Unangenehme Zahlenspiele

Von am 19. Juli 2009 – 10.44 Uhr 10 Kommentare

Es ist eine ungewohnte und unkomfortable Ausgangsposition, in der sich die deutsche U19-Nationalmannschaft heute befindet, vor dem abschließenden Gruppenspiel bei der U19-EM gegen Gastgeber Weißrussland. Denn selbst ein Sieg bietet keine Garantie für den Einzug ins Halbfinale.

Durch die herbe 0:3-Niederlage gegen die Schweiz haben sich die Chancen der DFB-Elf deutlich verschlechtert, man darf froh sein, sich als Gastgeber der U20-Weltmeisterschaft 2010 nicht für die WM im kommenden Jahr qualifizieren zu müssen, denn sonst wäre die WM-Teilnahme ernsthaft in Gefahr.

Denn bei einem Erfolg Frankreichs gegen die Schweiz mit bis zu fünf Toren Unterschied würde Deutschland aufgrund von § 8.11 des UEFA-Reglements selbst bei einem Sieg gegen Weißrussland die Koffer packen müssen, Frankreich und die Schweiz stünden im Halbfinale.

Anzeige

Hoffen auf Schweizer Schützenhilfe
Denn sollten nach Abschluss der Gruppenspiele Schweiz, Frankreich und Deutschland punktgleich sein, würden die Spiele gegen Weißrussland aus der Wertung fallen, nur die direkten Duelle der drei Teams untereinander würden zur Berechnung herangezogen werden. Und da haben die Schweiz und Frankreich das klar bessere Torverhältnis.

Das heißt, nur wenn Frankreich mit mehr als fünf Toren Unterschied gegen die Schweiz gewinnen würde – was bei der aktuellen Form der Schweizerinnen nicht gerade wahrscheinlich ist -, würden Frankreich und Deutschland ins Halbfinale einziehen. Die DFB-Elf ist bei einem Sieg gegen Weißrussland nur dann sicher unter den letzten Vier, wenn Frankreich gegen die Schweiz verliert oder unentschieden spielt.

Weißrussland noch nicht ausgeschieden
Doch selbst der anscheinend abgeschlagen am Tabellenende liegende Gastgeber Weißrussland hat noch eine hauchdünne, wenngleich wohl nur mathematische Chance auf den Einzug ins Halbfinale. Doch dazu müssten die Spielerinnen schon ein kleines Wunder vollbringen – die DFB-Elf mit fünf Toren Unterschied schlagen, und zugleich auf einen Sieg der Schweiz gegen die Französinnen hoffen.

Tags:

Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

10 Kommentare »

  • pinkpanther sagt:

    Ja, das ist wirklich eine unangenehme Situation für unsere Mädels. Ich denke schon, dass sie ihren Part zum Weiterkommen leisten werden und das Spiel gegen Weißrussland -wie gegen die ‚Kleinen‘ schon fast üblich- auch nicht zu knapp gewinnen werden.
    Bleibt nur die Hoffnung Schweiz. In deren derzeitigen Form ist die ja auch berechtigt, aber so wirklich gehts für die Schweizerinnen jetzt ja um nichts mehr. Mir fällt bei so Konstellationen immer der letzte Gruppenspieltag der Herren-EM 2004 ein, als Schweden und Dänemark genau das Resultat (2:2) erzielten, das beiden zum Weiterkommen verhalf und Italien musste -trotz Sieg- in die Röhre schauen.
    @Markus: Vielen Dank für die ‚Zahlenspiele‘. Leider wird dies journalistisch sehr selten gemacht, dies fundiert und auch verständlich zu formulieren (egal ob bei den Herren oder Frauen). Dann weiß man als Fan einfach, woran man ist – und es entfällt die lästige Suche, was jetzt als Qualifikationskriterium eigentlich entscheidend ist: Das Gesamtklassement oder der direkte Vergleich der Mannschaften. Danke!
    Jetzt hilft nur noch: den Schweizerinnen die Daumen drücken …

    (0)
  • Jarmusch sagt:

    Unter UEFA.com sind jetzt (15:15 Uhr) bereits die Aufstellungen zu sehen.
    Die Schweiz hat im Vergleich zum Deutschland-Spiel nur die Torfrau gewechselt. Also scheint man sich keine Wettbewerbsverzerrung nachsagen lassen zu wollen. Gut so!
    Bei Deutschland gibt es gegenüber dem Schweiz-Spiel zwei Wechsel: Marith Prießen (FCR 2001 Duisburg) kommt für Valeria Kleiner (SC Freiburg). Und im Tor steht Almuth Schult anstelle von Desirée Schumann.

    (0)
  • Jarmusch sagt:

    3:0 für Deutschland nach 10 Minuten!
    3x Marozsan (6./7./10.Minute)

    (0)
  • Jarmusch sagt:

    6:0 nach 31 Minuten! Da scheint man sich wohl den Frust von der Seele schießen zu wollen.

    (0)
  • Ralf sagt:

    @Jarmusch

    Wo ‚tickerst‘ Du gerade?
    UEFA-HP?

    (0)
  • Jarmusch sagt:

    Ja, UEFA

    de*uefa*com/live/competitions/wunder19/matchcentrelight/matchday=3/day=1/match=2001213/index*html

    (0)
  • Jarmusch sagt:

    Arghhh…Frankreich führt 1:0 durch Pauline Crammer (52.Minute).

    (0)
  • Jarmusch sagt:

    Tja, das war’s dann wohl für die Deutschen.
    2:0 für Frankreich in der 80.Minute durch Solène Barbance. Mit ihrem 4.Turniertor übernimmt sie damit auch die alleinige Führung in der Torschützenliste.

    (0)
  • pinkpanther sagt:

    Das darf doch nicht wahr sein!
    Ja, das wars dann wohl :-((
    Wie prophezeit: Unsere Mädels holen mal wieder einen Kantersieg raus, aber was nützt das am Ende?

    (0)
  • Jarmusch sagt:

    Neben Deutschland scheidet auch Norwegen bereits in der Gruppenphase aus. Die Skandinavierinnen bleiben dabei sogar ohne Sieg und schießen nur ein einziges Tor.

    (0)