzielte fünf Treffer. Auch Russlands Rossiyanka, vor zwei Jahren Gegner des 1. FFC Frankfurt im Viertelfinale, feierte einen zweistelligen Sieg. Auch hier stand es am Ende gegen den irischen Meister Saint Francis FC 11:0, Emueje Oghiabeva gelang in der ersten Halbzeit binnen acht Minuten ein Hattrick, Elena Danilova erzielte bei ihrem Comeback vier Treffer.

Everton mit Mühe
Fast eine Stunde lang hielt Kroatiens Meister WFC Osijek im eigenen Stadion eine 1:0-Führung gegen Everton LFC, zumal die Gäste durch Fara Williams einen Elfmeter verschossen. Doch die eingewechselte U19-Europameisterin Toni Duggan leitete mit ihrem Ausgleich die Wende ein, ein Eigentor von Vanesa Zloša und ein Treffer von Williams eine Viertelstunde vor Schluss bescherten dem Team von Trainerin Mo Marley doch noch den Auftaktsieg. In der einzigen Gruppen mit zwei Vizemeistern übernahm Norwegens Vertreter Team Strømmen FK durch ein 5:0 gegen den FC Levadia Tallinn aus Estland vorläufig die Tabellenspitze.

Schlagwörter:

Alle Ergebnisse und mehr Infos zur UEFA Women’s Champions League

Tags:

Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.